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Gut drauf: Ralf Rangnick im Old Trafford.
Gut drauf: Ralf Rangnick im Old Trafford.bild: manutd

Rangnick über Ronaldo: «Der Trainer muss sich den Spielern anpassen, nicht umgekehrt»

Ralf Rangnick hat seine erste Medienkonferenz als Trainer von Manchester United abgehalten. Am Freitagmorgen sprach der Deutsche über seine Ziele, den Kader der «Red Devils», Superstar Cristiano Ronaldo und seine Liebe für den englischen Fussball.
03.12.2021, 11:3903.12.2021, 13:32

Um 9 Uhr morgens schon stand der erste Medientermin von Ralf Rangnick als Trainer von Manchester United an. «In meiner ganzen Karriere ist das vermutlich die früheste Medienkonferenz überhaupt», sagte Rangnick zur Begrüssung mit einem Lächeln. Angesichts des dicht gedrängten Spielplans sei keine andere Uhrzeit möglich gewesen, entschuldigte er sich bei den Reportern dafür, dass diese früh aus den Federn mussten. Gestern siegte Manchester United in einem spektakulären Klassiker 3:2 gegen Arsenal, am Sonntag steht bereits die nächste Partie an, erneut zuhause, gegen Crystal Palace.

Ralf Rangnick wird dann erstmals als Verantwortlicher an der Seitenlinie stehen. Anfang Woche wurde er von Manchester United als Trainer bis Ende Saison verpflichtet, anschliessend sieht der Vertrag eine zweijährige Beratertätigkeit des 63-jährigen Deutschen vor. Die Partie gegen Arsenal sah er noch von der Tribüne aus, nachdem es aufgrund des Brexits zu Verzögerungen beim Erhalt der Arbeitsbewilligung gekommen war.

Ralf Rangnick über …

… die Anfrage von ManUtd

«Wenn ein Klub wie Manchester United dich für so eine Aufgabe anfragt, dann kannst du nicht ablehnen. Er ist der grösste Klub in England und einer der grössten, vielleicht der grösste, der Welt. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe.

Ich schaute kürzlich im Internet nach, wer die besten Spieler der Klubgeschichte waren – man könnte vier Teams mit lauter Legenden erstellen. Das Erbe dieses Klubs ist einzigartig, es gibt nur wenige Klubs mit so einer Geschichte und diesen Erfolgen. Wir müssen diesem Vermächtnis folgen und die DNA von Manchester United respektieren.»

Gegen Arsenal war Rangnick (rechts) noch auf der Tribüne statt auf der Trainerbank.
Gegen Arsenal war Rangnick (rechts) noch auf der Tribüne statt auf der Trainerbank.Bild: keystone

… seine Liebe für den englischen Fussball

«1979 studierte und lebte ich in Brighton, zu jener Zeit verliebte ich mich in den englischen Fussball. Ich fuhr mit dem Zug oft zu Arsenal- oder Tottenham-Spielen in London oder mal nach Liverpool. Auch das Spiel gestern im Old Trafford: Das ist wirklich einzigartig. Du findest nur wenige Teams mit so einer Unterstützung. Für mich ist das die pure Essenz des Fussballs. Ich bin wirklich begeistert, nun ein Teil davon zu sein.»

… sein neues Teams

«Ich habe nicht nur das Spiel gestern gesehen und die paar davor, sondern aus reinem Interesse auch Partien zuvor, noch bevor ich angefragt wurde, etwa jene gegen Manchester City und Liverpool (0:2 und 0:5, Anm.d.Red.). Ich weiss, was in der Premier League abgeht. Zudem habe ich rund zwei Stunden lang mit Ole-Gunnar Solskjaer telefoniert (sein Vorgänger, Anm.d.Red.).

Im Kader hat es viele Talente, aber es gibt auch genügend erfahrene Spieler. Das Team ist definitiv gut genug, um an der Spitze mitzuspielen. Die Top 3 sind sehr stabil, sie haben hervorragende Trainer. Wir müssen auch dahin kommen, wo sie sind. Jürgen Klopp fand damals bei Liverpool keine bessere Mannschaft vor, als ich sie nun bei Manchester United habe.»

