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Der Trikotsponsor springt ab – Chelseas Finanzmisere spitzt sich zu

Bald verschwindet die «Drei» vom Chelsea-Trikot.
Bald verschwindet die «Drei» vom Chelsea-Trikot.Bild: keystone

Der Trikotsponsor springt ab – Chelseas Finanzmisere spitzt sich zu

Nachdem Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch aufgrund seiner Kreml-Nähe sanktioniert wurde, verliert der Premier-League-Klub nun das nächste finanzielle Polster: Der Trikotsponsor beendet die lukrative Zusammenarbeit.
10.03.2022, 19:4410.03.2022, 20:31
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Das britische Mobilfunkunternehmen «Three» hat die Partnerschaft mit dem amtierenden Champions-League-Sieger Chelsea ausgesetzt. Das bestätigte ein «Three»-Sprecher dem Onlineportal «The Athletic». Begründet wurde die Entscheidung mit der Verbindung zwischen Chelseas Eigentümer Roman Abramowitsch und dem russischen Machthaber Wladimir Putin. Abramowitsch steht auf einer britischen Sanktionsliste für Putin-nahe Oligarchen.

«Angesichts der von der Regierung bekannt gegebenen Sanktionen haben wir den FC Chelsea dazu aufgefordert, unsere Partnerschaft temporär auszusetzen und in diesem Zuge auch unser Logo von den Trikots und im Umfeld des Stadions zu entfernen», zitiert «The Athletic» aus dem Schreiben von «Three».

Das Unternehmen, das seit 2020 auf den Leibchen des Londoner Topklubs wirbt, sei davon «überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist». Weiter heisst es vom Mobilfunk-Riesen: «Wir können dem ukrainischen Volk am besten helfen, (...) indem wir ihm versichern, mit denen verbunden zu bleiben, die ihnen wichtig sind.» Deshalb biete «Three» allen im Vereinigten Königreich ankommenden Flüchtlingen aus der Ukraine kostenlose Mobilfunkpakete an.

Damit spitzt sich die finanzielle Misere des sechsfachen englischen Meisters weiter zu. Durch die verhängten Sanktionen gegen Klubbesitzer Abramowitsch ist auch der geplante Verkauf vorerst unmöglich, da es dem Milliardär verboten ist, mit und durch den FC Chelsea Profit zu machen. Durch das Wegbrechen des Deals mit «Three» wird es für die «Blues» jedoch immer schwieriger, die laufenden Kosten, wie etwa Stadionbetrieb und Personalkosten, zu decken. «The Athletic» zufolge war angedacht, dass «Three» dem FC Chelsea bis 2023 jährlich 40 Millionen Pfund (fast 49 Millionen Franken) für das Sponsoring zahlt.

Beim Auswärtsspiel gegen Norwich City vom Donnerstagabend liefen die «Blues» allerdings noch mit «Three»-Logo auf der Brust auf. Da sich die Mannschaft bereits im Stadion befand, betrat das Team von Trainer Thomas Tuchel den Platz ein letztes Mal in den alten Trikots mit Sponsoren-Logo.

Dank der Millionen von Abramowitsch erlebten die «Blues» die erfolgreichste Zeit ihrer Vereinsgeschichte und gewannen in 19 Jahren unter der Kontrolle des Russen national und international alle möglichen Titel, zuletzt die Champions League und die Klub-WM. In der Champions League steht am kommenden Mittwoch das Achtelfinal-Rückspiel in Lille an. Für die Reise nach Nordfrankreich muss den jetzigen Regularien zufolge das Budget von 20'000 Pfund genügen. (pre/dsl)

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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SirMike
10.03.2022 22:53registriert Juni 2017
Seit dem Einstieg von Abramowitsch singen die gegnerischen Fans gerne mal den prophetischen Schmäh-Gesang: „When the Russian goes to prison you‘ll be fucked!“
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Nonti
10.03.2022 21:36registriert September 2018
Das zeigt ums einmal mehr, daß uns im Geldgeilen Westen alles ziemlich egal ist/war. Dass Putin ein Verbrecher ist und Abramovich sein Kumpel, war längst bekannt. Egal, solange die Kohle stimmte. Da wird es noch ein böses Erwachen geben, wenn China sein wahres Gesicht zeigt und wir dann draufkommen, das halb Europa bereits den Chinesen gehört. Wie sollten mal endlich Moral vor Dividenden stellen.
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Salvatore_M
10.03.2022 21:01registriert Januar 2022
Eigentlich müsste Chelsea nur den Eigentümer Abramowitsch loswerden, dann wäre alles wieder im Lot. Und Abramowitsch selbst will ja seinen Club auch verkaufen. Vermutlich wird sich dennoch ein Deal finden können, trotz aktueller Verkaufssperre. Ein neuer Investor könnte Chelsea zudem zu einem Schnäppchenpreis kaufen, weil Abramowitsch unter Zugzwang steht.
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