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Seltsame Szene: Haaland muss einem Linienrichter nach dem Schlusspfiff ein Autogramm geben. bild: screenshot twitter

Linienrichter holt Haaland-Autogramm – und was in der CL sonst für Diskussionen sorgte

Manchester City und Real Madrid haben in der Champions League mit Heimsiegen den Grundstein für die Halbfinal-Qualifikation gelegt. Borussia Dortmund und Liverpool dürfen trotz grossem Schiri-Ärger aber noch hoffen.



Zwei verhängnisvolle Fehler

1:2 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Manchester City – dafür hätte Borussia Dortmund im Vorfeld wohl unterschrieben. Doch nach den 90 Minuten steht die für die Deutschen bittere Erkenntnis: Es wäre gar noch mehr möglich gewesen.

Denn am Ende wurden dem mutig auftretenden BVB zwei Fehler zum Verhängnis. Zunächst war da der folgenschwere Fehlpass von Emre Can im Spielaufbau genau in die Füsse von Riyad Mahrez. Danach ging es blitzschnell und nach einer Kombination über Kevin De Bruyne, Phil Foden und Mahrez hiess es 1:0 für die «Citizens».

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Das 1:0 für ManCity durch De Bruyne. Video: streamable

Wäre dies der einzige gravierende Fehler der «Schwarz-Gelben» geblieben, wäre man mit einem 1:1 und damit einer glänzenden Ausgangslage fürs Rückspiel heimgereist. Doch in der 90. Minute folgte der nächste Schnitzer, den ManCity wieder eiskalt ausnützte: Zunächst liess Thomas Delaney De Bruyne in aller Seelenruhe flanken, dann unterschätzte Thomas Meunier den Ball, wodurch Ilkay Gündogan für Foden auflegen konnte. Der Youngster krönte seine starke Leistung schliesslich mit dem siegbringenden Treffer zum 2:1.

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Foden schiesst ManCity in der 90. Minute zum Sieg. Video: streamable

Mats Hummels nach dem Schlusspfiff:

«Es ist sehr ärgerlich, dass wir nur ein Tor machen und in der 90. Minute ein zu verteidigendes Tor kassieren. Wir haben gefühlt alles reingeworfen und den Einsatz gezeigt, den wir alle drei Tage zeigen sollten. Am Ende ist das Gefühl aber nicht gut, obwohl wir sehr viel richtig macht haben.»

Schiri-Ärger beim BVB

Der rumänische Schiedsrichter Ovidiu Hategan stand in der ersten Halbzeit gleich zweimal im Mittelpunkt des Geschehens. In der 29. Minute musste er einen Elfmeter für Manchester City nach Sichtung der Videobilder wieder zurücknehmen. Die Bilder zeigten eindeutig, dass Emre Can seinen Gegenspieler Rodri nicht mit der Hacke im Gesicht, sondern nur leicht am Knie getroffen hatte. Da war die BVB-Welt noch in Ordnung.

Die viel grössere Aufregung gab es dann in der 37. Minute: Jude Bellingham erzielte den vermeintlichen 1:1-Ausgleich für die Dormtunder, doch Hategan hatte ihn bereits kurz zuvor zurückgepfiffen. ManCity-Keeper Ederson hatte den Ball ausserhalb des Sechzehners etwas zu lässig angenommen und den Ball hochspringen lassen.

Dieses Belllingham-Tor hätte zählen müssen. Video: SRF

Bellingham setzte mit gestrecktem Ball nach, spielte aber den Ball, bevor Ederson mit seiner Ausholbewegung den Fuss des BVB-Spielers traf und zu Boden ging. Statt die Szene aber zunächst weiterlaufen zu lassen und nach Torerzielung auf den VAR-Check zu warten, pfiff Hategan die Aktion sofort ab, weshalb der Video-Schiri nicht mehr eingreifen durfte.

Beim BVB sorgte die Szene logischerweise für Unmut. So twitterte der verletzt in Deutschland gebliebene Jadon Sancho noch während der Partie wütend: «Diesen Schiedsrichter sollte man mal überprüfen.» Bellingham sagte nach dem Schlusspfiff: «Meiner Meinung nach war das kein Foul.» Und Marco Reus meinte: «Jude war als Erstes am Ball. Ederson kommt raus und trifft ihn.»

Auswärtstor lässt Dortmund hoffen

Dass Dortmund trotz der Niederlage noch mit einem Halbfinal-Vorstoss liebäugeln darf, haben die «Schwarz-Gelben» Marco Reus zu verdanken. Der Captain erzielte in der 84. Minute nach schöner Vorarbeit vom sonst eher blassen Erling Haaland das wichtige Auswärtstor.

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Reus erzielt das zwischenzeitliche 1:1 für den BVB. Video: streamable

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Haalands einzige Torchance gegen ManCity. Video: streamable

Hummels' Fazit:

«Wir haben vieles richtig gut gemacht und haben eine grossartige Leistung gezeigt. Wir haben genau so gespielt, wie man es von Borussia Dortmund zu erwarten hat. Mit sehr viel Leidenschaft und viel Engagement. Wenn wir in der Offensive ein bisschen besser unsere Situationen ausspielen, könnten wir mit mehr Toren hier herausgehen.»

Für ManCity war es der erste Champions-League-Gegentreffer seit Oktober und insgesamt 788 Minuten. Zuvor stand in sieben Spielen stets die Null. Trainer Pep Guardiola konnte deshalb nach Spielschluss nicht wirklich zufrieden sein: «Unser Anlauf-Verhalten war nicht sonderlich gut und unser Pressing hat nicht funktioniert. Dortmund hat es gut gemacht», lobte der Katalane, der trotzdem positiv blieb. «Wir wissen nun, was wir machen müssen und wie sie spielen. Das werden wir analysieren und werden versuchen, es besser zu machen. Wir müssen in Dortmund einen Treffer erzielen und das werden wir machen.»

