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Forest Green Rovers v Lincoln City - Sky Bet League Two - The New Lawn Stadium A specials board adverting Vegan food inside the hospitality at The New Lawn Stadium, home to Forest Green Rovers EDITORIAL USE ONLY No use with unauthorised audio, video, data, fixture lists, club/league logos or live services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xAndrewxMatthewsx 32780672

Bei den Green Forest Rovers gibt es im Stadion nur veganes Essen. Bild: imago sportfotodienst

Veganes Essen, Stadion aus Holz – das ist der grünste Fussballklub der Welt



Der moderne Fussball ist ein Milliarden-Business. Die «Immer grösser, immer weiter»-Mentalität und Weltmeisterschaften in Russland oder Katar sorgen konstant für Unverständnis. Doch dass moderner Fussball auch ganz anders aussehen könnte, zeigt ein kleiner Klub aus dem Südwesten Englands.

Denn der grünste Fussballklub der Welt ist nicht der FC St.Gallen sondern die Forest Green Rovers. Die englischen Viertligisten – also gerade noch so im Profibusiness – wurden von den vereinigten Nationen als erster Klimaneutraler Klub der Welt eingestuft. Der Umweltschutz zieht sich auf vielen Ebenen durch den ganzen Verein.

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Eine Doku über den ersten veganen Fussballklub der Welt. Video: YouTube/OneFootball Deutschland

Auf dem Stadiondach stehen Solaranlagen, die rund einen Fünftel des Energiebedarfs des Klubs decken. Den restlichen Strom beziehen die Rovers aus Windenergie. Wenn es geht, nehmen Fans und Klubvertreter Elektroautos, für die bei der Geschäftsstelle diverse Ladestationen bereitstehen. Und falls ein Fahrzeug doch mal Benzin benötigt, gibt es auch eine Zapfsäule mit Biobenzin aus dem recycelten Frittierfett der Stadionkantine.

Auch das Essen im Stadion ist speziell ökologisch. Wurst vom Grill oder einen Burger? Gibt es in der Rovers-Heimstätte «The New Lawn» alles nicht. Sämtliche Produkte auf der Speisekarte sind nämlich komplett vegan. Auch das Bier, das in kompostierbaren Bechern serviert wird. Die Menüwahl stiess bei den Fans anfangs auf Unverständnis, hat sich mittlerweile aber gut durchgesetzt.

Auch bei den Spielern ist das vegane Essen beliebt. Zwar dürfen sie sich ausserhalb des Stadions ernähren, wie sie wollen. Doch viele haben sich von der Klub-Philosophie inspirieren lassen. Reuben Reid, mittlerweile nicht mehr beim Klub, stellte etwa seine Ernährung um und sagte: «Ich schlafe jetzt besser, habe weniger Verletzungen und bessere Haut, verlor dazu ein wenig Gewicht.»

Forest Green Rovers v Leyton Orient EFL Cup 05/09/2020. Forest Green Rovers Kane Wilson2 runs forward during the EFL Cup match between Forest Green Rovers and Leyton Orient at the New Lawn, Forest Green, United Kingdom on 5 September 2020. Forest Green New Lawn Gloucestershire United Kingdom Editorial use only DataCo restrictions apply See www.football-dataco.com PUBLICATIONxNOTxINxUK , Copyright: xShanexHealeyx PSI-10415-0069

Die Bambus-Trikots der Forest Green Rovers sind äusserst beliebt. Bild: www.imago-images.de

Nicht nur Spieler und Fans, sondern auch der Rasen bekommt eine rein pflanzliche Ernährung vorgesetzt. «Wir nutzen als Dünger zum Beispiel Seetang aus Schottland. Wir lassen im Boden die Bakterien für uns arbeiten», erklärt Platzwart Adam Witchell. Der Rasen wird von einem solarbetriebenen Mähroboter gestutzt. Und gewässert wird ausschliesslich mit aufgefangenem Regenwasser.

Bleibt die Frage, warum das andere Klubs nicht machen? Es ist nicht so, dass gar nichts gemacht wird. Gerade in der Bundesliga gibt es Initiativen: Mainz und Werder Bremen etwa setzen auf grosse Photovoltaikanlagen auf ihren Stadiondächern. Bremen bekannte sich 2019 auch öffentlich dazu, die Ziele des Klimastreiks zu unterstützten. Die TSG Hoffenheim pflanzt Bäume in Afrika, um den eigenen CO2-Ausstoss zu kompensieren.

Doch um die Klimafreundlichkeit derart radikal umzusetzen, wie es die Forest Green Rovers tun, braucht es einen Besitzer oder Investor, der zu 100 Prozent dahinter steht. Neben Arsenal-Verteidiger Hector Bellerin stieg vor wenigen Tagen ein zweiter grosser Investor ein.

Lutz Pfannenstiel im Interview über Fussball und das Klima

Video: watson/sandro zappella, linda beciri

Es ist Dale Vince. Der Windenergie-Millionär rettete den Klub vor dem finanziellen Ruin und sah ihn als Chance, eine neue Zielgruppe «auf die Gefahr des Klimawandels aufmerksam zu machen». Mit Erfolg. Mittlerweile hat der Verein über 50 Fanklubs in 20 verschiedenen Ländern. Die ökologischen Bambus-Shirts waren schon drei Mal ausverkauft.

Auch andere Klubs und Mannschaften wurden auf die Öko-Richtlinien der Rovers aufmerksam. So besuchten schon Funktionäre der englischen Nationalmannschaft und Premier-League-Klubs den Verein, um sich etwa den grünen, veganen Rasen anzuschauen. Mittlerweile hat GFR auch ein Catering gegründet, das unter anderem Chelsea und Norwich City mit veganem Essen versorgt.

