FCB und YB scheitern früh – das bedeutet es für die Schweizer Europacup-Plätze
Der Kampf um Platz 15
Das Positive vorweg: Die Schweiz wird mit ziemlicher Sicherheit im Vergleich zum letzten Jahr einen Platz in der Fünfjahreswertung gutmachen und die Saison wohl auf dem 16. Platz abschliessen. Von den Ländern, welche direkt hinter der Schweiz klassiert sind, kann einzig noch Schottland (Celtic Glasgow steht in der Europa League in den Playoffs) Punkte sammeln. Die Schweiz hat ein Polster von fast drei Zählern auf die Schotten.
Allerdings hatte die SFL vor der Saison grössere Ansprüche. «Das Ziel muss sein, in dieser Saison wieder in die Top 15 reinzukommen», sagte Philippe Guggisberg, der Medienverantwortliche der SFL. Mit einem Platz in den ersten 15 können fünf statt nur vier Teams von einem Land in den europäischen Wettbewerben teilnehmen. Dieser ist nach dem Ausscheiden von YB und Basel fast nicht mehr zu erreichen.
In den jeweiligen Wettbewerben werden auch noch Bonuspunkte an die Teams ausgeschüttet, wobei die Vereine in der Champions League am meisten profitieren. In der Königsklasse bekommt ein Team für das Weiterkommen 1,5 Punkte, in der Europa League noch einen und in der Conference League nur noch 0,5 Zähler. Die gesamte Übersicht zur Punktevergabe gibt es hier.
Vor den K.o.-Phasen liegt die Schweiz fast einen Punkt hinter Zypern. Aber da die Schweiz mit fünf Teams in die europäische Saison startete und Zypern nur mit vier, ist jeder Punktgewinn für die Zyprioten mehr wert. Dazu können mit AEK Larnaka und Omonia Nikosia (beide Conference League) noch zwei Teams auf Punktejagd gehen. In der bisherigen Saison hat Zypern fast doppelt so viele Punkte eingefahren wie die Schweiz.
Lausanne muss punkten
Damit ist die Schweiz auf einen Coup von Lausanne-Sport angewiesen. Die Waadtländer tragen in dieser Saison die Schweizer Liga auf ihren Schultern und haben fast die Hälfte der Schweizer Punkte eingefahren. Der einzige verbleibende SFL-Vertreter trifft in den Playoffs auf Sigma Olomouc. Sollte das Team von Trainer Peter Zeidler den Achtelfinal erreichen, ist ein Duell mit AEK Larnaca möglich.
Bereits die Qualifikation startete nicht nach Wunsch für die Schweiz. Mit Servette und Lugano verpassten gleich zwei Teams die Ligaphase und sammelten kaum Punkte für die Fünfjahreswertung.
Um den wichtigen 15. Platz zu erreichen, muss Lausanne mindestens drei Spiele in der K.o.-Phase für sich entscheiden und hoffen, dass Nikosia und Larnaca nicht mehr punkten. Norwegen auf Platz 14 hat mehr als vier Punkte Vorsprung auf die Schweiz.
Unterschied zwischen Platz 15 und 16
Nicht nur kann das Land auf Platz 15 mit fünf Teams in die europäischen Wettbewerbe starten, sondern muss auch weniger Runden in der Qualifikation überstehen.
Europäische Ausgangslage für das Land auf Platz 15
- Der Meister und der Zweitplatzierte starten in der 2. Qualifikationsrunde der Champions League.
- Für den Cupsieger geht es in der 3. Qualifikationsrunde der Europa League los.
- Der Dritt- und Viertplatzierte beginnen in der 2. Qualifikationsrunde der Conference League.
Europäische Ausgangslage für das Land auf Platz 16
- Der Meister startet in der 2. Qualifikationsrunde der Champions League.
- Der Cupsieger muss bereits in der 2. Qualifikationsrunde der Europa League einsteigen.
- Der Zweit- und Drittplatzierte beginnen in der 2. Qualifikationsrunde der Conference League.
Ein Blick in die Zukunft
Bereits in der kommenden Saison wird die Schweiz nur mit vier Teams europäisch vertreten sein. Während der Meister (Champions League) und der Zweit- und Drittplatzierte (Conference League) in der 2. Qualifikationsrunde in die Wettbewerbe einsteigen, wird der diesjährige Cupsieger bereits in der 1. Qualifikationsrunde der Europa League starten.
Im Vergleich mit den Ländern, die direkt vor der Schweiz klassiert sind, müssen in den nächsten Jahren mehr Punkte verteidigt werden und somit könnte der angestrebte 15. Platz in weite Ferne rücken. Zum aktuellen Zeitpunkt würde die Schweiz nach der Saison 2026/27 auf Platz 18 und ein Jahr später gar auf den 21. Rang abrutschen. Es braucht in der nächsten Saison also einige Exploits, soll der Vorstoss in die Top-15 gelingen.
