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«Die Gremien werden ihrer Unabhängigkeit beraubt» – FIFA-Chefaufseher Domenico Scala tritt zurück



FIFA-Chefaufseher Domenico Scala hat nach dem umstrittenen Entscheid des Weltverbandes beim Kongress in Mexiko-City seinen Rücktritt erklärt. 

Der Schweizer reagierte damit auf den Beschluss, dass das FIFA-Council für ein Jahr ermächtigt wurde, Mitglieder der eigenen Kontrollinstanzen zu benennen oder zu entlassen. Diese Aufgaben obliegen eigentlich dem Kongress, der Versammlung der 211 FIFA-Mitgliedsverbände.

Domenico Scala, Chairman of the FIFA's Audit and Compliance Committee, reacts during the Extraordinary FIFA Congress in Zurich, Switzerland February 26, 2016. Crisis-hit world football governing body FIFA faces one of the most important days in its 112-year history when it elects a new leader on Friday hoping to usher in a fresh era after decades of tawdry controversy. REUTERS/Ruben Sprich

Domenico Scala hat genug und tritt zurück.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

«Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten», schrieb der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission in seiner Rücktrittserklärung. 

Scala: «Bin konsterniert»

Die nach vielen Skandalen um Reputation kämpfende FIFA verliert damit ihren wichtigsten Mitarbeiter für die angestrebte Reformagenda. Für Infantino ist der Rücktritt Scalas eine schwere Niederlage. Zumal der als absolut integer geltende Schweizer die Reformbereitschaft des Weltverbandes unter Infantino infrage stellte.

«Ob die verabschiedeten [sic] Reformpunkte nun tatsächlich mit Fleisch und Blut gefüllt werden, bleibt derzeit offen», schrieb Scala. «Ich bin über diesen Entscheid konsterniert, da damit eine zentrale Säule der Good Governance der FIFA untergraben und eine wesentliche Errungenschaft der Reformen zunichte gemacht wird.»

FIFA President Gianni Infantino gives a press conference following the closing of the 66th FIFA Congress in Mexico City, Friday, May 13, 2016.  FIFA's corruption crisis was declared to be over by Infantino on Friday as the scandal-battered governing body broke new ground by appointing a Senegalese United Nations official as its first female and first non-European secretary general. (AP Photo/Rebecca Blackwell)

Gianni Infantino verliert einen wichtigen Mitarbeiter.
Bild: Rebecca Blackwell/AP/KEYSTONE

Eine Reaktion der FIFA steht vorerst noch aus. Infantino befand sich zum Zeitpunkt des Rücktritts auf der Rückreise vom Kongress. Noch vor wenigen Stunden hat der FIFA-Präsident seinen Entscheid verteidigt. (spon/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • pep42 15.05.2016 03:12
    Highlight Highlight Wieso soll es mit Infantino bei der Fifa besser gehen?
    Sein Chef bei der Uefa war doch Platini...das sagt schon
    alles!
    Der nächste der abkassiert...armer Fussball.
  • teab 14.05.2016 15:43
    Highlight Highlight hoffte, dass es bei der FIFA nun anders weitergeht !
    Dieser Entscheid sagt wohl etwas ganz anderes - und schon wieder ist ein Schweizer Präsident verantwortlich.

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