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epaselect epa06662446 Real Madrid's Cristiano Ronaldo (R) celebrates next to Lucas Vazquez (L) after scoring the 1-3 during the UEFA Champions League quarter final, second leg soccer match between Real Madrid and Juventus at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 11 April 2018.  EPA/RODRIGO JIMENEZ

Mal wieder Mann des Spiels – Cristiano Ronaldo! Bild: EPA/EFE

So cool blieb CR7 in den 5 Minuten von Pfiff bis Penalty – nur sein Jubel gibt zu reden

12.04.18, 11:25 12.04.18, 11:48


In der 93. Minute ertönte der Pfiff. Penalty für Real Madrid. Dabei hatten sich im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals bereits alle auf eine Verlängerung eingestellt. Mit viel Leidenschaft und kluger Taktik hatte Juventus Turin im Estadio Bernabeu von Real Madrid den 0:3-Rückstand wettgemacht und jetzt das!

Nach einer Kroos-Flanke in den Strafraum schraubte sich Cristiano Ronaldo mal wieder in schwindelerregende Höhen und köpfte den Ball zur Mitte, wo Lucas Vazquez einschussbereit zur Stelle war. Doch Juves Medhi Benatia bringt den Real-Joker zu Fall. Der englische Schiedsrichter Michael Oliver pfeift Penalty – ein harter, aber wohl korrekter Entscheid.

Der Penalty von Ronaldo und das Foul von Benatia. Video: streamable

Während die Kameras auf die wütenden Juve-Spieler schwenken und die Rote Karte gegen Gianluigi Buffon einfangen, ist für einen gleich klar, dass jetzt sein grosser Moment kommen wird: Cristiano Ronaldo.

Der Portugiese schiesst alle Penaltys der Königlichen, doch selten zuvor war einer so wichtig wie dieser. Trifft CR7, steht Real im Champions-League-Halbfinal. Trifft er nicht, geht's in die Verlängerung. Der Druck, der auf Ronaldo lastet, ist riesig – vor allem wenn man die lange Wartezeit betrachtet. Zwischen Pfiff und Ausführung vergehen rund fünf Minuten.

Was geht einem da durch den Kopf? Was macht man in dieser gefühlt unendlich langen Zeitspanne? Auf die erste Frage gibt es leider keine Antwort, auf die zweite hingegen schon. Zwei Kameras haben Ronaldo und das Geschehen um ihn zwischen Pfiff und Schussabgabe genau beobachtet.

Ronaldo hält sich erst vornehm zurück, gerät dann aber doch in ein Gerangel. Video: streamable

Die Anspannung vor dem entscheidenden Penalty ist selbst bei Ronaldo sichtbar. Video: streamable

Zu sehen ist, wie sich Ronaldo erst etwas abseits vom Trubel um Schiedsrichter Oliver aufhält, sich dann kurz mit Toni Kroos bespricht, bevor er zum Punkt schreitet. Dort warten allerdings die ersten Juve-Spieler auf ihn und es kommt zu einem kleinen Gerangel, das sich aber bald wieder auflöst. Ronaldo setzt schliesslich den Ball, doch Gonzalo Higuain und später auch Mario Mandzukic kicken diesen wieder weg. Das Ziel der Italiener ist klar: CR7 in der Konzentration zu stören.

Doch Ronaldo lässt sich nicht beirren. Er putzt sich Nase, wischt sich Mund ab und wartet hochkonzentriert, bis er endlich schiessen darf. Dann ist es so weit: Sein Penalty ist an Souveränität nicht zu überbieten, unhaltbar für Juve-Ersatzkeeper Wojciech Szczesny ins rechte Lattenkreuz.

«Natürlich war ich nervös, als es länger gedauert hat. Mein Puls ging hoch, weil ich wusste, dass es ein entscheidender Elfmeter ist. Am Ende war ich froh, dass ich ihn reingemacht habe und wir weitergekommen sind.»

Ronaldo über seinen Penalty.

Übertriebener Torjubel?

Man kann Ronaldo für seine Nervenstärke in einem so heiklen Moment eigentlich nur bewundern, trotzdem fliegen ihm die Herzen der neutralen Fussball-Fans am Tag nach Reals Halbfinal-Einzug nicht zu. Das war vor einem Woche nach seinem spektakulären Fallrückzieher-Tor im Hinspiel noch anders. Da bejubelte ihn die ganze Welt, sogar die Juve-Anhänger verneigten sich vor ihm und spendeten tosenden Applaus.

