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In this Oct. 7, 2017 photo, Minnesota United midfielder Collin Martin (17) controls the ball as Sporting Kansas City forward Diego Rubio (11) chases during the first half of an MLS soccer game at TCF Bank Stadium in Minneapolis. Martin announced he is gay, making him the only active male athlete in the major professional sports leagues to come out. He made the announcement on social media Friday, June 29, 2018, before the Loons were to host a Pride Night at home against Dallas. (Anthony Souffle/Star Tribune via AP)

Collin Martin (rechts) im Zweikampf mit Diego Rubio. Bild: AP/Star Tribune

Fussballprofi outet sich: «Ich bin stolz, als offen schwuler Mann zu spielen»

Es ist auch im Jahr 2018 noch eine Meldung, wenn ein Fussballprofi sagt: «Ich bin schwul.» Der US-Amerikaner Collin Martin hat den Schritt gewagt – und erklärt auch, weshalb.



Seit 2013 ist Collin Martin Profi. Zuerst in seiner Heimatstadt Washington D.C., seit eineinhalb Jahren bei Minnesota United. Dort, beim Klub bei dem auch der Zürcher Jérôme Thiesson spielt, fasste er nun seinen Mut zusammen, um sich zu outen. Der 23-jährige Martin ist der einzige Athlet in den fünf grossen nordamerikanischen Sportarten, der sich zur Homosexualität bekennt.

«Heute ist ein wichtiger Abend für mich», schreibt der Fussballer zu einem Foto, das ihn mit einer Regenbogen-Fahne zeigt. «Ich gebe hiermit erstmals öffentlich bekannt, dass ich schwul bin.» Seine Familie und Freunde würden das schon lange wissen, ebenso seine Teamkollegen. «Ich bin stolz, dass es in der Mannschaft und beim Staff alle wissen. Von ihnen habe ich nur Freundlichkeit und Akzeptanz erfahren. Das hat mir den Schritt erleichtert, an die Öffentlichkeit zu gehen.»

Aufruf an andere Sportler

Martin, ein früherer Nachwuchs-Nationalspieler, nutzte die Gelegenheit auch, um anderen Sportlern Mut zu machen. «Egal ob Profi oder nicht, ich möchte alle ermutigen, dass der Sport sie mit ganzem Herzen willkommen heisst.»

Auf Twitter erhält Collin Martin sehr viel Zuspruch. Unter dem Hashtag #soccerforall wird ihm zu seinem Mut gratuliert. Neben den Teams der MLS schreibt unter anderem der 110-fache US-Nationalspieler Jozy Altidore: «Das hier ist die Definition von Courage. Grossen Respekt für dich, Collin.» (ram)

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    Alle Leser-Kommentare
  • honesty_is_the_key 30.06.2018 13:40
    Highlight Highlight Traurig dass man/frau sich dafür noch "outen" muss.
    Es gibt Männer die eher auf blonde Frauen stehen. Es gibt Frauen die eher auf machohaften Typen stehen (zwei willkürlich gewählte Beispiele). Kein Mensch erwartet dass sie sich "outen", das wird einfach so akzeptiert. Und genauso sollte es auch sein, egal ob man/frau Hetero, Homo, Bi, Transsexuell etc. ist.
  • Francis Begbie 30.06.2018 10:44
    Highlight Highlight Ich hasse den Ausdruck Homophobie, es ist keine Phobie, du hast keine Angst. Du bist einfach nur ein Arschloch. (Morgan Freeman)
  • rodolofo 30.06.2018 10:02
    Highlight Highlight Na ja, stolz muss er deswegen doch nicht sein!
    Es ist ja nichts Besonderes, schwul zu sein.
    Wichtiger wäre mir jedenfalls, wie gut er Fussball spielen kann...
    • Aglaya 30.06.2018 11:14
      Highlight Highlight Er ist wohl nicht stolz darauf, schwul zu sein, denn seine sexuelle Orientierung kann er nicht beeinflussen. Sein Stolz richtet sich wohl auf sein Coming Out, das seine Entscheidung war und je nach Gesellschaft, in der man lebt auch heute noch viel Mut braucht.
    • Ueli der Knecht 30.06.2018 12:08
      Highlight Highlight Ich meine, er darf schon stolz sein, dass er in diesem schwulenfeindlichen Umfeld sein persönliches Coming-Out wagt. Auf seinen Mut darf er stolz sein. Der ist schon etwas besonderes. Die meisten wagen nicht einmal ein Coming-Out, selbst wenn sie nicht Profi-Fussballer sind.
  • Le Tintin 30.06.2018 08:24
    Highlight Highlight Und jetzt wäre es langsam Zeit, dass dies auch in Europa passiert. Schliesslich ist‘s 2018 und nicht 1958. Dieses Versteckspiel von schwulen Profi Fussballern muss grauenhaft sein.
    • Knety 30.06.2018 10:30
      Highlight Highlight Bei den Fans in Europa ist es auch verständlich wenn sich schwule Fussballer nicht outen.
      Leider.
    • Ueli der Knecht 30.06.2018 12:06
      Highlight Highlight "Dieses Versteckspiel von schwulen Profi Fussballern muss grauenhaft sein."

