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Auch Neymar beansprucht den Dienst des umstrittenen Investmentfonds «Doyen Sports».<br data-editable="remove">
Auch Neymar beansprucht den Dienst des umstrittenen Investmentfonds «Doyen Sports».
Bild: Getty Images AsiaPac

Football Leaks – anonyme Aktivisten wollen Neymar und Co. an den Kragen

Seit Ende November veröffentlicht die Gruppe Football Leaks heikle Dokumente aus der Fussballwelt im Netz. Die Aktivisten haben es auf den Investmentfonds «Doyen Sports» abgesehen. Die Firma verdient bei Transfers ordentlich mit, wie das Beispiel von Neymar zeigt. 
22.12.2015, 16:2123.12.2015, 10:05

Was Edward Snowden und Julien Assange in der internationalen Politik gemacht haben, macht die Gruppe Football Leaks im Fussball-Geschäft: Whistleblowing

Als anonyme Aktivisten stellen sie seit Ende November geleakte Verträge und Kontoauszüge des umstrittenen Unternehmens Doyen Sports ins Netz. Der in Malta ansässige Investmentfonds hat sich auf die Geschäfte im Fussball spezialisiert, wie die Seite Deutschlandfunk berichtet. Die veröffentlichten Dokumente zeigen, wie in Milliardengeschäft Fussball-Transfers gedealt wird.

Es wird angenommen, dass die Firma bei vielen Verhandlungen im internationalen Fussball die Finger im Spiel hat. Und dies obwohl der Einfluss einer dritten Partie beim Geschäft zwischen Spieler und Verein (Third Party Ownership) von der FIFA verboten wurde. 

Mit diesem Verbot möchte die FIFA die Transfers durchsichtiger gestalten und vermeiden, dass junge Spieler zum Spielball von Investoren werden, welche nur am Profit, aber nicht an den Wünschen und Bedürfnissen der Spieler interessiert sind.

Die Stellungsnahme von «Doyen Sports» auf ihrer Page.&nbsp;<br data-editable="remove">
Die Stellungsnahme von «Doyen Sports» auf ihrer Page. 

Der Fall Neymar

Bei den Verhandlungen um die Vertragsverlängerung von Neymar mit dem FC Barcelona scheint das aber genau passiert zu sein. Die Katalanen wollten den Brasilianer schon vor Monaten für viele weitere Jahre verpflichten, doch die Gespräche erwiesen sich schwieriger als gedacht. Offenbar wollen Neymar und seine Entourage noch mehr Geld aus der Vertragsverlängerung herauspressen, als der Klub bereit ist zu zahlen.

Neymar will mit seiner Vertragsverlängerung bei Barcelona richtig viel Geld verdienen.&nbsp;<br data-editable="remove">
Neymar will mit seiner Vertragsverlängerung bei Barcelona richtig viel Geld verdienen. 
Bild: ALBERT GEA/REUTERS

Anfang Dezember veröffentlichte Football Leaks im Internet eine Kopie von einem Vertrag, den Neymar mit «Doyen Sports» abgeschlossen hat. Die Firma kümmert sich um die Vermarktung des Superstars und verdient dabei wohl ordentlich mit. Für sechs Millionen Euro kaufte sie beispielsweise 2012 die Bildrechte des Superstars.

Der KNVB greift durch

Aber nicht nur Neymar, sondern auch der Klub Twente Enschede hat die Dienste des Unternehmens beansprucht. Beim holländischen Verein hatten die Veröffentlichungen im November bereits Folgen. Diverse Papiere konnten belegen, dass «Doyen Sports» Anteile an den Besitzrechten von sieben Twente-Spielern hat.

Twente hat Transferrechte von sieben Spieler an «Doyen Sports» übertragen.&nbsp;<br data-editable="remove">
Twente hat Transferrechte von sieben Spieler an «Doyen Sports» übertragen. 
Bild: EPA/ANP

Dummerweise verstösst dies gegen die Regeln des holländischen Verbandes. In diesem Monat sperrte der «KNVB» die Vorstandsmitglieder für sämtliche Fussball-Tätigkeiten. Zudem wurde Twente für drei Jahre von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen und erhielt eine Busse von 45'000 Euro. Der Fortbestand der Vereins-Lizenz hängt von der zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Verband ab. 

Mindestens 300 Gigabyte an Daten

Die New York Times berichtete kürzlich, dass sie Kontakt zu dem Mann aufgenommen hat, der hinter den ganzen Enthüllungen steckt. Er nennt sich John und wollte ursprünglich Licht in die Besitzverhältnisse von Spielern der portugiesischen Klubs bringen. 

Weiter sind laut den veröffentlichten Dokumenten von Football Leaks auch zahlreiche Klubs in Portugal, England, Spanien, Frankreich, Luxemburg und Monaco Geschäfte mit dem Unternehmen eingegangen. Ein betroffener Verein, Sporting Lissabon, hat nun Klage gegen die anonymen Aktivisten eingereicht.

Auch Sporting Lissabon arbeitet mit «Doyen Sports» zusammen.&nbsp;<br data-editable="remove">
Auch Sporting Lissabon arbeitet mit «Doyen Sports» zusammen. 
Bild: Zuma Press

Für die Behörden in Portugal werden die Veröffentlichungen nämlich nicht als Dienst an der Öffentlichkeit angesehen, sondern als Treiben einer internationalen kriminellen Organisation. Nicht die Geschäfte sind illegal, sondern die Enthüllungen.

Doch John und seine Jungs denken nicht ans Aufhören. «Diese Art von Geheimhaltung der Verträge und geheimen Absprachen bringen den Sport um», meint das Mitglied gegenüber der «New York Times». Man verfüge über mindestens 300 Gigabyte an Daten. Wir dürfen also gespannt sein, was in Zukunft noch alles ans Licht kommt. (ndö)

(Quellen: Deutschlandfunk.de / blog.zeit.de)

Whistleblower

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Whistleblower
quelle: x00303 / philippe wojazer
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