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Der langjaehrige Fussballmanager Erich Vogel verlaesst das Zuercher Bezirksgericht, am Donnerstag, 20. November 2014, in Zuerich. Vogel und Peter Bozzetti, ein befreundeter Spielervermittler, sollen versucht haben, YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Dem Spielervermittler wird vorgeworfen, er habe versucht, den YB-Sportchef um 131'000 Franken zu erpressen. Erich Vogel soll dabei als Gehilfe mitgewirkt haben. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Hat Erich Vogel den GC-Deal mit den Chinesen eingefädelt? Vieles deutet darauf hin. Bild: KEYSTONE

Vogel über GCs China-Deal – weiss die graue Eminenz mehr, als sie zugeben will?



«Wie der alte Strippenzieher den China-Deal einfädelte», titelte der «Tages-Anzeiger» gestern in seiner Analyse über den GC-Verkauf an die Hongkonger Firma Champion Union HK Holdings Limited. Klar, wer gemeint war: Erich Vogel, die mittlerweile 81-jährige, ewige GC-Eminenz, die bei den «Hoppers» schon Spieler, Trainer, Sportchef und Vizepräsident war.

Mit dem Verkauf des Klubs an die Chinesin Jenny Wang Jinyuan sei Vogel am Ziel, schreibt der «Tagi». Seit Ende 2018 habe er alles unternommen, um neue Besitzer zu finden. In der Geschäftsleitung herrsche wieder ein «Vogel-Kabinett»: Der neue Geschäftsführer Shqiprim Berisha, Generalsekretär Samuel Haas und Medienchef Adrian Fetscherin – sie alle würden aus dem Dunstkreis Vogels stammen.

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Das neue GC-Management: Generalsekretär Haas (l.), Geschäftsführer Berisha (m.) und Medienchef Fetscherin. bild: gcz.ch

Der ewige Strippenzieher wehrt sich gegen diese Darstellung, kann seine Freude über den Deal in einem grossen Interview mit dem «Blick» aber nicht verstecken. Und auch sonst ist zwischen den Zeilen seiner Aussagen zu lesen, dass er mehr über die neuen chinesischen Investoren und den Deal weiss, als er vielleicht zugeben möchte.

Die neuen Besitzer, über die er erstaunlich viel berichten kann, und das neue Management lobt Vogel jedenfalls über den Klee, während er sich gegenüber der alten Führung ein Nachtreten nicht verkneifen kann.

Vogel ...

... über den China-Deal

«Als ich erstmals davon erfahren habe, hat mich mein Herz zu einem Freudensprung verleitet. Ich hätte mir tatsächlich nie vorstellen können, dass der eher konservativ ausgerichtete Grasshopper Club einen solchen Schritt gehen würde. Da kann man die verantwortlichen Aktienbesitzer und den GC-Zentralvorstand für ihren Mut nur vorbehaltlos beglückwünschen.»

... über die neue Besitzerin Jenny Wang:

«Ich bin ihr noch nie begegnet. Aber ihre erste Amtshandlung, mit ihrem Landsmann Sky Sun ein Vorstandsmitglied des Premier-League-Klubs Wolverhampton Wanderers als GC-Präsidenten einzusetzen, zeigt doch ihre Weitsicht.»

... über Präsident Sky Sun:

«Er hat mehrere Jahre eine Kaderposition beim US-Sportartikel-Giganten Nike eingenommen und war dabei dem amerikanischen Erfolgsdenken ausgesetzt. Mehr als drei Jahre war er als Direktions-Mitglied der Wolverhampton Wanderers mit der sehr speziellen, aber äusserst erfolgreichen englischen Fussballmentalität konfrontiert. Dieser amerikanisch-englische Erfahrungsschatz ist doch eine hervorragende Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirken von Sky Sun bei GC.»

