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Philippe Coutinho – der Zauberer und sein Kampf gegen Klopps Fluch

Er warf die Bayern schon mal aus der Champions League, hatte immer wieder Probleme mit den Fans – und kämpft gegen eine Vorhersage von Jürgen Klopp. t-online.de stellt Philippe Coutinho vor.

David Digili / t-online



epa07702397 A picture taken with panning technique shows Brazilian Philippe Coutinho in action, during the Copa America 2019 final soccer match between Brazil and Peru, at Maracana Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, 07 July 2019.  EPA/Fernando Bizerra

Philippe Coutinho im Dress der Seleção. Bild: EPA

Ein Artikel von

T-Online

Da hat der FC Bayern also seinen Transfer-Kracher – wenn auch nicht den, der eigentlich erwartet wurde. Philippe Coutinho wird den deutschen Rekordmeister verstärken, kommt für ein Jahr auf Leihbasis vom FC Barcelona. Wer ist der 27-jährige Brasilianer, der nun in der Offensive der Münchner wirbeln wird?

«Welche Qualitäten wünschen Sie sich von einem Fussballer?» fragte Brasiliens Nationaltrainer Tite einmal auf einer Pressekonferenz – und antwortete dann selbst: «Coutinho hat sie alle: Ein starkes Passspiel, grossen Ehrgeiz, er ist aus der Mitteldistanz effektiv, gedankenschnell, eiskalt im Abschluss und ein hervorragender Vorbereiter.» Coutinhos Hauptposition ist Linksaussen, allerdings ist der 1.71 Meter grosse Techniker auch im zentralen offensiven Mittelfeld und als Rechtsaussen einsetzbar – die Bayern haben einen Spieler von gehobener internationaler Klasse.

«Wir sind sehr glücklich, dass wir den Spieler zum FC Bayern holen werden», sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach dem 2:2 der Münchner zum Bundesligastart gegen Hertha BSC am Freitagabend. Als Top-Talent galt der Architektensohn schon früh bei Vasco da Gama in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro. Inter Mailand sicherte sich bereits 2008 für 3.8 Millionen Euro die Rechte am damals 16-Jährigen, liess das Juwel aber zwei weitere Jahre in Rio Erfahrungen sammeln. Erst 2010 debütierte Coutinho für die «Nerazzurri», stand auch beim 3:2-Sieg der Italiener im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals beim FC Bayern auf dem Platz – Inter warf die Bayern damit aus dem Wettbewerb.

Als Youngster zu Inter Mailand

Allerdings hatte der noch unerfahrene Youngster Schwierigkeiten, sich einen Platz in der Mannschaft zu erspielen. Im Januar 2012 verlieh Inter den Teenager an Espanyol Barcelona nach Spanien. Nach ansprechenden Leistungen (16 Spiele, fünf Tore) durfte Coutinho zurück nach Mailand, blieb bei Inter aber ohne grosse Perspektive – und der FC Liverpool schlug für 13 Millionen Euro zu. Bei den «Reds» wurde der Angreifer schnell zur festen Grösse in der Offensive, startete richtig durch. Bilanz nach fünf Jahren: 201 Pflichtspiele, 54 Tore, 45 Vorlagen, bester brasilianischer Torschütze der Premier-League-Geschichte – in der Arbeiterstadt nannten sie ihn schnell nur noch «Der Zauberer».

FILE - A Saturday, July 22, 2017, file photo of Liverpool's Philippe Coutinho celebrating after scoring a goal during the final match against Leicester City FC at the Premier League Asia Trophy soccer tournament in Hong Kong. Coutinho is close to sealing a move to Barcelona from Liverpool. A person familiar with the deal tells The Associated Press that Liverpool and Barcelona have reached an agreement that will see the Brazil midfielder move to the Spanish team for a fee of 160 million euros ($192 million). Coutinho was traveling to Spain on Saturday, Jan. 6, 2018 and an announcement was expected on Sunday. (AP Photo/Kin Cheung, File)

Coutinho in rot Bild: AP/AP

Bei Liverpool reifte Coutinho auch zum brasilianischen Nationalspieler, gehört seit 2014 zum Kern der «Seleção», nachdem er bereits mit 18 Jahren in der A-Nationalelf debütierte, dann aber fast vier Jahre lang nicht mehr berufen wurde. Sein Abschied aus England aber hinterliess einen faden Beigeschmack, als er den Wechsel zum FC Barcelona erzwingen wollte – die treuen Fans der «Reds» nahmen ihrem eigentlich beliebten Star das divenhafte Verhalten übel. Am Ende kam es im Januar 2018 zum Transfer – für satte 145 Millionen Euro. Damals der drittteuerste Transfer der Fussball-Geschichte.

Grosse Probleme in Barcelona

In Barcelona dann allerdings konnte sich Coutinho nicht durchsetzen, agierte oft unglücklich, schien einfach nie hundertprozentig in der Mannschaft angekommen zu sein. Seine Statistiken waren zwar ansehnlich: 21 Tore und elf Vorlagen in 76 Einsätzen – aber viel zu wenig für die hohen Ansprüche der Katalanen. Auch im Zweikampf mit Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé konnte sich Coutinho nie einen wirklichen Vorteil erarbeiten, Barça-Coach Ernesto Valverde wechselte immer wieder zwischen den beiden als Neymar-Ersatz an der Seite von Lionel Messi und Luis Suárez hin und her.

