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Löw und Petkovic – zwei Trainer unter Druck.
Löw und Petkovic – zwei Trainer unter Druck.Bild: keystone

«Für jeden Gegner eine hohe Hürde» – Löw adelt Nati vor dem Krisenduell

72 Stunden nach dem 0:1 gegen Spanien steht für die Schweiz in Köln der nächste Härtetest gegen einen ehemaligen Weltmeister an. Gegen Deutschland ist ein positives Ergebnis gefordert.
13.10.2020, 08:52

Wie ist die Leistung der Schweizer gegen Spanien zu werten? Die Frage wurde auch am Tag vor dem Duell gegen Deutschland noch einmal aufgeworfen. Während Trainer und Spieler den Auftritt in Madrid positiv bewerteten, kommentierten die Schweizer Medien diesen wesentlich kritischer.

Mit etwas Distanz sah Petkovic die Leistung seines Teams zwar nicht mehr ganz so gut wie noch am Samstag nach dem Spiel. «Aber wir müssen auch realistisch sein und schauen, gegen wen wir gespielt haben.» Sich dem Gegner zu sehr anpassen, will der Nationaltrainer aber nicht: «Wir haben einen gewissen Stil und volles Vertrauen, in das, was wir machen.»

Petkovic ist das Lachen trotz fehlender Resultate nicht vergangen.
Petkovic ist das Lachen trotz fehlender Resultate nicht vergangen.Bild: keystone

Nicht zum ersten Mal in der Ära von Petkovic und der Generation um Captain Granit Xhaka gab es eine Diskrepanz zwischen der externen und internen Betrachtung eines Länderspiels der Schweizer Nationalmannschaft. Überwiegt die Tatsache, dass man sich von einem starken Gegner nicht dominieren liess, oder die Niederlage nach nur einer Torchance?

Heute reicht im leeren Stadion in Köln eine ehrenvolle Niederlage gegen den Weltmeister von 2014 nicht, wollen die Schweizer ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden. 2020 sind sie nach vier Spielen noch ohne Sieg, dies war einer SFV-Auswahl letztmals 2011 passiert. Auch diese Statistik zeigt, warum die Anspruchshaltung in den letzten Jahren gestiegen ist.

Petkovic schwört seine Truppe auf Deutschland ein.
Petkovic schwört seine Truppe auf Deutschland ein.Bild: keystone

Der Zeitpunkt des Duells gegen den grossen Nachbarn könnte kaum besser sein. Auch in Köln sind aufgrund steigender Corona-Infektionen keine Zuschauer zugelassen, zudem präsentiert sich die Mannschaft von Joachim Löw wenig gefestigt. Die DFB-Auswahl und der Bundestrainer standen zuletzt stark in der Kritik, das 2:1 am Samstag in der Ukraine hat die Wogen zumindest etwas geglättet.

Mut können die Schweizer – obwohl sie Tabellenletzter sind – auch aus dem Auftritt beim 1:1 im Hinspiel schöpfen, als sie dem Sieg näher standen. Neun gute Torchancen hatte Petkovic gezählt, Verteidiger Silvan Widmer war der Einzige, der traf. Die Ausgangslage ist nun allerdings eine andere als in Basel. Löw kann wieder auf seinen im September geschonten Bayern-Block um Captain Manuel Neuer zählen. In die SFV-Auswahl kehrten zwar auch einige Abwesende zurück, Breel Embolo, der beste im Hinspiel, fehlt aber verletzt.

Shaqiri von Beginn an?

Gerade in der Offensive harzt es oft, das hat auch die Partie in Spanien gezeigt. Die Rückkehr von Xherdan Shaqiri nach 16-monatiger Absenz ist deshalb ein positives Zeichen, auch wenn dem 83-fachen Internationalen die Spielpraxis fehlt und er nach seiner Einwechslung gegen Spanien nicht viel bewirken konnte.

Dass dieser am Tag vor dem Spiel gegen Deutschland an der Pressekonferenz erschien, war für Petkovic kein Zeichen, dass der 29-Jährige von Beginn an spielen wird: «Er ist Vize-Captain, deshalb ist es normal, dass er da sitzt.» Er gehe davon aus, dass Shaqiri spielen werde, sagte Petkovic. «Wie lange und wann, das müssen wir noch entscheiden.»

Lob vom Gegner

Ob mit oder ohne Shaqiri, die Schweiz wird auch in Deutschland als Aussenseiter antreten. Dank ihren Auftritten in den letzten Jahren hat sie sich bei den Gegnern aber Respekt verschafft. Die Schweiz sei eine sehr ausgewogene und homogene Mannschaft, die extrem gut und hoch verteidige und frech und mutig attackiere, sagte Löw. «Sie hat sich stetig entwickelt und ist für jeden Gegner eine hohe Hürde.» Dass sie gegen Spanien praktisch keine Torchancen zugelassen habe, sage viel über die Stärke der Schweiz aus.

Der Bundestrainer kennt die Ausbildung im SFV, hat er doch einst seine Trainerkarriere in Winterthur und Frauenfeld gestartet. «Die Spieler sind nahezu perfekt geschult. Im räumlichen Verhalten, aber auch in den Eins-gegen-Eins-Situationen und in den Zweikämpfen sind sie sehr stark.» Die Worte Löws werden sie beim Verband mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben – nach der Kritik gegen Spanien umso mehr. (pre/sda)

Die Highlights des ersten Duells.Video: YouTube/SRF Sport
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Die Rekordspieler der Schweizer Nati

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Die Rekordspieler der Schweizer Nati
quelle: epa/keystone / walter bieri
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