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England's Raheem Sterling celebrates scoring his side's fifth goal during the Euro 2020 group A qualifying soccer match between Montenegro and England at the City Stadium in Podgorica, Montenegro, Monday, March 25, 2019. (AP Photo/Darko Vojinovic)

Sterlings Geste zu den Montenegro-Fans. Bild: AP/AP

«Sie haben Affenlaute gemacht» – doch Sterling reagiert auf und neben dem Platz grossartig



England hat seinen beeindruckenden Start in die EM-Qualifikation fortgesetzt: Auf das 5:0 gegen Tschechien liessen die «Three Lions» gestern Abend in Montenegro ein 5:1 folgen. Das Team von Trainer Gareth Southgate liess sich in der «feindlichsten Atmosphäre Europas» (Daily Mail) durch einen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und siegte auch in dieser Höhe verdient.

Überschattet wurde die Partie jedoch von ständigen rassistischen Zwischenrufen der montenegrinischen Fans gegen Englands dunkelhäutige Spieler Raheem Sterling, Danny Rose und Callum Hudson-Odoi. Immer wieder hallten Affenlaute durchs Stadion, so auch bei Sterlings Treffer zum 5:1.

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Die Affenlaute nach Sterlings 5:1 in der 81. Minute. Video: streamable

Der ManCity-Flügel reagierte allerdings grossartig und hielt sich die Hände an die Ohren, als wolle er sagen: «Ist das alles? Geht das nicht noch lauter?» Nach der Partie postete er ein Bild seines Jubels auf Twitter und schrieb dazu: «Der beste Weg, um Haters (ja, ich meine Rassisten) zum Schweigen zu bringen.»

Im Interview zeigte sich Sterling schwer enttäuscht: «Ein paar Idioten haben einen tollen Abend ruiniert», sagte er und forderte Konsequenzen. «Das ist eine Schande. Es muss endlich etwas geschehen. Ein, zwei Leute von den Spielen auszuschliessen bringt nichts. Es braucht härtere Strafen, beispielsweise einen kompletten Zuschauerausschluss. Vielleicht beginnen die Leute dann zu überlegen.»

UEFA ermittelt

Die UEFA hat nach den Rassismus-Vorwürfen eine Untersuchung eingeleitet. Gemäss des europäischen Verbands wird der Fall am 16. Mai in der Disziplinarkammer behandelt. In den Anklagepunkten gegen den montenegrinischen Verband stehen neben rassistischem Verhalten seiner Fans auch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und andere Verfehlungen der Zuschauer. (sda/apa)

Zu seinem Jubel sagte Sterling, dass er die Montenegro-Fans wissen lassen wollte, «dass sie mir mehr sagen müssen, dass wir schwarz sind. Das war die Message. Ich freute mich über den Treffer und dass ich ihnen etwas zu diskutieren geben konnte.»

Sterling im Post-Game-Interview:

Trainer Gareth Southgate hat die Beleidigungen ebenfalls gehört und will nun die UEFA einschalten: «Das ist nicht akzeptabel. Wir werden sicherstellen, dass der Vorfall offiziell gemeldet wird. Es ist traurig. Wir zeigten eine grossartige Leistung und haben einen 18-Jährigen, der nach dem Spiel interviewt wird und über diese Vorfälle sprechen muss, statt über das freudige Resultat.»

Der 18-Jährige ist Callum Hudson-Odoi. Der von Bayern München heiss umworbene Chelsea-Stürmer absolvierte gestern sein zweites Länderspiel – sein erstes über 90 Minuten. Er sprach nach dem Spiel aus, was schon alle gehört haben. «Sie haben Affenlaute gemacht. So etwas will man nicht hören, das sollte niemals passieren. Ich hoffe, die UEFA reagiert darauf angemessen.»

Schon während des EM-Quali-Spiels zwischen Deutschland und Serbien haben mehrere Zuschauer die deutschen Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan rassistsich beleidigt. Ein Journalist machte den Vorfall öffentlich, worauf sich drei Männer der Polizei stellten. (pre)

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