Der Grund für den Liebesentzug: Ronaldos Oben-ohne-Jubel. Nach seinem 120. Tor im 150. Champions-League-Spiel riss er sich sein Trikot vom Leib, sprintete zur Eckfahne, spannte die Muskeln an und liess sich von den Zuschauern feiern.

Schon oft hatte er so gejubelt, doch diesmal hielten es viele Beobachter nicht wirklich für angebracht. Denn Real hatte ja eigentlich 1:3 verloren, Fussball-Legende Buffon sich gerade mit einer Roten Karte wahrscheinlich für immer aus der Königsklasse verabschiedet und der Juve-Anhang im Hinspiel noch für ihn applaudiert.

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Mangelnder Respekt? Oder darf Ronaldo in einem solchen Moment so explodieren? Das muss jeder für sich entscheiden. Nach der Partie erwies sich der Matchwinner jedenfalls als fairer Sportsmann. Als in den Katakomben Gigi Buffon begegnete, nahm er den untröstlichen Torhüter kurz in den Arm und küsste ihn liebevoll auf die Wange. 

Ronaldos Küsschen für Buffon. Video: streamable

Oha! Ronaldos Sixpack-Jubelshow

Betrinken und Beklagen mit Quentin

Video: watson/Quentin Aeberli, Emily Engkent

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19
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lil'Ecko 12.04.2018 18:31
    Highlight Man hasst ihn od man liebt ihn aber das er ein Killer vor dem Tor ist kann man einfach nicht bestreiten😉
    11 1 Melden
  • Once upon a time... 12.04.2018 18:03
    Highlight Wenn ich mein Team in der Nachspielzeit ins CL-Halbfinal ballern würde, könnte mich auch nichts mehr aufhalten.
    Verdient oder unverdient ist in diesem Moment völlig egal.
    18 2 Melden
  • Der Inspektor 12.04.2018 17:28
    Highlight Er kriegt ja eine gelbe Karte für sein "Vergehen". Wo ist das Problem? Ich finde es eher enttäuschend das die Juve-Spieler die den Ball wegkicken.
    14 3 Melden
  • w'ever 12.04.2018 15:08
    Highlight was mich an dem fussballer torjubel so "nervt" ist, dass es immer nur ich, ich und nochmal ich ist. wenn man es mit eishockey oder rugby vergleicht, dann dreht sich der torschütze meist dem team zu und es wird sich gegenseitig gratuliert.
    11 23 Melden
  • BNC 12.04.2018 15:05
    Highlight Warum hat CR7 nach seinem Torjubel keine gelbe Karte erhalten? Hätte er nach dem Regelwerk der FIFA eigentlich müssen.... das muss man dem Schiri lassen, er hatte wenigstens eine Linie, zu Gunsten von Real ....
    7 30 Melden
  • DerMeiner 12.04.2018 14:52
    Highlight In dieser Situation noch die Nerven zu behalten und so eiskalt einzunetzen.. da kann man ihm diesen Jubel denke ich auch verzeihen. Da waren die Gedanken wohl wo anders, als dabei sich zu denken, ob es nun angebracht ist oder nicht.

    Und bei aller Liebe für Gigi Buffon. Ronaldo nun als unsportlich hinzustellen und bei Buffons Ausraster (auch im Interview), wegen hochkochender Emotionen ein Auge zuzudrücken ist etwas zwiespältig.
    27 3 Melden
    • redeye70 13.04.2018 06:40
      Highlight Unsportlich ist es auch den gesetzten Ball wegtreten, so wie es Higuain und Mandzukic taten. Wird zwar erwähnt aber nicht wirklich angesprochen. Diese Fiesheiten und die Unfairness bewirken bei mir, dass mir Fussball immer mehr ablöscht.
      2 0 Melden
  • My Senf 12.04.2018 13:06
    Highlight 98min ⌚️ Anspannung pur!

    Da musste es raus!