Sinnbilder für Jugend und Routine: Jadon Sancho (links) und Cristiano Ronaldo (rechts).
Sinnbilder für Jugend und Routine: Jadon Sancho (links) und Cristiano Ronaldo (rechts).Bild: keystone

… seine Spielphilosophie

«Ich strebe Spielkontrolle an und dass wir es schaffen, den Ball vom eigenen Tor fern zu halten. Es geht um den Zusammenhalt, um Teamgeist. Wir müssen das Spiel kontrollieren, das ist das Hauptziel. Das wird nicht in einem oder zwei Trainings gelingen, auch nicht in einer oder zwei Wochen.»

… die Rolle von Cristiano Ronaldo

«Der Trainer muss sich immer den Spielern anpassen, die er zur Verfügung hat, und nicht umgekehrt. Wenn du Cristiano Ronaldo gestern in der zweiten Halbzeit gesehen hast – grandios. Ich kenne keinen Spieler in seinem Alter, der so fit ist. Er kann stets den Unterschied ausmachen. Aber es geht nicht nur um Cristiano, wir brauchen alle Spieler. Was ich von ihm gesehen habe, ist er gewillt, alles zu machen, was nötig ist.»

CR7 macht die Fans im Old Trafford happy.
CR7 macht die Fans im Old Trafford happy.Bild: keystone

… die kurzfristigen Ziele

«In den nächsten Tagen geht es darum, die Balance zu finden. Gestern haben wir drei Tore benötigt, weil wir zwei erhielten. Wir kassieren zu viele Gegentore, das müssen wir abstellen. Das Spiel gestern war aufregend für die Fans, aber als Trainer willst du solche Spiele weniger, am Ende hätte sowohl das 3:3 wie auch das 4:2 fallen können.

Ich habe nicht viel Zeit, bevor wir am Sonntag bereits wieder spielen, im Prinzip ist es nur ein Training. Da geht es vor allem um das gegenseitige Kennenlernen. Fortschritte müssen Schritt für Schritt erfolgen, sie geschehen nicht einfach so in einem oder zwei Tagen.»

… die Ambitionen

«Wir müssen realistisch sein, der Abstand zu den ersten drei in der Liga ist gross. Aber es geht immer darum, Titel zu gewinnen. Wir überwintern in der Champions League, vielleicht erwischen wir eine günstige Auslosung.

Bei den Young Boys kassierten Luke Shaw und Co. eine Niederlage.
Bei den Young Boys kassierten Luke Shaw und Co. eine Niederlage.Bild: keystone

Meine Aufgabe ist nicht einfach, ich bin erfahren genug, um zu wissen, dass man nicht in wenigen Tagen alles umkrempeln kann. Ich bin sehr ambitioniert, so wie alle Spieler, wie der ganze Klub. Wir wollen die Saison so erfolgreich wie möglich beenden.»

… mögliche Wintertransfers

«Wir haben bislang nicht über neue Spieler gesprochen. Es geht nun darum, in den nächsten Wochen die aktuelle Mannschaft kennenzulernen. Der Kader ist sicher nicht zu klein, wir haben genügend Spieler. Mit der Qualität der Spieler, die wir haben, würden Winter-Transfers nur etwas bringen, wenn sie fast sicher garantieren würden, dass man dank ihnen besser wird. Ich bin mehr als zufrieden mit der Qualität unserer Spieler.»

Angeblich kein Wunschtransfer im Winter: BVB-Knipser Erling Haaland.
Angeblich kein Wunschtransfer im Winter: BVB-Knipser Erling Haaland.Bild: keystone

… eine Sonderprämie für die Vermittlung von Erling Haaland

«Es gibt keine solche Klausel in meinen Vertrag, das ist Quatsch. Haaland ist ein fantastischer Stürmer, ich war ein wenig involviert in seinen Wechsel nach Salzburg vor zwei Jahren. Seither hat die ganze Welt erkannt, wie gut er ist. Bei der Offensivpower, die wir hier haben, müssen wir jedoch nicht über andere Stürmer reden.»

… seine längerfristige Zukunft

«Die Verantwortlichen haben mir sehr klar gemacht, dass wir über eine Rolle als Trainer bis im Sommer reden. Mir ist bewusst, dass sie nun einen Trainer für die Zeit danach suchen, vielleicht kommen sie da dann auf mich. Vielleicht fragen sie mich auch, wen ich als neuen Trainer sehe. Aber mein Fokus liegt nicht auf solchen Fragen, sondern voll und ganz auf den nächsten Spielen.»

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