Ein Traum blieb Klubbesitzer Dale Vince bislang aber noch unerfüllt: Jener von einem reinen Holzstadion. Der «Eco Park» soll 5000 Besucher fassen und der Gemeinde zu Gute kommen. So sind zwei Spielfelder geplant, von dem eines öffentlich zugänglich sein wird. Lange wurde er aber von politischen Hindernissen aufgehalten. Seit kurzem ist aber wieder Bewegung in der Sache. Der Klub erhielt für das Stadion – entworfen von der mittlerweile verstorbenen Londoner Star-Architektin Zaha Hadid – Anfang März grünes Licht.

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TheKen 13.09.2020 18:25
    Highlight Highlight Ich habe es auch mal mit den Veganburgern ausprobiert. Auf dem Grill. Ist nicht mal so übel. Habe alle Sorten aus dem Regal Migros, Coop getestet. Das Essen liegt nicht so schwer im Magen. Nicht so saftig wie echt. Aber ich könnte damit leben.
  • JefftheBeff 13.09.2020 18:16
    Highlight Highlight Toll, rund um den Fußballplatz, zwischen Tribünen und Seitenlinien, könnte man auch einen Gemüsegarten anlegen.
  • Auric 13.09.2020 17:56
    Highlight Highlight Wenn man die Oscar Regeln auf den Fußball anwendet spielen die nächstes Jahr in der CL
  • Glenn Quagmire 13.09.2020 13:55
    Highlight Highlight Habt ihr nicht schon vor ein paar Jahren darüber berichtet? Der Club geistert jedenfalls seit einigen Jahren durch diverse Medien wegen dem besonderen Konzept
    • Adam Gretener 13.09.2020 14:28
      Highlight Highlight *des besonderen Konzepts.
    • Auric 13.09.2020 17:54
      Highlight Highlight Versuchen die ihre Gegner im Sitzkreis zu besiegen?
    • JefftheBeff 13.09.2020 22:47
      Highlight Highlight Giggity Giggity
  • Exilglarner 13.09.2020 13:47
    Highlight Highlight Ist doch ganz praktisch... wenn der Club nichts mehr 'taugt', kann er einfach ''kompostiert'' werden...😂
    • Adam Gretener 13.09.2020 13:53
      Highlight Highlight Ja, superlustig.
    • ThePower 13.09.2020 14:38
      Highlight Highlight Badumm tss🥁
  • So oder so 13.09.2020 13:33
    Highlight Highlight Cashew Nüsse sind sicher auch voll Bio.
  • Jaiho 13.09.2020 12:48
    Highlight Highlight Schlecht recherchiert: sie sind in der 2. Liga und nicht in der 4.
    • Manuel77ch 13.09.2020 13:04
      Highlight Highlight Die League 2 ist die vierthöchste Profiliga, also selber schlecht recherchiert ;-)
    • somota 13.09.2020 13:08
      Highlight Highlight Noch schlechter recherchiert. Die League Two ist in England hinter der PL, Championship und League One der vierthöchste Spielbetrieb.
      Ade merci
    • vescovo 13.09.2020 13:13
      Highlight Highlight Sie spielen in der League 2, die 4. höchste Liga in England.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mäni99 13.09.2020 12:44
    Highlight Highlight Das finde ich echten Sport, nicht das übertriebene Zeugs am Fernsehen und den Millionentransfers wo nur gewinnt wer Geld hat!
    • Adam Gretener 13.09.2020 14:29
      Highlight Highlight Oder Ortogeraphie.
  • GraveDigger 13.09.2020 11:34
    Highlight Highlight Ein zweiter grosser Investor... sagt schon alles. Geht nicht um den Umweltschutz, sondern ums Geld verdienen. Nicht der grüne Anstrich schützt die Umwelt sondern der Verzicht, was aber bei Investoren eher nicht auf Interesse stossen würde.

    Die sauberste Energie ist die, die nicht verbraucht wird.
    • Merida 13.09.2020 12:01
      Highlight Highlight Als ob es nicht überall Investoren bräuchte...
      Nur haben halt einige wenige erkannt, dass man Ökologie und Investment auch sinnvoll kombinieren kann.
    • Forest 13.09.2020 12:11
      Highlight Highlight Dann erklär mir mal bitte was daran falsch ist? erneuerbaren Energien, Elektro statt Verbrenner oder kompostierbaren Produkte statt Plastik? Oder ist wie bisher weitermachen deiner Meinung nach besser?
  • Dong 13.09.2020 11:25
    Highlight Highlight Was ist an einer WM in Russland unverständlich? Gehört doch auch zur Welt... Katar im Winter hingegen find ich dann auch diskutabel.
    • Glaedr 13.09.2020 12:14
      Highlight Highlight Anscheinend gehört der Berichtschreiber zu den Leuten die denken
      Russland = böse
      Westen/USA = guten
      Wenn man jetzt so die WM Länder anschaut ist Russland sicher die bessere Wahl als Südafrika oder Brasilien.
      Arme Länder sollten nie die WM austragen
    • f303 13.09.2020 12:35
      Highlight Highlight Das Zustandekommen der Vergabe.
    • ands 13.09.2020 13:09
      Highlight Highlight Dass man Infrastruktur baut, welche für einen knappen Monat genutzt wird. Das ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Dabei gäbe es durchaus Länder, in denen die Infrastruktur bereits existiert oder - falls doch etwas zusätzliches nötig ist - weiter genutzt würde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Forest 13.09.2020 11:23
    Highlight Highlight 😍

Kommentar

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