Spanischer Ex-Nati-Trainer fragte ChatGPT nach Transfertipps – und wurde dafür entlassen
Nach fast zwei Jahren beim russischen Verein FK Sotschi musste Robert Moreno im August seinen Spind räumen. Nach einem miserablen Saisonstart blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als den Spanier zu entlassen.
Wie der ehemalige Sotschi-Sportchef Andrei Orlov nun aussagte, benutzte Moreno zu viel ChatGPT. Vor einem Auswärtsspiel in Chabarowsk empfahl ihm die KI aufgrund der klimatischen Bedingungen und der Zeitverschiebung (Chabarowsk ist sieben Stunden voraus), dass die Spieler 28 Stunden nicht schlafen durften und um 7 Uhr morgens trainieren mussten. «Ich fragte Moreno: ‹Wann sollen die Spieler denn ruhen?›. Nicht einmal sie verstanden, warum sie um 5 Uhr morgens aufstehen mussten, damit sie um 7 Uhr trainieren konnten», gab Orlov öffentlich bekannt.
Nicht nur in der Spielplanung griff der ehemalige spanische Nationaltrainer auf ChatGPT zurück, sondern auch für Trainings und mögliche Transfers wurde die künstliche Intelligenz gebraucht. So wurde empfohlen, den Stürmer Artur Shushenachev zu verpflichten. In seiner Zeit bei den Russen blieb Shushenachev in zehn Ligapartien ohne Treffer.
«Es ist ein Werkzeug wie jedes andere – warum sollte man es nicht nutzen?» sagte Orlov zwar, führte aber weiter aus: «Für Moreno wurde es zu einem der wichtigsten Werkzeuge. Er zeigte kein Mitgefühl für die Assistenten und Spieler, die Leute spürten das.»
Moreno war 2019 für ein halbes Jahr interimsmässig Nationaltrainer der spanischen Nationalmannschaft. Seit seinem Engagement bei Sotschi ist der 48-Jährige vereinslos. (riz)
