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Mark Beaumont

Mark Beaumont erreicht die drittgrösste Stadt der Mongolei, Darchan.  bild: mark beaumont

Dieses Abenteuer wird die «Grenzen der menschlichen Möglichkeiten verschieben»

In 80 Tagen um die Welt. Seit Jules Vernes Klassiker aus dem Jahr 1873 fasziniert dieses Abenteuer die Menschheit. 144 Jahre später versucht Mark Beaumont das Gleiche – mit dem Velo. Das macht rund 385 Kilometer täglich. Schafft er es, wäre es eine fast unmenschliche Leistung.



Mit 12 Jahren radelte er durch Schottland; mit 15 durch Grossbritannien; mit 24 um die Welt. Mit 27 fuhr er mit dem Velo von Alaska nach Feuerland; mit 32 von Kairo nach Kapstadt. Ohne Support. 42 Tage brauchte er für das letzte Abenteuer. Schneller war zuvor niemand. 

Dazwischen gehörte er einer Expedition an, welche von Kanada durch die Arktis zum Nordpol reiste (2011) und er wollte von Marokko nach Barbados in einem Ruderboot paddeln (2012) – er musste aus Seenot gerettet werden.

Mark Beaumont

Mark Beaumont: Kein Wunder glaubt er, dass er in 80 Tagen um die Welt radeln kann. Er kann schliesslich auch sein Rennrad mit einem Fingerli halten.

Keine Frage: Mark Beaumont ist ein Abenteurer und Extremsportler. Vor allem die Weltumrundung 2007/2008, welche die BBC in einer Dokumentation zeigte, machte ihn als «The Man who cycled the world» bekannt. 194 Tage benötigte er damals. Die Regeln sind einfach: Mindestens 29'000 Kilometer musste die Fahrt dauern, am gleichen Ort enden, wie sie gestartet wurde und mindestens zwei Antipole mussten durchquert werden (also beispielsweise Spaniens Madrid und Wellington in Neuseeland).

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Der offizielle Trailer zum Projekt. Video: YouTube/Mark Beaumont

The man who cycled the world

Mark Beaumonts erster Versuch, die Welt mit dem Fahrrad so schnell wie möglich zu umrunden, wurde von der BBC begleitet und in einer vierteiligen Doku 2008 ausgestrahlt. Hier geht's zum ersten Teil.

Der Rekord wurde seither zehnmal unterboten. Seit 2015 steht er bei 123 Tagen, gehalten von Andrew Nicholson. Mark Beaumont will es nun in 80 Tagen, also in zwei Dritteln der Zeit, schaffen. Wahnsinn. «Dieses Abenteuer wird die menschlichen Möglichkeiten verschieben», kündigt das Team an. Nichts weniger als das.

Mark Beaumont

Das ist die Strecke von Mark Beaumont. Aktuell befindet er sich am Ende der «Stage 1». Und hier gibt's das ganze noch in einem kurzen Video erklärt. bild: artemisworldcycle.com

Der 34-jährige Schotte bereitete sich zuletzt damit vor, dass er in zwei Wochen rund um Grossbritannien fuhr. Für die Weltumrundung wird er während 75 Tagen täglich 385 Kilometer abfahren müssen. Dazu kommen fünf Pausen-/Reisetage für die Flüge. «Das ist der Höhepunkt meiner Vorbereitung der letzten 20 Jahre, in welchen ich Ausdauersport trainiert habe. Es ist mein grösster Traum», sagt der zweifache Familienvater dazu.

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Der erste Tag begleitet von einem Global-Cycling-Network-Journalist. Video: YouTube/Global Cycling Network

Am 2. Juli startete Beaumont beim Arc de Triomphe in Paris. Aktuell radelt er durch China. Ende September will er wieder in Frankreichs Hauptstadt ankommen.

Einige Eckpunkte des Abenteuers

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Die Ankündigung des Rekordversuchs. Video: YouTube/Mark Beaumont

Aktuell rast Beaumont auf Peking zu, wo er seinen Flug am Samstag nach Perth erwischen muss (hier gibt's das Livetracking). Gestern wurde er an der chinesischen Grenze aufgehalten, weil diese um 17 Uhr schloss. Kurz davor quälte er sich zusammen mit seinem Team durch die Wüste Gobi, wo sich plötzlich die Strasse verlief. Beaumont musste sein Velo schieben, das Wohnmobil blieb im Sand stecken.

