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Im Blickpunkt: Joshua Kimmich.
Im Blickpunkt: Joshua Kimmich.Bild: keystone

Rummenigge stärkt Impf-Skeptiker Kimmich den Rücken – Hoeness kritisiert Medien-«Tsunami»

Joshua Kimmich gilt als reflektierter Fussball-Profi. Viele sehen in ihm den Bayern- und DFB-Kapitän nach Manuel Neuer. Sein Nein zum Corona-Piks verpasst dem Bild vom Vorbild aber einen anderen Anstrich.
26.10.2021, 07:24
Ein Artikel von
t-online

Die Vereinsführung des FC Bayern München will keinen öffentlichen Druck auf ungeimpfte Fussball-Profis wie Nationalspieler Joshua Kimmich ausüben. Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer betonten am Montagabend in München aber zugleich die klare Corona-Position des deutschen Rekordmeisters.

«Zunächt einmal ist es wichtig, dass wir eine klare Haltung haben, dass wir es allen nur empfehlen können, sich zu impfen. Das haben wir unterstrichen durch mehrere Aktionen», sagte Kahn vor der Premiere der Doku-Serie «FC Bayern – Behind The Legend», die vom 2. November an exklusiv bei Prime Video zu sehen ist, in einem Münchner Kino.

«Joshua hat ja gesagt, vielleicht lässt er sich ja auch noch impfen. Mich würde das freuen.»
Bayern Vereinspräsident Herbert Hainer

«Letztendlich muss man das respektieren, wenn der eine oder andere eben eine andere Meinung hat», ergänzte Kahn konkret zu Kimmich. «Es ist ganz wichtig – und es ist unsere Pflicht als Verein –, ständig Aufklärungsleistung zu zeigen.»

«Es gibt keinen Impfzwang»

Vereinspräsident Hainer betonte ebenfalls einmal mehr die Bedeutung einer hohen Impfquote zur Bewältigung der Corona-Pandemie . «Der FC Bayern unterstützt die Impfaktion nachhaltig. Am Ende des Tages gibt es keinen Impfzwang bei uns. Es ist die Entscheidung eines jeden einzelnen, und das muss man akzeptieren», sagte Hainer. «Joshua Kimmich hat ja gesagt, vielleicht lässt er sich ja auch noch impfen. Mich würde das freuen.»

Der ehemalige Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich nicht besonders überrascht von der Wucht der öffentlichen Debatte. «Corona verfolgt uns jetzt seit anderthalb Jahren. Es überrascht mich nicht, dass es jetzt ein grosses Politikum ist», sagte der 66-Jährige am Montagabend am Rande der Premiere eine Doku-Serie über den FC Bayern in München: «Man sollte die Kirche trotzdem im Dorf lassen.»

«Der einzige, mit dem ich in diesem Zusammenhang rede, ist der Joshua selbst.»
Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeness über die Impf-Frage.

Rummenigge warb für Bayern-Profi Kimmich und plädierte dafür, in punkto Impfen keinen Druck auf den 26-Jährigen auszuüben. «Wenn ich einen Spieler kenne, der extrem verantwortlich und vorbildlich mit vielen Dingen im Leben umgegangen ist, dann war es immer Joshua», erinnerte Rummenigge an seine Zeit als Vorstandschef beim deutschen Rekordmeister. «In dem Fall, glaube ich, wird er dementsprechend irgendwann die richtige Entscheidung fällen», bemerkte Rummenigge in Bezug auf eine immer noch mögliche Corona-Impfung von Kimmich.

Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeness sieht die Medien als Triebfeder der heftigen Impf-Debatte. «Sie sind doch verantwortlich für den Tsunami», sagte der 69-Jährige am Rande der Premiere. Dass sich Kimmich wie wohl auch einige weitere Münchner Profis noch nicht impfen liess, mochte Hoeneß nicht kommentieren. «Der einzige, mit dem ich in diesem Zusammenhang rede, ist der Joshua selbst», sagte der ehemalige Vereinspräsident. Er habe aber eine Meinung dazu.

In den sechs Serienteilen der Doku über den FC Bayern gewährt Deutschlands Topclub exklusive Blicke hinter die Kulissen und ins Innenleben der Mannschaft. «Uns war es wichtig, Nähe und Momente für unsere Fans zu erzeugen, wie sie sie so vom FC Bayern noch nicht gesehen haben», sagte Kahn. (t-online, dpa)

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