Acht Super-League-Spiele haben die Young Boys in dieser Saison absolviert – und nach wie vor haben sie erst eines gewonnen. Sollte Winterthur heute (16.30 Uhr) in Lugano überraschen können und siegen, rutscht YB auf den letzten Platz ab. Und das als amtierender Meister.
«Das ist unsere Situation im Moment: Der erste Schuss geht gleich ins Tor», meinte bei Blue YB-Torhüter David von Ballmoos. Schon in der 4. Minute gingen die Grasshoppers durch einen noch abgefälschten Schuss von Giotto Morandi im Wankdorf in Führung.
Wie die Berner auf diesen Rückstand reagierten – nämlich fast gar nicht – ärgerte ihren Trainer Patrick Rahmen natürlich. «Für die erste Halbzeit habe ich keine Erklärung. Wir waren passiv, hatten viele Fehlpässe. Das darf uns nicht passieren.»
Nach der Pause war YB zwar etwas besser. «Aber auch das stelle ich mir anders vor», meinte Rahmen. «Natürlich war das frühe 0:1 ein Nackenschlag. Aber dass wir danach nichts Richtiges zustande bringen, ist enttäuschend.»
Es helfe nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Das Team wisse, dass es unter Zugzwang stehe, befand der Trainer. «Wir müssen die Situation annehmen. Wir haben genug Qualität in der Mannschaft, um es besser zu machen.»
Goalie von Ballmoos sprach von einer «schwierigen Situation, das müssen wir nicht schönreden». Die Spieler müssten als Mannschaft näher zusammenrücken, forderte der 29-Jährige. «Wir müssen noch besser arbeiten unter der Woche und es dann besser umsetzen.»
Das Problem der Young Boys ist die zusätzliche Belastung der Champions League. Die verhindert, dass das Team im Training an den Baustellen arbeiten kann. Stattdessen heisst es am Dienstagabend (21 Uhr): FC Barcelona gegen YB.
Die Partie, die ein Highlight in der Karriere jedes gelb-schwarzen Akteurs sein sollte, kommt nun möglicherweise zur Unzeit. Was YB vielleicht etwas Mumm gibt: Barça hat am späten Samstagabend seine erste Niederlage in der Liga kassiert. Es unterlag auswärts Osasuna mit 2:4, bleibt aber nach acht Runden Leader der spanischen Meisterschaft. (ram)