Schiri-Assistent will Haaland-Autogramm

Nach dem Schlusspfiff kommt es in den Katakomben des Etihad Stadiums zu seiner ziemlich kuriosen Szene: Schiedsrichter-Assistent Octavian Sovre bat BVB-Stürmerstar Erling Haaland nach der Partie im Spielertunnel um ein Autogramm. Der Norweger tat dem 47-jährigen Rumänen den Gefallen und unterschrieb gleich zweimal.

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Die Autogramm-Szene mit Haaland und dem Linienrichter. Video: streamable

Ein absolutes No-Go für einen Unparteiischen, das für Sovre noch Konsequenzen haben könnte. Die UEFA dürfte solche Aktionen jedenfalls nicht gerne sehen. Kein Problem war die Autogramm-Szene für ManCity-Trainer Guardiola: «Ich habe es nicht gesehen. Vielleicht ist er ein Fan von Haaland. Warum also nicht? Vielleicht war das Autogramm für seinen Sohn oder seine Tochter. Mehr kann ich dazu nicht sagen.»

Zum Aufritt der Unparteiischen hatte Guardiola ebenfalls eine wenig kritische Meinung: «Die Leistung der Schiedsrichter war top. Es gab kein Problem im Spiel. Der Penalty wurde erst gegeben, dann per VAR richtigerweise zurückgenommen. Bei der Situation mit Bellingham war der Fuss ein bisschen höher als erwartet. Die Leistung der Schiedsrichter war perfekt.»

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Was Haaland und Foden wohl zu besprechen hatten? Kein Schelm, wer Böses denkt. Video: streamable

Eiskalter Vinicius und magistraler Kroos

Im zweiten Spiel des gestrigen Abends besiegte Real Madrid den FC Liverpool überraschend klar mit 3:1. Toni Kroos und Vinicius Junior waren die beiden Matchwinner für die «Königlichen»: Kroos bereitete die ersten beiden Real-Treffer mit magistralen Pässen vor, Vinicius legte eine für ihn ungewöhnliche Effizienz an den Tag und skorte seinen ersten Champions-League-Doppelpack.

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Kroos findet mit seinem langen Pass Vinicius, der eiskalt zum 1:0 für Real trifft. Video: streamable

Real-Trainer Zinedine Zidane hatte auf Liverpools rechter Abwehrseite mit Trent Alexander-Arnold eine Schwachstelle ausgemacht, die er vom wieselflinken Vinicius immer wieder bearbeiten liess. Sicher kein Zufall, dass zunächst sämtliche RealAngriffe über links kamen und Alexander-Arnold bei zwei Gegentoren gar nicht gut aussah.

Kroos dagegen harmonierte und dominierte im Mittelfeld mit Weltfussballer Luka Modric wie zu Reals besten Champions-League-Zeiten. Der 31-jährige Deutsche lief mit 11,6 Kilometern am meisten in seinem Team, hatte mit über 90 Prozent eine überragende Passquote und verhielt sich auch taktisch extrem clever. Immer wieder schlich er sich von der hohen Pressinglinie der «Reds» weg, indem er sich zurückfallen liess oder überraschend nach vorne preschte.

Klopps Wutrede gegen Brych

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp war nach der 1:3-Niederlage seines Teams sichtlich bedient. Seinen Frust liess der 53-jährige Deutsche an seinem Landsmann Felix Brych aus. «Wie du da kein Foulspiel pfeifen kannst, das ist ganz schlimm. Das ist unfair und unfair ist das Schlimmste, was man sagen kann über den Schiri», meinte Klopp zum Schiedsrichter. Brych blieb die Ruhe selbst und entgegnete ganz cool: «Jürgen, wie Sie mit mir reden, ist auch unfair.»

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Klopp geigt Schiedsrichter Brych die Meinung. Video: streamable

Aber was war eigentlich passiert? Vor dem 2:0 für Real ging Verteidiger Lucas Vazquez als letzter Mann ungestüm in einen Zweikampf mit Sadio Mané und rempelte den Senegalesen beim Stand kurz vor der eigenen Strafraumgrenze zu Boden.

Statt Rot wegen Notbremse für Vazquez und Freistoss für Liverpool liess Brych die Szene weiterlaufen. Im Gegenzug stellte Marco Asensio nach einer missglückten Kopfballrückgabe Alexander-Arnolds auf 2:0 für Real. Ein Eingriff des Videoschiedsrichters blieb aus – wohl eine Fehlentscheidung.

Das Vazquez-Foul an Mané und das 2:0 von Asensio. Video: SRF

An der Pressekonferenz legte Klopp noch einmal gegen Brych nach. «Er hat uns nicht das Spiel gekostet, aber man braucht einfach zumindest einen mittelmässigen Schiri», erklärte der Liverpool-Coach.

Liverpool braucht mal wieder ein Wunder

Trotz des Auswärtstors von Mohamed Salah braucht Liverpool im Rückspiel in einer Woche eine deutliche Leistungssteigerung. Vor allem in der ersten Halbzeit standen die «Reds» völlig neben den Schuhen: Die vielen Fehlpässe und das wirkungslose Pressing dürften Trainer Klopp zu denken geben.

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Salahs Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 könnte noch Gold wert sein. Video: streamable

Doch mit Champions-League-Wundern gegen spanische Mannschaften kennt sich Liverpool ja aus: Im Halbfinal 2019 gegen siegten die «Reds» gegen den FC Barcelona nach einem 0:3 im Hinspiel zuhause noch 4:0 und legten so die Basis für den späteren Titelgewinn.

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