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Hier scheitert Infantino daran, Israel und Palästina zu versöhnen

Gianni Infantino versucht vergeblich, die Vertreter Palästinas und Israels zusammenzubringen.Video: twitter

Hier scheitert Infantino kläglich daran, Vertreter Israels und Palästinas zu vereinen

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Vertreter der Verbände Palästinas und Israels beim Kongress des Fussball-Weltverbandes nicht zu einer Versöhnungsgeste bewegen können.
01.05.2026, 10:3401.05.2026, 13:27

Nach den Reden von Dschibril Radschub, dem Präsidenten des Palästinensischen Fussball-Verbandes (PFA), und Bassim Scheich Suliman, dem Vize-Chef des Israelischen Fussball-Verbandes (IFA), bat Infantino beide Funktionäre gemeinsam auf die Bühne in Vancouver.

Während Infantino und Radschub ein intensives Gespräch führten, stand Scheich Suliman einige Meter entfernt und beobachtete die ungewöhnliche Szene. «Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns zusammenarbeiten, um den Kindern Hoffnung zu geben», sagte Infantino, nachdem beide mit einigen Metern Abstand die Bühne wieder verlassen hatten.

Die Versöhnungsgeste bleibt aus.Video: watson

Palästinensischer Verband zieht vor Sportgerichtshof

Zuvor hatte Radschub angekündigt, dass die PFA vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen werde, um eine Entscheidung des FIFA-Councils anzufechten, Israels Fussball-Verband nicht wegen angeblich diskriminierender Handlungen gegen palästinensische Fussballer zu bestrafen.

Die Auswirkungen des politischen Konflikts auf den Fussball beschäftigen die FIFA schon lange. «Beide Verbände haben die gleichen Rechte und Pflichten», versicherte Infantino. Noch unter Ex-Präsident Joseph Blatter, der vor mehr als zehn Jahren aus dem Amt schied, war eine Task Force gegründet worden.

Beide Parteien beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig, die Entwicklung des Fussballs der anderen Seite zu behindern. «Wir verlangen von der FIFA nicht, einen politischen Konflikt zu lösen, wir verlangen, Fussball zu organisieren», sagte Radschub.

FIFA-Council unternahm keine weiteren Schritte

Zuletzt hatte der palästinensische Verband die FIFA aufgefordert, die Teilnahme israelischer Teams, die angeblich auf palästinensischem Gebiet ansässig seien, an israelischen Wettbewerben zu untersuchen. Das FIFA-Council entschied jedoch im März, keine weiteren Schritte zu unternehmen, «da der endgültige rechtliche Status des Westjordanlands gemäss Völkerrecht nach wie vor eine ungelöste und äusserst komplexe Sachfrage darstellt.»

Palestinian Football Association President Jibril Rajoub, right, walks away from FIFA President Gianni Infantino, center, after refusing to stand together with Israel Football Association Vice-Preside ...
Gianni Infantino mit Palästina-Vertreter Dschibril Radschub (r.) und dem Israeli Bassim Scheich Suliman. Bild: keystone

In einem anderen Fall hatte die FIFA den israelischen Verband unter anderem wegen Verstössen eines Clubs gegen Anti-Diskriminierungsregeln bestraft. Die IFA muss deshalb unter anderem eine Geldstrafe in Höhe von 150'000 Schweizer Franken zahlen. (nih/sda/dpa)

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16 Kommentare
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wasps
01.05.2026 10:53registriert Januar 2022
Er benimmt sich wie ein Herrgott und meint, er könne Wunder bewirken. Übers Wasser laufen. Unglaublich abgehoben, dieser Typ.
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Andi7
01.05.2026 10:52registriert November 2019
Charakterlich wie Trump, einfach nur abstossend.
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Mat_BL
01.05.2026 11:55registriert April 2019
Präsident Infantil-ino. Er sollte doch einfach beiden einen FIFA Friedenspreis schenken, dann wäre doch alles gut. Nicht?
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