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Den neuen GC-Präsidenten Sky Sun scheint Vogel bestens zu kennen. bild: twitter/wolves

... über die Verpflichtung von Sportchef Schuiteman:

«Der neue Präsident Sun hat offensichtlich bei seiner GC-Analyse einen schwerwiegenden Schwachpunkt entdeckt – ein völlig ungenügendes Scouting-System im Profibereich. Schuiteman war Chefscout bei Rapid Wien, dazu war er bei Manchester United und Wolverhampton tätig. Er ist ein profunder Kenner des europäischen Fussballs. Sun kennt ihn daher persönlich und konnte sich von seinen Fähigkeiten und seinem enormen Wissen überzeugen.»

... über Schuitemans Fachkompetenz:

«Sowohl bei ManUnited als auch bei den Wolves war er neben vielen anderen Ländern auch für die Schweiz zuständig. Schuiteman ist ein absoluter Top-Mann, der auch das zweithöchste Trainerdiplom der UEFA besitzt. Ich persönlich kenne keinen Schweizer, der besser über den europäischen Fussball Bescheid weiss.»

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Der neue Sportchef Berard Schuiteman: Auch über den Holländer ist Vogel bestens im Bilde. bild: gcz.ch

... über den Rausschmiss von Sportchef Bickel:

Ich habe seinen Rauswurf zum jetzigen Zeitpunkt nicht erwartet. [...] Bickels Kaltstellung durch die neuen Machthaber lässt sich rational gesehen nur schwerlich rechtfertigen. Doch in menschlichen Beziehungen sind die emotional gesteuerten Energien dem rationalen Denken und Verhalten meistens überlegen. Das ist keine neue Erkenntnis.»

... über Fetscherins Rückkehr:

«Chinesische Investoren analysieren die Vergangenheit ihrer Übernahme-Kandidaten akribisch. Ihnen dürfte aufgefallen sein, dass beim letzten grossen Erfolg von GC mit dem 2. Rang und dem Cupfinalsieg gegen Basel in der Saison 2012/13 Fetscherin in verantwortlicher Stellung bei GC tätig war. In dieser Saison konnte GC mit 8'700 Zuschauern den höchsten Zuschauerschnitt der jüngsten Vergangenheit verbuchen! Da darf Fetscherin einen grossen Anteil für sich in Anspruch nehmen. Solche Spitzenleistungen entgehen den Chinesen nicht – und die echten GC-Fans werden das Engagement mit grosser Freude zur Kenntnis nehmen.»

GC-Spieler Johan Vonlanthen, rechts, warteT neben Mediensprecher Adrian Fetscherin, Mitte, am ersten Training der Saison am Montag, 17. Juni 2013 auf dem GC Trainings-Campus in Niederhasli. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Adrian Fetscherin 2013 mit Johan Vonlanthen auf dem GC-Campus in Niederhasli. Bild: KEYSTONE

... über Berisha und Haas:

«Zwei Unternehmer haben sich, ohne ein Mandat von GC, auf eigenes Risiko und eigene Kosten auf die Suche nach Investoren gemacht. Samuel Haas, ehemaliger GC-Spieler, ist seit vielen Jahren spezialisiert für internationale Klub-Übernahmen. Shqiprim Berisha, Ex-Fussballer des FC Luzern, hat einen sehr guten Draht zum grössten und erfolgreichsten Spieleragenten der Welt, Jorge Mendes. Dieser besitzt bekanntlich sehr gute Kontakte zu asiatischen Grossinvestoren.»

... über ein mögliches Scheitern des chinesischen Engagements:

«GC wird nicht scheitern, da bin ich mir sicher. Chinesische Investoren haben im Fussball wie in der Privatwirtschaft bewiesen, dass sie verlässliche Partner sind und alles unternehmen, um ihre auserwählten Projekte zum Erfolg zu führen. Sie haben sich bereits ein genaues Bild von den Zuständen bei GC gemacht. Zum Glück sind die grossen Versager, die den historischen Abstieg in die Challenge League zu verantworten haben, bereits vom Hofe gejagt worden.»

(pre)

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Die unendliche GC-Saga

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