    Kein Problem. Insbesondere wenn man sein Interview 🎤 danach sah wo er auch seine Nervosität bestätigte 👱
    Das war ein 30mio Schuss und da hatte er auch schon 2 mal solche versemmelt!

    Wenn man jetzt noch mit Gigi vergleich der nach dem Abkühlen immer noch giftig war ....

    Und dann gibt's noch küsschen an Gigi😘 ...
    Als Person bin ich von CR7 nicht überzeugt (kenn ihn auch nicht...)
    Als Fussballer hat er mich inzwischen überzeugt. Kein Gramm Fett! Hochmotiviert! Können sich die meisten ne Scheibe abschneiden von seiner Einstellung!
    120 23 Melden
    • Tschakkaaa! 12.04.2018 13:29
      Highlight „Kein Gramm fett“ echt jetzt???
      Das ist natürlich ein Kriterium, dass einen weltklasse Fussballer auszeichnet, momol😱🤣. Ich hoffe das meintest du irgendwie ironisch. Von wegen Panini: Meinem Sohn fehlen übrigens noch die 36, 244, 421 und 423.
      Ronaldo haben wir natürlich doppelt. Deal?
      11 36 Melden
    • My Senf 12.04.2018 13:50
      Highlight Ach wenn man noch erklären muss....

      Kein Gramm Fett bedeutet (in diesem Alter) höchste Hingabe (Zlatan lässt grüssen)

      Schau dir doch mal die Talente an! Dembele z.B. musste ein personal Koch hingestellt werden weil er junk food junkie war!

      Ja gut, man muss schon klar sein mit seinen Gefühlen.
      Danke. Die Doppelten Ronaldos kannst Du gerne ans Auto kleben, neben dem I Hate Kleber 😄 😄

      30 3 Melden
    • Tschakkaaa! 12.04.2018 14:03
      Highlight Das ist mal ne tolle Idee! Danke!
      6 1 Melden
  • Die verwirrte Dame 12.04.2018 12:56
    Highlight Nach einem so wichtigen Tor realisiert man - denke ich - gar nicht wirklich, was man da genau macht, weil man voller Euphorie und Adrenalin ist.
    86 6 Melden
    • Hashtag 12.04.2018 14:29
      Highlight Da muss ich jetzt schon widersprechen. Ronaldo hat einen festen Ablauf nach wichtigen Toren in grossen Spielen. Der weiss genau was er tut, für solche Momente lebt er. Zeigt auch sein Blick und sein Grinsen in die Kamera an der Eckfahne, für mich ist das Alles recht kontrolliert.
      4 18 Melden
    • DerMeiner 12.04.2018 22:50
      Highlight Hashtag, ich nehme mal stark an, dass du nicht mal ansatzweise Spitzensportler bist. Woher nimmst du dir also das Recht, zu urteilen, was in solchen Augenblicken in einem Profi vorgeht?

      Lächerlich.
      2 1 Melden
    • Hashtag 12.04.2018 23:21
      Highlight DerMeiner, es gibt Verhaltungsforschung. Ronaldo ist ein interessanter Fussballer aber sein Verhalten ist fast noch interessanter;)
      0 1 Melden
  • Holy Crèpe 12.04.2018 12:45
    Highlight Er kann noch so gut spielen, die Hater werden nie verstummen. Keiner polarisiert mehr als CR7. Bei Zlatan wärs ein toller Torjubel gewesen :)
    96 23 Melden
    • My Senf 12.04.2018 12:57
      Highlight Genau

      There is only one Zlatan!
      30 11 Melden
    • Mia_san_mia 12.04.2018 16:17
      Highlight Genau so ist es. Zlatan darf das 💪
      8 3 Melden

7 Dinge, die du zu Ronaldos Mega-Transfer von Real Madrid zu Juventus wissen musst

Cristiano Ronaldo wechselt per sofort von Real Madrid zu Juventus Turin. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu einem der grössten Transfers der Fussball-Geschichte.

Nein, Ronaldo wechselt für 112 Millionen Euro nach Turin – die Summe setzt sich zusammen aus 100 Millionen Gebühr an Real und noch einmal 12 Millionen als Solidaritätsbeitrags gemäss den FIFA-Bestimmungen und Nebengebühren. Die offizielle Ausstiegsklausel war übrigens auf eine Milliarde festgesetzt.

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