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Die neue Formel 1: Spektakel ja, doch der Spass fehlt

Max Verstappen 3, Oracle Red Bull Racing Formula One GP Melbourne Australia. Friday, March 06, 2026 Australia Copyright: xBerndxErlhofx
Max Verstappen ist wenig begeistert von den neuen Formel-1-Boliden.Bild: www.imago-images.de

Die neue Formel 1: Spektakel ja, doch der Spass fehlt

Die grossen Überraschungen bleiben beim Saisonauftakt der Formel 1 in Australien aus. Die vier Topteams sind der Konkurrenz weiterhin voraus, doch McLaren hat deutlich an Stärke eingebüsst.
08.03.2026, 12:4108.03.2026, 12:41

Die ersten 58 Rennrunden nach der historischen Regelreform in der Formel 1 sind gedreht. Die Ouvertüre im Albert Park in Melbourne bot mit vielen Überholmanövern reichlich Spektakel. Das befürchtete Chaos, etwa wegen der veränderten Startabläufe, blieb jedoch aus.

Die Meinungen über die neuen Autos sind dennoch gemacht. Die Kritik vonseiten der Fahrer reisst nicht ab. Am lautesten kommt sie wenig überraschend aus dem Lager jener, die sich mit den Neuerungen besonders schwertun. Max Verstappen und Titelverteidiger Lando Norris, die bei der knappen WM-Entscheidung vor drei Monaten in Abu Dhabi nur durch zwei Punkte getrennt waren, nehmen öffentlich kein Blatt vor den Mund.

«Ich habe definitiv keinerlei Spass mit diesen Autos», bekräftigte Verstappen, der die neue Formel 1 während der Testfahrten bereits als «Formel E auf Steroiden» und «Anti-Rennsport» bezeichnet hatte. Der vierfache Weltmeister betonte erneut, dass sich für ihn daran selbst im Erfolgsfall nichts ändern würde. «Egal ob ganz vorne oder dort, wo ich jetzt stehe – emotional und vom Gefühl her ist das Ganze völlig leer.»

Norris: «Es ist ätzend»

Wie gut das neue Auto von Red Bull wirklich ist, lässt sich nach dem ersten GP-Wochenende noch schwer einschätzen. Während Isack Hadjar das Rennen nach nur elf Runden wegen eines Motorproblems aufgeben musste, pflügte sich Max Verstappen nach seinem Unfall im Qualifying von Startplatz 20 durchs Feld und beendete seine Aufholjagd direkt hinter Norris im 6. Rang

Auch Weltmeister Norris stört sich an der ungewohnten neuen Fahrweise mit dem unnatürlichen Abbremsen und vom Gas gehen, um die Batterien wieder aufzuladen. Das betonte der McLaren-Fahrer in Melbourne noch einmal ausdrücklich: «Wir kommen von den besten Autos, die je in der Formel 1 gebaut wurden und die am angenehmsten zu fahren waren, zu den wahrscheinlich schlechtesten. Es ist ätzend, aber man muss damit leben.»

Norris' Einschätzung deckt sich mit dem ersten Eindruck zum Kräfteverhältnis. Dieses hat sich unter den vier Topteams klar zu Ungunsten von McLaren verschoben. Obwohl der Konstrukteurs-Weltmeister der letzten beiden Saisons mit dem gleichen Motor wie Mercedes fährt, ist der Rückstand auf die Silberpfeile und auch auf Ferrari beträchtlich.

Zwei Topteams voraus

Bei Mercedes hofft man nach dem 61. Doppelerfolg in der GP-Geschichte nach vier enttäuschenden Jahren auf eine neue Silberpfeil-Ära. «Wir haben den Kampf um die WM in unseren Händen. Das ist das beherrschende Gefühl», gab sich Teamchef Toto Wolff zufrieden, nachdem George Russell und Kimi Antonelli die Erwartungen erfüllt haben.

Während Mercedes vor allem mit effizientem Energie-Management überzeugt, scheint das in den letzten Jahren arg gebeutelte Ferrari-Team mit dem neuen Chassis hervorragende Arbeit geleistet zu haben. Mit einer besseren Boxenstopp-Strategie wäre für Charles Leclerc (3.) und Lewis Hamilton (4.) beim Saisonstart womöglich noch mehr möglich gewesen.

Rasche Änderungen kaum realistisch

Vor dem Hintergrund der Kritik der Fahrer stellt sich nun die entscheidende Frage, wie sich die Situation kurzfristig verbessern lässt. Verstappen wünscht sich baldige Änderungen am Reglement, ist sich aber bewusst, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen wird. Laut FIA-Technikchef Nikolas Tombazis soll der Internationale Automobilverband nach dem am kommenden Sonntag angesetzten Grand Prix von China eine Evaluierung planen. Ob sich der Spasslevel der Fahrer so schnell erhöhen lässt, bleibt offen. Spektakel jedenfalls scheint garantiert. (pre/sda)

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quelle: getty images north america / ben radford
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