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FILE - In this Tuesday, Sept. 19, 2017 file photo, the Camp Nou stadium is illuminated in Barcelona, Spain. (AP Photo/Emilio Morenatti, File)

Das legendäre Stadion aus der Vogelperspektive. Bild: AP

Camp Nou soll einen Sponsoren-Namen erhalten – der Grund ist edel



Der FC Barcelona versteht sich bekanntlich als ein ganz besonderer Fussballklub. Nein, eigentlich ja sogar als «mehr als nur ein Klub» («Més que un club» lautet sein Motto).

Dazu gehörte bis 2006 auch eine werbefreie Brust auf den berühmten rot-blauen Trikots. Als die Tradition Geschichte war, warb «Barça» zunächst fünf Saisons lang für das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF. Seit 2011 kassieren die Katalanen wie alle anderen Klubs Geld dafür, dass sie auf ihren Trikots Werbung machen.

FC Barcelona's players Brazilian Ronaldo de Assis Moreira 'Ronaldinho' (L), Argentinian Lionel Messi (C) and Samuel Eto'o, from Cameroon, pose with their trophies as FIFA World Player of the Year, 'Golden Boy' as best player U-21 of European leagues and third FIFA World Player of the Year respectively, prior to their Spanish First Division League soccer match against Celta Vigo at Camp Nou stadium, in Barcelona, northeastern Spain, Tuesday 20 December 2005.  EPA/JULIAN MARTIN

Superstars, werbefrei: Ronaldinho, Lionel Messi und Samuel Eto'o im Dezember 2005. Bild: EPA

Nun hat der FC Barcelona einen weiteren Schritt weg von der Tradition angekündigt. Am Dienstagmittag teilte er mit, dass sein Stadion, das Camp Nou, einen Sponsorennamen erhalten soll. «Dabei geht es darum, Geld im Kampf gegen das Coronavirus zu sammeln», heisst es in der Mitteilung des Klubs.

Wie viel Geld durch das Stadionsponsoring generiert werden kann, ist unklar. Vor einem halben Jahr kamen Experten auf den Wert von 37 Millionen Euro, der durch die Vergabe des Namensrechts bei «Barça» erzielt werden könnte. Gleich viel Wert sein soll das Recht an der Umbenennung des Estadio Bernabéu vom Erzrivalen Real Madrid.

Die Welt befinde sich in ihrer grössten Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialkrise der modernen Geschichte, so der Klub. Deshalb habe er diese aussergewöhnliche Entscheidung getroffen: «Jeder ist nun gefragt, sein Bestes zu geben, um den Auswirkungen dieser globalen Pandemie, die die Welt gelähmt hat, entgegenzuwirken.» «Barça» habe alleine schon aufgrund seines Mottos «Més que un club» eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft.

Geplant ist, dass die Namensrechte am grössten Klubstadion der Welt für eine Saison vergeben werden. Das gab es bislang noch nie, seit das Camp Nou 1957 eingeweiht wurde. Die Arena hat ein Fassungsvermögen von fast 100'000 Zuschauern. Mit einem Umsatz von über einer Milliarde Dollar ist der FC Barcelona einer der weltgrössten Sportklubs.

Spielt Real Madrid im Trainingsstadion?

Falls die Primera División in Spanien wieder startet, könnte sich Rekordmeister Real Madrid in einem Mini-Stadion wiederfinden. Der Klub plant, die verbleibenden Partien im vereinseigenen Trainingsstadion Estadio Alfredo Di Stéfano in Valdebebas ausserhalb von Madrid zu Ende zu spielen. Dieses umfasst gerade einmal 6000 Zuschauerplätze – aber die Spiele würden sowieso vor leeren Rängen ausgetragen.

Die spanische Liga soll bereits zugestimmt haben, berichtete die «Marca» am Dienstag. Nun muss noch die UEFA grünes Licht geben. Für die Königlichen hätte dies auch den Vorteil, dass die Umbauarbeiten im mehr als 80'000 Zuschauer fassenden Heimstadion Santiago Bernabéu schneller voranschreiten könnten. (ram/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Victor Paulsen 22.04.2020 01:18
    Highlight Highlight Barca ist verhältnissmässig für den heutigen Fussball einfach nur vorbildlich. Jahrelang unicef als als sponsor, ohne gebühren, dazu spendete barca noch einen festen jahresbeitrag, jetzt soeine aktion. Soetwas ist im heutigen Fussball selten
    • moedesty 22.04.2020 02:24
      Highlight Highlight genau so leichtgläubige wie du es bist wollen sie verarschen..
    • PeterausLuzern 22.04.2020 08:47
      Highlight Highlight Hehe. Gratuliere zum Reinfall auf die Propaganda dieses Milliardenunternehmens. "Mes que un club" ist tatsächlich Programm, man ist ein turbokapitalistisches Unternehmen ohne Rücksicht auf die Kleinen.
      Jetzt einmal die Kunden (Fans sind 95% eh nicht) an einen fremden Namen gewöhnen, danach kann man Jahrzehntelang Reibach machen, um die Misswirtschaft der letzten Jahre zu kaschieren.
    • Victor Paulsen 23.04.2020 00:24
      Highlight Highlight Tatbestand unbestritten:
      Auch wenn sie es als Werbung machen, es ist trotzdem ein Verzicht von 100en Millionen
  • Victor Paulsen 22.04.2020 01:14
    Highlight Highlight Bei den meisten, oder fast allen Topclubs, würde ich meinen, dass das eine kurzfristige Aktion für 1 Jahr ca ist. Aber bei Barca vermute ich nicht. Schliesslich haben sie auch jahrelang unicef als trikosponsor gehabt, obwohl diese nichts zahlten. Im gegenteil. Barca zahlte jährlich über eine Million an Unicef
  • Sanchez 22.04.2020 00:00
    Highlight Highlight Die können das Stadion umbenennen wie sie wollen. Es bleibt für mich das Camp Nou. Genau so wie das Brügglifeld und das Wankdorf ewig leben werden.
    Gilt übrigens auch für Begriffe Nati A und Nati B.
    Cheers!
  • _stefan 21.04.2020 22:00
    Highlight Highlight Wenn man bedenkt, dass Bayern München und Dortmund pro Saison rund 6 Mio. Euro für den Stadionnamen erhalten, sind die geschätzten 37 Mio. doch ein stolzer Preis.

