Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08617240 Sevilla's Diego Carlos (R) celebrates with his teammates after scoring the 3-2 lead during the UEFA Europa League final soccer match between Sevilla FC and Inter Milan in Cologne, Germany 21 August 2020.  EPA/Friedemann Vogel / POOL

Scho wieder Sevilla: Die Andalusier gewinnen zum vierten Mal in den letzten sieben Jahren die Europa League. Bild: keystone

Der Rekordsieger schlägt wieder zu: Sevilla bezwingt Inter und gewinnt die Europa League



Der FC Sevilla festigte seinen Ruf und seinen Rekord als beste Mannschaft in der Europa League. Die Spanier gewannen den ausserordentlich spektakulären Final in Köln gegen Inter Mailand 3:2.

Das entscheidende Tor nach 74 Minuten wurde zuerst als Eigentor gewertet. Inters Stürmer Romelu Lukaku lenkte einen Fallrückzieher von Diego Carlos neben dem Pfostens ins eigene Tor ab. Danach rangen sich die Verantwortlichen der UEFA dazu durch, das wunderbare Tor dem Brasilianer gutzuschreiben.

Die Entscheidung: Lukaku lenkt den Ball nach Diego Carlos' Freistoss ins eigene Netz ab. Video: SRF

Sevilla hat die Europa League nunmehr zum sechsten Mal gewonnen, dreimal öfter als jede andere Mannschaft.

De Jong wird mit Doppelpack zum Matchwinner

Der erstaunlichste Spieler und wohl der Matchwinner war Luuk de Jong. Trainer Lopetegui hatte den etwas ausser Form geratenen niederländischen Stürmer in den letzten sieben Wettbewerbsspielen nur noch einmal in die Startformation gesetzt. Als Joker erzielte de Jong das späte Siegestor zum 2:1 im Halbfinal gegen Manchester United. Aber im wichtigsten Spiel war der knapp 30-Jährige nicht nur von Beginn an auf dem Platz. Er war mit zwei trockenen, sich gleichenden Kopfball-Toren zum 1:1 und zum 2:1 auch der Erfolgreichste.

Die beiden Treffer von de Jong im Video. Video: SRF

Es war ein verrückter, offener Match, wie man ihn gerade in grossen Finals eher selten sieht. Es schien fast, als hätten die Trainer Julen Lopetegui und Antonio Conte darauf verzichtet, ihren Spielern taktische Anweisungen mitzugeben. Es entwickelte sich besonders in der ersten Halbzeit ein urtümliches Fussballspiel mit überlegenen Angriffsformationen und bisweilen schwimmenden Defensiven.

Diego Carlos vom Deppen zum Helden

Das beste Beispiel für schlechtes Verteidigen auf diesem Niveau lieferte just der Siegestorschütze Diego Carlos in einer skurrilen Szene schon nach vier Minuten. Er liess sich auf wenigen Metern im Lauf Richtung Strafraum von Romelu Lukaku überlaufen, als ob der wuchtige Belgier ihn aufgefordert hätte, Platz zu machen. Einmal im Rückstand, hakelte der Brasilianer so lange in Lukakus Beinen herum, dass dieser irgendwann hinfallen musste. Er tat es gegen Ende des Laufs im Strafraum. Lukaku verwertete den Penalty selbst. Man konnte nicht ahnen, dass Diego Carlos und Lukaku 70 Minuten später in vertauschten Rollen in eine noch wichtigere Szene involviert sein würden.

Sevilla's Diego Carlos celebrates after scoring his side's third goal during the Europa League final soccer match between Sevilla and Inter Milan in Cologne, Germany, Friday, Aug. 21, 2020. (Friedemann Vogel/Pool via AP)

Diego Carlos jubelt nach dem entscheidenden Treffer zum 3:2. Bild: keystone

Die Mannschaft von Trainer Conte trat nicht so überzeugend auf wie beim 5:0 gegen Schachtar Donezk im Halbfinal. Das lag jedoch in erster Linie am Gegner, der sich seinerseits eine stattliche Zahl von guten Chancen erarbeitete.

Keine Zuschauer sahen einen der torreichsten Finals in der Europa League respektive im UEFA-Cup. Lange Zeit schien sogar der Rekord aus dem Jahr 2001 in Gefahr zu geraten. Damals setzte sich ebenfalls in Deutschland - in Dortmund - der FC Liverpool 5:4 gegen Alaves durch. Das 5:4 war ein sogenanntes Golden Goal. Diese Sudden-Death-Regel in der Verlängerung wurde ein Jahr später abgeschafft.

Mit seinem Penaltytor egalisierte Lukaku einen Vereinsrekord von Inter Mailand. Es war in den verschiedenen Wettbewerben das 34. Saisontor des Belgiers. Auf ebenso viele Tore hatte es bei den Nerazzurri vor 22 Jahren der grosse Brasilianer Ronaldo gebracht. (dab/sda)

Mit diesem Tor egalisierte Lukaku Ronaldos Rekord. Video: SRF

FC Sevilla - Inter Mailand 3:2 (2:2)
Köln. - SR Makkelie (NED).
Tore: 5. Lukaku (Foulpenalty) 0:1. 12. de Jong (Navas) 1:1. 33. de Jong (Banega) 2:1. 36. Godin (Brozovic) 2:2. 74. Diego Carlos 3:2.
FC Sevilla: Bono; Navas, Koundé, Diego Carlos (86. Gudelj), Reguilon; Jordan, Fernando, Banega; Ocampos (71. Munir), de Jong (86. En-Nesyri), Suso (78. Vazquez).
Inter Mailand: Handanovic; Godin (90. Candreva), De Vrij, Bastoni; D'Ambrosio (78. Moses), Barella, Brozovic, Gagliardini (78. Eriksen), Young; Lukaku, Martinez (78. Sanchez).
Bemerkungen: Sevilla ohne Corchia (verletzt). Inter Mailand ohne Vecino (verletzt). Verwarnungen: 4. Diego Carlos (Foul). 18. Conte (Trainer Inter Mailand/Reklamieren). 41. Barella (Foul). 45. Banega (Foul). 55. Bastoni (Foul). 73. Gagliardini (Foul). (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Alle Sieger der Europa League / des UEFA Cup

UEFA Champions League Finale auf 3+

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zum Tod von Diego Maradona: Wie die «Hand Gottes» zur Legende wurde

Diego Armando Maradona stirbt im Alter von 60 Jahren. Kein anderer Spieler hat je eine WM so dominiert wie Diego Maradona 1986. Die beiden Treffer gegen England haben ihn nicht nur in Argentinien zum Fussballgott gemacht.

Diego Maradonas Augen waren noch glasig, sagen diejenigen, die ihn an diesem 22. Juni 1986 in der Kabine haben sitzen sehen. Sein Lächeln sei steinern gewesen. Er war sich bewusst, dass er mit seinem Tor zum 2:0 gegen England einen Akt sublimer Kunst vollbracht hatte. Sublime Kunst bedeutet, etwas Grosses, Überwältigendes, das nur mit dem Gespür für das Aussergewöhnliche überhaupt verstanden und nicht wiederholt werden kann.

Das war sein sublimes Kunststück: Er startete in der eigenen …

Artikel lesen
Link zum Artikel