Mark Beaumont

Probleme mit dem Sand in der Wüste Gobi. bild: Mark beaumont

«Der erste Monat bis Peking wird wohl der schwierigste», sagte Beaumont vor dem Abenteuer. Ab Australien sind alles Teerstrassen. Er wollte in einem Monat durch China sein. Aktuell liegt er gut im Plan.

Bleiben noch zwei Fragen:

1. Warum?

«Ich wollte immer neue Wege gehen. Es reizt mich, der erste zu sein, der in 80 Tagen mit Muskelkraft um die Welt fährt. Wer erinnert sich noch an den zweiten Mann auf dem Mount Everest? Niemand. Wir wollen herausfinden, ob der menschliche Körper zu so einer Leistung fähig ist. Es geht nur um die Performance, darum werde ich rund um die Uhr unterstützt und muss mich um nichts ausser ums Velo fahren kümmern.»

Mark Beaumont fährt mit dem Velo in 80 Tagen um die Welt

2. Was rätst du jemandem, der etwas «Verrücktes» machen will

«Hört auf zu reden und träumen: Macht es einfach. Das können viel kleinere Dinge sein, als mit dem Velo um die Welt zu fahren. Meist werden die schrecklichsten Erinnerungen – campen im Regen oder eine steile Wanderung auf einen Berg – zu denjenigen, an welche man sich immer erinnern wird. Und nirgends lernst du dich besser kennen, als während solchen Erlebnissen.»

Mark Beaumonts Tour um die Welt folgen

Mark Beaumonts Versuch in 80 Tagen um die Welt zu radeln, kannst du auf seiner Website verfolgen. Oder auf Facebook, Instagram und Twitter. Das Livetracking gibt's hier. Und natürlich sammelt er auch noch Geld für einen guten Zweck. Rund 230'000 Franken (180'000 Pfund, macht 10 Pfund pro gefahrene Meile (18'000)) sollen es am Ende sein.

PS: Nach zweijährigem Rätselraten gab Sherpa Tenzing Norgay 1955 zu, dass Edmund Hillary als erster Mensch auf dem Mount-Everest-Gipfel stand. Die zweite erfolgreiche Expedition gelang 1956 den Schweizern Ernst Schmied und Jürg Marmet.

Noch so einer (ein Schweizer!), der mit dem Velo verrückte Sachen macht:

Ein 105-jähriger Franzose holt sich Fahrrad-Rekord

Video: reuters

Nicht um die Welt, aber dafür durch die ganze Schweiz

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
dä dingsbums
28.07.2017 16:23registriert April 2015
Und ich Weichei bin mir noch unsicher, ob ich es wagen soll mit dem Velo von Zürich ans Mittelmeer zu fahren...
Viel Glück bei diesem Vorhaben!
By the way, der zweite Mann auf dem Mount Everest war Sherpa Tenzing. Den kennt man eigentlich schon.
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Scaros_2
28.07.2017 16:24registriert June 2015
Respekt! Ein wenig gestört aber mein Respekt hat der Mann!
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c_meier
28.07.2017 16:47registriert March 2015
Reto Fehr: Merci für diese interessanten Artikel (ob Africa-Cup oder solche Ausdauer-Sportler.. top!)
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15

Kommentar

Ich wage es kaum zu sagen, aber ein E-Bike ist das Allerbeste, was ich mir je gönnte

Hach, wie ich E-Bikes verabscheute. Zumindest bis ich mir selbst eines kaufte. Jetzt kann ich sagen: Es ist die vermutlich allerbeste Erfindung der Welt. Und wer glaubt, dass man da nicht schwitzt, der irrt gewaltig. Denn es hat auch einen Nachteil.

Ich sag's grad am Anfang, dann ist es raus: Ich habe ein E-Bike gekauft.

Wer mich kennt, weiss: Ich habe über E-Bikes geflucht. Es gibt nicht viel Ärgerlicheres, als von einem Velofahrer fortgeschrittenen Alters in Alltagskleidern (und im schlimmsten Fall noch mit Chörbli am Lenker) locker überholt zu werden, während man selbst in totaler Velomontur gefühlt zügig unterwegs ist.

Schliesslich radelte ich bei watson 2015 mit der «Tour dur d'Schwiiz» alle Gemeinden der Schweiz ab, machte dabei …

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