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Tim Wiese

Wiese nimmt den Sport-1-Reporter in den Schwitzkasten. Bild: Twitter/HrsticIvo

Vom Tor in den Ring

Tim Wieses Vorhaben Wrestler zu werden wird konkreter: «Es werden die nächsten Tage Gespräche geführt»

Wird Deutschlands Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese tatsächlich der nächste Hulk Hogan? Der 32-Jährige bekräftigt das Vorhaben in einem Interview erneut und sagt, dass er sich bald mit den Verantwortlichen trifft.



Zwischen 117 und 120 Kilo bringt Tim Wiese mittlerweile auf die Waage. Das viele Krafttraining hat den Goalie zum Muskelprotz gemacht. Fünf Mal wöchentlich ist Wiese im Gym. Im Gespräch mit «Sport 1» gibt er zu: «Das macht süchtig, das ist wie eine Droge.» Er habe sich «da rein gesteigert. Und es ist doch schön, deshalb mache ich weiter. Mal gucken, wo es hinführt.»

Möglicherweise in die Vereinigten Staaten. Im September wird bekannt, dass ihn die mächtigste Wrestling-Organisation der Welt, die WWE, anheuern will. Er werde die Anfrage mit seinem Berater besprechen und sich das Angebot durch den Kopf gehen lassen, sagte Wiese damals. Nun ist er offensichtlich einen Schritt weiter.

Tim Wiese

«Hallo WWE? Lasst uns mal reden!» Bild: Twitter/Bild

«In den USA ist Wrestling die Sportart Nummer drei oder vier»

«Es werden die nächsten Tage Gespräche geführt», führt Wiese aus, «man muss sich anhören, was sie vorhaben.» In Deutschland werde Wrestling ein bisschen belächelt, so der Ex-Goalie weiter. Ganz anders sei dies in den USA. «Dort gibt es einen richtigen Hype. Dort ist es Sportart Nummer drei oder vier. Es ist spannend und man verdient viel Geld. Und es ist Show. Schauen wir mal, was wird.»

Profi-Wrestler Dolph Ziggler liess unlängst verlauten, dass er durchaus für ein Match mit Wiese zu haben wäre: «Ich bin ein Fan davon, wenn Leute aus anderen Sportarten versuchen, in der WWE Fuss zu fassen», sagte der Amerikaner.

Im Interview bedauert Tim Wiese dennoch, dass seine Karriere als Fussballer vorbei ist. Und der einstige Keeper von Kaiserslautern und Werder Bremen gesteht sich ein, dass er noch erfolgreicher hätte sein können. «Man denkt sich: Es war mehr drin. Meisterschaft haben wir nicht gepackt, Europapokalfinale verloren, nur einmal DFB-Pokalsieger geworden. Es ist halt so und ich bin eigentlich zufrieden damit. Nur mit dem Ende nicht. Aber wenn man 300 Bundesligaspiele gemacht hat, ist es ganz okay.»

Bremen's goal keeper Tim Wiese reacts after he let the ball fall and Juventus scored for the 2-1 winning goal during the UEFA Champions League last sixteen round second leg match between Juventus and Werder Bremen in the stadium Delle Alpi in Turin, northern Italy, Tuesday, March 7, 2006. (KEYSTONE/AP Photo/Joerg Sarbach)

Als er noch Bundesliga-Torhüter war: Tim Wiese bei Werder Bremen. Bild: AP

«Es war mir sowas von scheissegal»

Das Ende seiner Karriere erfolgte in Hoffenheim, wo Wiese trotz eines noch bis 2016 laufenden Vertrags ausgemustert wurde. Dass die Mehrheit der Fans kein Mitleid mit ihm hatte, liegt daran, dass Wiese unpopulär war. «Ich wusste gar nicht, warum das so war», wundert sich der Träger von rosaroten Trikots noch heute darüber. Aber Probleme habe ihm die Unbeliebtheit nicht gemacht: «Daran habe ich mich immer hochgepeitscht. Es war mir sowas von scheissegal.»

Genau diese Erfahrung könnte Wiese auch im Wrestling-Ring zugute kommen. Im Showsport wird den Athleten eine Rolle zugewiesen, die sie mit Leib und Seele spielen sollen: entweder man ist ein «Face» oder man ist ein «Heel». Während die Faces beim Publikum beliebt sind und gefeiert werden, sind die Heels die Bösewichte, die ausgebuht und beschimpft werden. Keine Frage, welche Rolle Tim Wiese ausfüllen würde. (ram)

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