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WM 2022: Frankreich hofft auf das königliche Mittelfeld-Duo der Zukunft

ESP: RCD Espanyol v Real Madrid CF - La Liga Santander Eduardo Camavinga and Aurelien Tchouameni of Real Madrid CF react during the La Liga Santander match between RCD Espanyol and Real Madrid CF at R ...
Sie sind die Hoffnung im französischen Mittelfeld: Eduardo Camavinga und Aurélien Tchouaméni (r.).Bild: www.imago-images.de

Pogba und Kanté fehlen: Zeit für Frankreichs königliches Mittelfeld-Duo der Zukunft

In Abwesenheit vom Mittelfeld-Duo, das entscheidenden Anteil am WM-Titel 2018 hatte, hofft Frankreich nun auf zwei Jungstars von Real Madrid: Eduardo Camavinga und Aurélien Tchouaméni. Unsere Serie über die Schlüsselspieler der WM-Favoriten.
14.11.2022, 13:2914.11.2022, 14:55

20 Jahre nach dem ersten WM-Titel liess die «Équipe Tricolore» vor vier Jahren Frankreich wieder jubeln. Kylian Mbappé und Antoine Griezmann schossen das Nationalteam 2018 mit je vier Toren in Russland zum zweiten Mal zum Weltmeister. Doch im Schatten der beiden Goalgetter war es vor allem ein Mittelfeld-Duo, das für den Erfolg der Franzosen verantwortlich war: Paul Pogba und N'Golo Kanté. Gemeinsam bildeten sie die Schaltzentrale der «Bleus».

Die ganze Welt verliebte sich in Kanté, diesen unermüdlichen Mittelfeldmotor, der nach dem Sieg im Final zu schüchtern war, um seine Mitspieler zu fragen, ob er die Trophäe auch einmal halten dürfe, wie Olivier Giroud später erzählte. Kein Spieler eroberte mehr Bälle als der damals 27-Jährige. Und neben ihm der extrovertierte Pogba, der sich auch offensiv immer wieder einschaltete, den Ball verteilte und im Final gegen Kroatien das wichtige Tor zum 3:1 erzielte. Doch an der WM in Katar werden weder Kanté noch Pogba dabei sein. Die Aufgabe, die beiden Verletzten zu vertreten, kommt nun einem königlichen Duo zu.

September 9, 2018 - Paris, France - Paul Pogba, N Golo Kante of France celebrate with the World Cup Trophy after the UEFA Nations League A group official match between France and Netherlands at Stade  ...
Sie müssen ersetzt werden: Paul Pogba und N'Golo Kanté (r.).Bild: imago sportfotodienst

Dieses besteht aus Aurélien Tchouaméni und Eduardo Camavinga. Seit diesem Sommer und dem Wechsel von Tchouaméni, der zuvor beim AS Monaco unter Vertrag stand, spielen beide bei Real Madrid. Sie sollen in der spanischen Hauptstadt bereit sein, wenn Toni Kroos und Luka Modric einmal nicht mehr da sind. Und auch in Frankreich bilden die beiden das Mittelfeld-Duo der Zukunft. Doch nun wurde dieser Generationenwechsel beschleunigt.

Tchouaméni ist gesetzt, Camavinga muss sich beweisen

Im letzten Nations-League-Spiel gegen Dänemark standen die beiden erstmals gemeinsam in der Startformation von Nationaltrainer Didier Deschamps. Für den inzwischen 20-jährigen Camavinga war es der erste Einsatz im Nationaltrikot seit Oktober 2020. Er konkurriert mit Monacos Youssouf Fofana und Marseilles Mattéo Guendouzi um den zweiten Platz im zentralen Mittelfeld.

«Tchouaméni hat eine unglaubliche Fähigkeit, Bälle zurückzuholen.»
Gustavo Poyet, früherer Trainer des Franzosen

Tchouaméni ist dort bereits etabliert. Der 22-Jährige ersetzte Kanté bereits in einigen Spielen in dieser Saison. Seine Mitspieler bei Real Madrid würden ihn laut El País als «ernst und schüchtern» beschreiben. Doch nicht nur sein Charakter, sondern auch seine Spielweise ähnelt jener des Chelsea-Stars. «Er hat eine unglaubliche Fähigkeit, Bälle zurückzuholen», schreibt sein früherer Trainer Gustavo Poyet in seinem Blog. Deshalb wurde Tchouaméni auch schon als «Oktopus» betitelt. Doch sein liebster Spitzname sei «TchouaNgolo» in Anlehnung an eines seiner Vorbilder.