Barcelona's new signing Brazilian Philippe Coutinho poses for the media, during his official presentation at the Camp Nou stadium in Barcelona, Spain, Monday, Jan. 8, 2018. Coutinho is joining Barcelona after Liverpool agreed Saturday to sell the Brazilian in a deal that makes him one of the most expensive players in soccer history. (AP Photo/Manu Fernandez)

Bild: AP/AP

Berichte, der teure Einkauf sei unzufrieden in Barcelona, brachten zudem auch beim spanischen Traditionsklub die Fans gegen ihn auf. Im März gegen Rayo Vallecano gab es viele Pfiffe von den Rängen für den Neuzugang. Teamkollege und Barça-Denkmal Gerard Piqué sah die Situation nüchtern: «Natürlich hat er viel Geld gekostet und die Erwartungen sind hoch, aber so ist das nun mal. Du musst diese Reaktionen akzeptieren, es sind unsere Fans. Wir im Verein können ihn nur nach Kräften unterstützen.» Wenige Wochen später, im Ligaspiel gegen San Sebastian, gab es erneut Pfiffe. Trainer Valverde mühte sich nach der Partie, die Wogen zu glätten: «Das Publikum steht hinter Coutinho, und Coutinho steht hinter dem Publikum.»

Nicht nur deswegen – und trotz zweier Meistertitel und eines Pokalsiegs – galt Coutinho seit längerem als Kandidat für einen Abschied. «Ich hatte keine gute Saison,» sagte der Techniker im Vorfeld der Copa America mit Brasilien über seine Spielzeit in Barcelona. «Meine Leistungen waren viel schlechter, als ich es von mir selbst erwartet hatte.» Ironie: Schon im Mai 2017 – als es bereits Gerüchte um einen Coutinho-Wechsel gab – hatte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp seinen Spieler gewarnt: «Bleib hier, und sie werden Dir ein Denkmal bauen. Geh nach Barcelona, zu den Bayern oder zu Real Madrid, und Du wirst nur ein Spieler unter vielen sein.» In Barcelona hat es nicht geklappt. Nun hat Philippe Coutinho in München die nächste Chance, Jürgen Klopp zu widerlegen.

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sapnu puas 17.08.2019 13:36
    Highlight Highlight Ich hoffe Kloppo behält recht...
    Her mit den Blitzen
    • das Otzelot 17.08.2019 16:50
      Highlight Highlight Lustig auf Kloppo zu hören. Ist er nicht überall wo er war abgehauen?
  • Jong & Hässig 17.08.2019 12:37
    Highlight Highlight Coutinhos Hauptposition ist nicht Linksaussen. In Liverpool brillierte er als 10er und als er in Barca auf den Flügel musste waren seine Leistungen überschaubar. Bei Brasilien gibt er auch den 10er und spielt dort gross auf.
  • Ragy B. Rector 17.08.2019 11:36
    Highlight Highlight Mam muss fairerweise sagen, dass momentan so einiges schief läuft beim FC Barcelona.

    Erfolgsverwöhnte Fans
    unsympathische Spieler (Griezmann, Dembele etc.)
    schrechlicker Präsident
    die Tiki Taka Generation geht in die 30er Jahren.
    der Trainer istvauch nicht das gelbe vom Ei.
    und wie bereits mehrfach erwähnt, sind die Spieler ein teures zusammen gekautes Konglomerat an Diven (die ihr Wechsel per Streik herbeigeführt haben (oder woe Malcolm den anderen Vereinen vor den Nasen weggeschnappt wurden))
    sobwas kann nicht funktionieren.
    • Chesus80 17.08.2019 13:18
      Highlight Highlight Und Coutinho hat ja bei seinem erzwungenen Wechsel von Liverpool zu Barcelona sein Diven-Gehabe super präsentiert. Er passte eigentlich super
    • Pascal Mona 17.08.2019 13:57
      Highlight Highlight Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber wieso soll Griezmann unsympathisch sein? Für mich einer der wenigen Topspieler welcher mir sympathisch ist (und das obwohl er zu Barca ging...)
    • Cachesito 17.08.2019 14:09
      Highlight Highlight Wieso sollen die Franzosen unsympathisch sein? Wenn jemand unsympathisch ist dann die verzogenen Diven Messi und Dracula-Suarez
    Weitere Antworten anzeigen
  • miarkei 17.08.2019 11:26
    Highlight Highlight Klopp hatte recht und wird recht behalten. Doch leider können die wenigsten Fussballer Nein sagen, wenn Real, Barca oder Bayern anklopfen. Zu stark ist der Ruf und die Anziehung der drei Klubs.
    • Adam Smith 17.08.2019 11:49
      Highlight Highlight Real und Barca ja, aber Bayern? Davor kommen noch einige bessere Vereine. Bayern hatte mal Anziehungskraft, aber kein weltklasse Spieler würde freiwillig dahin gehen. Ein Ronaldo oder sogar ein Sané würde niemals in die Bundesliga wechseln wollen...
    • Simon LeBon 17.08.2019 12:08
      Highlight Highlight Ja das stimmt natürlich lieber Mirakei. Das haben die Bayern in diesem Transfersommer ja eindrücklich bewiesen, wie unwiderstehlich ihre Strahlkraft derzeit ist.
    • Th. Dörnbach 17.08.2019 12:38
      Highlight Highlight Die BL ist längst Sprungbrett für Spieler, aber kein Zirl mehr.
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