      Das Versteckpiel betrifft auch praktisch alle schwule Jugendliche.
      https://www.swissinfo.ch/ger/hohes-suizidrisiko-bei-jungen-homosexuellen/7398168
    • Le Tintin 30.06.2018 14:19
      Highlight Highlight Ueli, stell dir vor, du erzählst mir nichts Neues und ist mir bestens bekannt. Doch das ist in diesem Artikel nicht das Thema.
      Sodeli, jetzt reich ich dir die Senftube mal weiter.
  • winglet55 30.06.2018 07:03
    Highlight Highlight Emanzipiert ist die Menschheit erst, wenn solche Meldungen, keine Meldung mehr wert sind. Weil die sexuelle Ausrichtung eines Menschen nicht wichtiger ist, als die Persönlichkeit.
  • Mia_san_mia 30.06.2018 07:01
    Highlight Highlight Wie kann man da stolz sein...
    • Hoppla! 30.06.2018 09:19
      Highlight Highlight Stolz den Mut aufgebracht zu haben sich zu outen?

      Und nun sag bitte nicht, dass dies im Fussball keinen Mut braucht.
    • Satan (live from hell) 30.06.2018 09:48
      Highlight Highlight Wieso kann man da nicht stolz sein?
    • Shikoba 30.06.2018 10:21
      Highlight Highlight Genau wegen Leuten wie dir fällt es anderen so schwer, sich zu outen. Wenn man nie dafür kämpfen musste, so akzeptiert zu werden, wie man ist, kann man wohl schwer verstehen, wie mutig es ist, diesen Schritt zu wagen. Warum sollte er nicht stolz sein auf die Person, die er ist?
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 30.06.2018 06:31
    Highlight Highlight Collin Martin stösst die Debatte an. Das ist gut so.

    Als ich den Titel las, dachte ich : Das muss doch schon bekannt gewesen sein, dass er schwul ist.

    Dann habe ich im Text gelesen : Seine Familie und Freunde würden das schon lange wissen,
    ☝️ebenso seine 👉Teamkollegen.

    Sorry Collin, das ist kein Outing.

    Wenn Du bei Deinen Mannschafts - kollegen als Hetero giltst und Dich dann als Schwul outest. DAS wäre ein Outing. Das bräuchte wirklich grossen Mut und ist noch nie vorgekommen.

    Aber Collin Martin ebnet sicher den Weg für das Erste Outing.
    • Satan (live from hell) 30.06.2018 09:45
      Highlight Highlight Du scheinst das nicht richtig verstanden zu haben. Er hat sich erst vor der Familie und dem Team geotet, denn sonst wüssten die es nicht, sondern hätten höchstens eine Ahnung. Jetzt hat er sich auch in der Öffentlichkeit geoutet, das heisst er hat schon mehrere Outings hinter sich und ich finde es daneben, ihm hier den Mut abzusprechen, nur weil man wohl den Text nicht richtig gelesen hat.
      Nochmals zum mitschreiben für dich: Das ist das erste Outing!
    • pun 30.06.2018 10:11
      Highlight Highlight Ich bin sicher, Collin hatte bereits andere Outings bevor diesem öffentlichen und ich bin sicher, dass jedes einzelne grossen Mut gebraucht hat. Auch bin ich ziemlich sicher, dass du eine Hete bist, die sich nie outen musste, deshalb scheinst du mir nicht gerade *die* moralische Instanz zu sein, was grossen Mut in Sachen Outing bedeutet.
    • Shikoba 30.06.2018 10:12
      Highlight Highlight Das Problem bei Outings von Sportlern sind ja nicht die Familie oder die Mannschaftskollegen, sondern die Fans. Viele schwule Fussballer sind im Team bereits bekannt, aber outen sich nicht öffentlich, weil sie dann von den Fans nicht akzeptiert werden. Deswegen ist dies sehr wohl ein Outing, er steht nun öffentlich dazu und nicht nur im Familien- und Freundeskreis.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HPOfficejet3650 30.06.2018 03:32
    Highlight Highlight Schade dass man sich immer noch »outen« muss. Ich sehe kein problem damit, aber man muss es nicht immer an die grosse Glocke hängen. Homosexualität ist leider erst dann akzeptiert, wenn die Medien nicht mehr darüber berichten müssen.
    Love is love 🏳️‍🌈
    • phreko 30.06.2018 12:26
      Highlight Highlight An die grosse Glocke hängen es die Medien. Dies, weil es gelesen wird...
    • Fabio74 30.06.2018 17:13
      Highlight Highlight Das Outing ist nötig, solange Hass und Ausgrenzung gegen Minderheiten existiert und dies von rechts aussen und von den Religionen geschürt wird.
      Und die grosse Glocke braucht es, um anderen, die an gleicher Stelle stehen, Mut zu machen und hinzustehen. Stolz zu sein, zu sich zu stehen
  • Fabio74 30.06.2018 00:43
    Highlight Highlight Respekt für diesen Mut

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