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Villa-Keeper Nyland zappelt mit dem Ball in den Händen im Tornetz. bild: sutv

Sheffield erzielt ein Tor, das jeder sieht – ausser Hawk-Eye und der VAR



Seit gestern wird auch in der Premier League wieder gespielt. Und gleich im ersten Spiel zwischen Aston Villa und Sheffield United (0:0) gab es einen riesigen Aufreger.

Was war passiert?

Villa-Torhüter Örjan Nyland wird kurz vor der Pause mit dem Ball in den Händen von einem eigenen Mitspieler hinter die Torlinie geschubst. Aus mehreren Blickwinkeln sieht man, dass der Ball mit vollem Umfang den Regeln entsprechend im Tor ist:

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Der Treffer aus vielen Winkeln. Video: YouTube/Sheffield United FC

Warum zählte das Tor nicht?

Weil das Hawk-Eye-System nicht richtig funktioniert hat. Es zeichnet das Spiel aus mehreren Perspektiven auf, berechnet so die Position des Balls und meldet dem Schiedsrichter durch ein Signal, wenn er regelkonform im Tor ist. Das blieb aus, was Ref Michael Oliver den Spielern auch so anzeigte:

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Oliver zeigt den Spielern: Schaut, ich habe kein Signal erhalten, dass das ein Tor war. bild: SUTV

Wie kann es sein, dass das System nicht richtig funktioniert hat?

Die Firma Hawk-Eye entschuldigt sich wie folgt: «Den sieben Kameras rund um das Tor standen Torhüter, Verteidiger und der Pfosten entscheidend im Weg. So etwas haben wir in mittlerweile über 9000 Spielen mit dem Hawk-Eye-System noch nie gesehen.» Vor dem Anpfiff sei das System wie üblich getestet worden, es habe einwandfrei funktioniert – wie auch vor und nach der fraglichen Szene. «Hawk-Eye entschuldigt sich vorbehaltlos bei der Premier League, Sheffield United und allen von diesem Vorfall betroffenen.»

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Erklärvideo: So funktioniert die Torlinien-Technologie. Video: YouTube/FIFATV

Wieso schwieg der VAR?

Der Videoschiedsrichter habe deshalb nicht eingegriffen, weil die Schiedsrichter auf dem Feld kein Signal von der Torlinien-Technologie erhalten hätten. Das erklärte das für die Refs in der Premier League zuständige Gremium.

Was sagen die Betroffenen?

Die erste Reaktion der «Blades», als man ihnen sagte, das System habe nicht funktioniert:

«Ich glaube, der Torhüter stand auf der Tribüne, als er ihn fing», sagte Chris Wilder, der Trainer von Sheffield United. «Die technisch am besten ausgerüstete Liga der Welt, wir sehen alles aus jedem Winkel und doch ist das kein Tor. Natürlich bin ich frustriert.»

Wilder erinnerte an eine Szene aus dem vergangenen Jahr beim Gastspiel des Aufsteigers bei Tottenham Hotspur: «John Lundstrams grosser Zeh stand im Abseits und ich hing zehn Minuten lang im strömenden Regen herum und wartete auf eine Entscheidung. Ich verstehe nicht, warum ich nicht zehn Minuten in Birmingham warten kann.»

Auch Mittelfeldspieler Ollie Norwood staunte: «Unglaublich. All das Geld, das im Spiel ist, all die Technologie und dann geschieht so etwas trotzdem. Den Schiedsrichter muss ich in Schutz nehmen: Es ist klar der Fehler des VAR, das muss er doch sehen.»

«Wir konnten einfach nicht verstehen, wieso das Tor nicht gezählt hat», schilderte Verteidiger Enda Stevens die Aufregung auf dem Feld. Zum Fakt, dass der VAR nicht korrigierend eingegriffen habe, wurde er deutlich: «Das ist eine Schande, da gibt es gar keine Ausreden.»

Was sagen andere?

Aston Villa entschied sich dazu, lieber zu schweigen. «Wir wissen gar nicht, was wir sagen sollen»:

Der englische Nationalspieler Declan Rice schaute vor dem Fernseher zu und twitterte: «Wart' mal … ich habe gemeint, dass wir deshalb den VAR eingeführt haben? Krass über der Linie????»

Was ist die Konsequenz?

Mit einem Sieg in diesem Nachtragsspiel wäre Sheffield United an Manchester United vorbei gezogen auf Rang 5 der Premier League – der Ende Saison einem Platz in der Europa League entspricht.

Was nützt jetzt vielleicht ein wenig?

Humor! Der Ball muss in Zeiten von Social Distancing eben mindestens zwei Meter über der Torlinie sein …

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