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Italien muss gegen Nordirland abliefern, damit es direkt an die WM 2022 in Katar fliegt.
Italien muss gegen Nordirland abliefern, damit es direkt an die WM 2022 in Katar fliegt.bild: imago-images.de

Nordirland – ein schwieriges Pflaster für alle, aber vor allem für Italien

15.11.2021, 15:2515.11.2021, 15:54

Nicht nur die Schweiz braucht heute (ab 20.45 Uhr) in der WM-Qualifikation dringend einen Sieg, auch Italien ist im letzten Gruppenspiel ziemlich unter Druck. Während es die Nati im Fernduell mit dem Europameister zuhause mit dem bislang eher harmlosen Bulgarien zu tun bekommt, muss die «Squadra Azzurra» den schwierigen Gang nach Nordirland antreten.

Bei der «Green & White Army» zu gewinnen, ist alles andere als ein Zuckerschlecken. In der laufenden Kampagne haben die Nordiren im heimischen Windsor Park, der zwar nur 18'434 Plätze fasst, aber regelmässig zum Hexenkessel wird, noch kein einziges Gegentor kassiert. Das flösst auch den Italienern Respekt ein: «Belfast. Der Ort, an dem niemand ein Tor schiesst», titelte am Samstag La Repubblica.

Leonardo Bonucci (Captain):

«Wir müssen gegen Nordirland unser Spiel durchziehen und gewinnen. Das wird nicht einfach, weil die Atmosphäre immer ziemlich hitzig ist und die Nordiren eine gute Mannschaft haben. Wir haben grossen Respekt vor unserem Gegner, wissen aber gleichzeitig, dass wir die Qualitäten haben, um gefährlich zu sein und Tore zu erzielen. Es wird wichtig sein, vor dem Tor zielstrebig und gnadenlos zu sein. Ich bin mir sicher, dass wir eine tolle Leistung abliefern werden. Auf das Schweizer Resultat wollen wir nicht schauen, das wäre eine sinnlose Energieverschwendung.»

Roberto Mancini (Trainer):

«Der Druck ist immer da, gegen Nordirland wird es vielleicht ein bisschen mehr sein. Aber wir müssen versuchen, uns auf das zu konzentrieren, was zu tun ist. Es geht nicht darum, möglichst viele Tore zu schiessen, sondern Fussball zu spielen. Die Nordiren haben zuhause noch kein Gegentor kassiert, das bedeutet etwas. Es wird ein hartes Spiel werden. Wir müssen mehr als ein Tor erzielen, dann haben wir bessere Chancen auf die direkte Qualifikation.»

Wie schwer es ist, in Nordirland ein Tor zu erzielen, musste auch die Schweiz schmerzlich erfahren, als sie im September in Belfast nicht über ein 0:0 hinauskam. Aus dem Spiel heraus konnte sich das Team von Murat Yakin gegen die hart und konsequent verteidigenden Nordiren kaum Chancen herausspielen. Nur drei Schüsse gaben die Schweizer aufs Tor ab, gefährlich wurde es höchstens bei Standards. Haris Seferovic leistete sich allerdings den Luxus, in der 33. Minute einen schmeichelhaft gepfiffenen Penalty zu verschiessen.

Nun müssen es die Italiener in Belfast richten. Ausgerechnet an dem Ort, an den sie selbst alles andere als gute Erinnerungen haben. Wir schreiben das Jahr 1958: Italien würde für die Qualifikation für die WM im Sommer in Schweden ein Unentschieden gegen den Fussballzwerg aus Nordirland reichen. Reine Formsache, denken die «Azzurri», und werden beim 1:2 im stürmischen Windsor Park kalt geduscht. Die WM ist futsch – zum zweiten Mal nach 1930, als man nicht nach Uruguay fahren wollte, ist die stolze Fussball-Nation nicht an einer WM-Endrunde dabei.

Auch die beiden weiteren Begegnungen bei den Nordiren konnte Italien nicht gewinnen. Beim letzten Duell in der Qualifikation für die EM 2012 gab es genauso ein Unentschieden wie 1957 in einem Freundschaftsspiel.

Rosig sind die Aussichten auch für das Duell von heute Abend nicht. Die Niederlage im Nations-League-Halbfinal gegen Spanien und das 1:1 gegen die Schweiz vom letzten Freitag haben Spuren hinterlassen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Italien im Sommer zum Titel gerauscht war, ist längst verflogen.

Der verschossene Penalty von Jorginho gegen die Schweiz passte zur derzeitigen Verfassung der «Squadra Azzurra» wie die Faust aufs Auge.
Der verschossene Penalty von Jorginho gegen die Schweiz passte zur derzeitigen Verfassung der «Squadra Azzurra» wie die Faust aufs Auge.Bild: keystone

Plötzlich wird Trainer Roberto Mancini in der Öffentlichkeit kritisch hinterfragt und die Spieler müssen unangenehme Fragen zu einem allfälligen Scheitern beantworten. Kommt hinzu, dass Italien wie die Schweiz von der Verletzungshexe geplagt wird. Mit Captain Giorgio Chiellini, Marco Verratti und Ciro Immobile fehlen gleich drei wichtige Teamstützen. Auch Alessandro Bastoni, Davide Calabria, Cristiano Biraghi, Lorenzo Pellegrini und Nicolo Zaniolo fallen aus.

Die grosse Frage ist, wer die Tore schiessen soll. Gegen die Schweiz traf Aussenverteidiger Giovanni Di Lorenzo nach einem Standard, die eigentlichen Offensivkräfte Andrea Belotti, Lorenzo Insigne und Federico Chiesa kamen dagegen kaum zur Entfaltung. Das muss sich heute ändern, wenn die Italiener nicht ihr zweites Belfast-Trauma erleben wollen. (pre)

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