Aber auch neben dem Feld beeindruckt Tchouaméni. So sagt Nationaltrainer Deschamps: «Neben allem, zu dem er auf dem Feld in der Lage ist, hat er auch den Kopf dazu.» Trotz seines jungen Alters beschäftigt er sich mit Aspekten neben dem Sport. Als er im Januar 2020 von Girondins Bordeaux zu Monaco wechselte, nahm er den Klub-Psychologen Cédric Quignon-Fleuret mit. Mit ihm arbeite der Fussballer an seiner mentalen Verfassung, um sich so konstant zu verbessern.

Aus Flüchtlingslager ins Nationalteam

Von Quignon-Fleuret kommt auch die Idee, immer ein Notizbuch dabeizuhaben. Dort schreibt Tchouaméni «Zitate von Spitzensportlern oder grossen Persönlichkeiten der Welt» auf, die ihm bei der Karriere weiterhelfen könnten, wie Goal schreibt. Er interessiere sich für Persönlichkeiten wie Martin Luther King oder Barack Obama. Tchouaméni ist kein gewöhnlicher Fussballer und darauf baut auch Frankreich.

«Er ist ein kleiner Tänzer und erinnert mich an mich selbst.»
Paul Pogba über Camavinga

Camavinga bildet den Gegenpol zum ruhigen und eher bedachten Tchouaméni. Wie Pogba es zu Kanté ist. So sagt auch der 29-jährige Juventus-Profi Pogba über Camavinga: «Er ist sehr entspannt und ein kleiner Tänzer. Er erinnert mich an mich selbst.» Camavinga freut sich bestimmt über diesen Vergleich. Er sieht Pogba als Vorbild, das ihn inspiriere.

Der Franzose wurde in einem angolanischen Flüchtlingslager geboren. Seine Eltern waren aus dem kongolesischen Kriegsgebiet ins angrenzende Gebiet geflüchtet. Bald zog die Familie weiter nach Frankreich, wo er wenig später mit dem Fussball begann. «Ich wusste nichts davon. Meine Mutter hat mich mitgenommen und angemeldet», sagte er der Marca und erzählt weiter: «Ich erinnere mich, dass ich den Ball genommen und etwas gedribbelt habe.»

Doch auch in Frankreich blieb die Familie Camavinga von Katastrophen nicht verschont. Als Eduardo Camavinga elf Jahre alt war, brannte ihr Haus nieder. «Sie haben alles verloren», sagte sein damaliger Trainer. Für das dritte von sechs Kindern war der Fussball ein Weg, dem Leid zu entkommen. «Am nächsten Tag musste ich ins Training, und das half mir, mich zu entspannen», erzählt Camavinga. Sein Vater sagte ihm damals, dass er es sein werde, der das Haus der Familie wieder errichten werde: «Du bist die Hoffnung der Familie.» Camavinga habe den Satz zunächst nicht besonders ernst genommen, wie er in einem Interview mit Ouest France sagte.

Doch spätestens mit dem Transfer im Sommer 2021 von Rennes, wo er seine Ausbildung absolviert hatte, zu Real Madrid war klar: Der Vater sollte recht behalten. In seiner ersten Saison bei den «Blancos» kam er vorwiegend zu Teileinsätzen. Am Ende stand er trotzdem in 40 Spielen auf dem Platz und kam auf knapp 1700 Minuten. Dabei konnte er viel von Luka Modric und Toni Kroos lernen, wie er sagt. Mit seiner Dribbel- und Passstärke soll er wie Pogba auch offensiv Akzente setzen. Darauf baut die «Grande Nation».

Der Spielplan von Frankreich
22. November, 20 Uhr: Frankreich – Australien
26. November, 17 Uhr: Frankreich – Dänemark
30. November, 16 Uhr: Tunesien – Frankreich​
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