    Mal schauen, ob Etihad oder Emirates während dieser Krise noch das nötige Kleingeld haben...
  • Birdie 21.04.2020 19:52
    Highlight Highlight Ich stimme mit allen überein, dass der Name bleiben wird. Dass Barcelona als Top-Klub diesen Schritt irgendwann gehen würde war schon lange klar.

    Trotzdem: Barcelona nützt seinen Erfolg aus, mit allen Ecken und Kanten, um Gutes zu tun. Unicef ist noch heute "gratis" auf dem Trikot (+ Barça spendet jedes Jahr mehrere Millionen an Unicef). Diese Millionen vom Stadionnamen werden an die Bekämpfung von Corona gehen. Oder man denke an den Benefizmatch + Spende an Chapecoense oder jetzt an kleinere regionale katalanische Clubs die von Corona betroffen sind. Das kann man dann schon auch mal loben.
  • Tom Garret 21.04.2020 18:27
    Highlight Highlight Das ist reines kalkül. So hat man es auch mit der Leibchenwerbung gemacht. Der Aufstand wäre riesig gewesen. Darum erst für einen guten Zweck und wenn sich die Fans und Mitglieder daran gewöhnt haben dass da was auf dem Leibchen steht normal vermarkten. Wird mit dem Stadionnamen gleich sein. Ein Jahr für Corona, wen kümmerts wenn das Stadion dann weiterhin so heisst wo das Geld hinfliesst?
  • c_meier 21.04.2020 16:56
    Highlight Highlight ja und nach 2 Jahren ist es dann wie beim Trikot ein normaler Sponsor 🙈
    • Victor Paulsen 22.04.2020 01:12
      Highlight Highlight So sicher wäre ich mir nicht. Wielange hat barca mit unicef auf dem Trikot gespielt? Lange. Erhalten haben sie nicht, jedoch jährlich noch Spenden an unicef bezahlt. Barca ist in dem Bereich mehr als nur vorbildlich
    • c_meier 22.04.2020 09:25
      Highlight Highlight ja, Barca war 5 Jahre wirklich sehr vorbildlich mit dem Unicef-Logo vorne.
      Seither ist das unicef-Logo ja hinten und vorne ist ein "normaler" Sponsor drauf.
      warten wir ab, wie es beim Stadion sein wird. Fakt ist aber, dass der wohl kostspielige Stadion-Umbau ja irgendwie finanziert werden muss...
  • dechloisu 21.04.2020 15:27
    Highlight Highlight der erste Schritt ist löblich.
    Würde mich aber nicht wundern, wenn nach diesem einen Jahr die gute Idee vorbei ist.
    Denn schliesslich hat man sich daran gewöhnt dass das Stadion anders heisst.
    Danach kann man das Geld ja gut nutzen um die leeren Klubkassen zu füllen.
    war doch bei den Trikots der selbe Weg.
    Hätte man sich direkt für den Weg des Geldes entschieden, dann hätte es lautere Aufschreie gegeben.
    Ich weiss, alle anderen Vereine haben schon lange Werbung etc.
    Es fällt nur auf.
    Und nein Barca ist nicht mehr als nur ein Club
    So und jetzt können alle Barca Fans auf mich einprügeln
  • Stambuoch 21.04.2020 15:16
    Highlight Highlight Und wenn die Leute sich an einen fremden Namen gewöhnt haben, wird dann der nächste Namenssponsor ein gewöhnlicher Sponsor sein, der dem FC Barcelona Geld gibt und nix mehr mit Coronabekämpfung. So wie es bei der Trikotwerbung passierte. Salamitaktik nennt man das.

    Wer heute noch an den hohlen Spruch "Mehr als ein Club" glaubt, glaubt auch an den osterhasen.

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