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Der Basler Praesident Bernhard Heusler fiebert mit im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Lausanne-Sport, im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 19. Februar 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Nachfolger in Sicht: FCB-Präsident Heusler könnte die Geschicke in Basel bald in andere Hände legen. Bild: KEYSTONE

Leisetreter mit Machtinstinkt: Bernhard Burgener soll im Sommer FCB-Präsident werden

Nach fünf Jahren ist Schluss. Der FC Basel und Präsident Bernhard Heusler sollen getrennte Wege gehen. Ein Nachfolger steht jedoch bereits fest: Medienmanager Bernhard Burgener soll im Sommer die Nachfolge von Heusler antreten. Doch wer ist dieser Mann?

Sébastian Lavoyer / Aargauer Zeitung



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Wer ist dieser Bernhard Burgener? Bild: Highlights Communications

Er verkauft sich als stiller Schaffer im Hintergrund, als bescheidener Medienmanager im Geschäft der Eitelkeiten. Auf jeden Fall ist Bernhard Burgener (60) ein schwer fassbarer Mann – nicht bloss, weil er zu den jüngsten Gerüchten schweigt. Der Basler soll im Sommer Bernhard Heusler als Präsident des FC Basel ablösen. Zusammen mit Marco Streller (35), der im gleichen Zug Georg Heitz (47) als Sportdirektor ersetzen soll. Marco Streller kennt in Basel jedes Kind. Aber wer ist dieser Bernhard Burgener?

Der wendige Kaufmann wuchs in Basel auf, knapp 300 Meter vom Joggeli entfernt. Nach der KV-Lehre macht er sich mit 25 Jahren selbstständig. Zusammen mit zwei Kollegen gründet er einen Videoverleih in Allschwil.

Das Geschäft boomt, sie eröffnen Laden um Laden. 15 Monate später verkauft er, gründet mit einem Freund die Rainbow Home Entertainment AG und beginnt mit dem Handel von Filmrechten. Er ist 28 Jahre alt, als er seine erste Million im Sack hat. «‹Spiel mir das Lied vom Tod› war einer der ersten Filme, die ich vermarktet habe», sagte er 2014 in einem Interview mit der «Handelszeitung».

watson-Umfrage zum Führungswechsel beim FCB

An der Umfrage mit dem Titel: «Was hältst Du von den Wechselplanspielen an der FCB-Spitze?», die watson anlässlich der Bekanntgabe des möglichen Führungswechsels in Basel lancierte, beteiligten sich über 600 Personen. 33 Prozent finden, Burgener und Streller wären «ein optimaler Doppelwechsel». 31 Prozent finden, Steller sollte «bei diesem Spielstand» nicht eingewechselt werden. 21 Prozent outeten sich als FCZ-Fans und 15 Prozent meldeten Bedenken an der Personalie Burgener an.

«Meide die grosse Bühne»

Die Kino-Besitzer glauben nicht an sein Geschäft, lassen ihn unbehelligt machen. Es ist sein Glück. Das Geschäft floriert, doch Burgener zahlt einen hohen Preis. Seine Band, die Juniper Springs, schmeisst ihn raus. Er spielte Gitarre und sang. Der Rausschmiss kränkt ihn. Weil er eine Rampensau ist? «Gar nicht. Das hätte eine Musikerkarriere wohl ohnehin verhindert. Ich meide heute, wann immer es geht, die grosse Bühne», sagt er.

Die Fäden hat er trotzdem gerne in der Hand, wenn auch eher im Hintergrund. Burgener investiert sein Geld in den Aufbau der Highlight-Gruppe mit Sitz in Pratteln BL. Dazu gehört zum einen Constantin Film, eine der erfolgreichsten deutschen Produktionsfirmen. Burgener freundet sich mit Bernd Eichinger an. Der Deutsche ist Produzent und Erfolgsgarant von Constantin Film, verantwortlich für Filme wie «Resident Evil», «Das Parfüm» oder «Elementarteilchen».

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Als Eichinger am 24. Januar 2011 einen Herzinfarkt erleidet und stirbt, sitzt neben seiner Frau und seiner Tochter auch ein gewisser Bernhard Burgener am Tisch. Sie sprachen über künftige Filmprojekte, schmiedeten Zukunftspläne. Und dann plötzlich ist Eichinger nicht mehr, der Erfolgsgarant einfach weg.

Der Instinkt für die Macht

«Auch der beste Spieler tritt einmal ab. Das ist einfach so. Es gab mal einen Pelé, dann kam Maradona, dann Ronaldo. Es wird ein anderer Bernd Eichinger kommen, wir müssen einfach schauen, dass er dann bei Constantin Film ist», sagt Burgener wenige Monate später in der SRF-Wirtschaftssendung «Eco».

Somit sind wir beim Sport. Mit der Highlight-Tochter Team vermarktet Burgener seit 1999 die Champions League. Äusserst erfolgreich. Allein in der laufenden Saison schüttet die Uefa 1,3 Milliarden Euro an die Klubs aus, die sich in der Königsklasse um die Krone in Europas Fussball duellieren. Wenn er für die Uefa Millionen-Deals aushandelt, ist er ganz Business-Mann.

Blick ins Archiv: So sah der Schweizer Fussball früher aus

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 21.02.2017 23:16
    Highlight Highlight Der beste Fussballmanager und der beste Sportchef der Schweiz treten zusammen ab und machen Platz für einen Vermarkter und ein Greenhorn. Fussballrestschweiz, es gibt wieder Hoffnung!
  • emptynetter 20.02.2017 10:26
    Highlight Highlight Sehr amüsant, die bilder aus alten zeiten. Auffallend ist , wieviele fans früher in die stehplatzrampen gepfercht wurden. und auf die bäume klettern, um den match zu sehen? alles verboten heute. gut, ist ja auch nicht nötig. ess hat ja immer genug platz auf den tribünen bei dem gekicke heute in der schweiz. Bild 9 zeigt meines erachtens übrigens eher die letzigrund-tribüne, nicht wie geschrieben den hardturm. schöne bilder. danke watson.

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