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Galatasaray fans light flares to celebrate their goal against Fenerbahce during the Turkish Super League derby soccer match between Galatasaray and Fenerbahce in Istanbul April 6, 2014. REUTERS/Murad Sezer (TURKEY - Tags: SPORT SOCCER)

Bild: X90138

16 Karten, davon zweinmal gelb-rot

Ganz normaler Derby-Wahnsinn in Istanbul

Es war wieder mal soweit. In Istanbul kam es gestern zum Gipfeltreffen zwischen den Stadtrivalen Galatasaray und Fenerbahce. Der schwierigste Job hatte sicher Bülent Yildrim, der Schiedsrichter in dieser Partie. 



Der schlimmste Job der Welt

In der legendären Fernsehserie «Eine schreckliche nette Familie» ist Ed O'Neil alias Al Bundy ein Schuhverkäufer, der den schlimmsten Beruf der Welt hat. Meist übergewichtige (Al würde sagen fette Kühe) Damen mit zu grossen Füssen wollen in zarte Pumps gesteckt werden. Die Macher der Serie hätten aus Al Bundy sicher einen Schiedsrichter gemacht, wenn sie die gestrige Partie gesehen hätten. 

Al Bundy – Best of Schuhladen. YouTube/hansipante1965

Das ganze Drama beim «interkontinentalen Derby» – so genannt weil die Klubs jeweils in verschieden Stadtteilen beheimatet sind, Fenerbahce auf asiatischer Seite, Galatasary auf europäischer – beginnt jeweils schon vor dem Abpfiff. Die Auswärtsmannschaft – in diesem Falle Fenerbahce – wird bei der Anfahrt mit dem Bus mit Steinen eingedeckt von den gegnerischen Fans. 

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Gif: Vine/Kadikoy_Titans

Laut Fernsehberichten waren beim gestrigen Hochrisikospiel fast so viele Polizisten wie Fans anwesend. Das ausverkaufte Stadion Türk Telekom Arena fasst 52'650 Zuschauer...

Erster Platzverweis bereits vor der Pause

Noch vor dem Halbzeitpfiff wird bereits der erste Spieler unter die Dusche geschickt. Emre Belözoglu, berühmt-berüchtigter Heisssporn auf der Seite des auf dem asiatischen Teil liegenden Klubs Fenerbahce, macht als bereits verwarnter Spieler gegen sein Pendant im Galatasaray-Dress – dem Brasilianer Felipe Melo – eine Grätsche und sieht zurecht die gelb-rote Ampelkarte. 

epa04157044 Fenerbahce's Emre Belozoglu (2-R) reacts after receiving a red card during the Turkish Super League match between Galatasaray and Fenerbahce in Istanbul, Turkey, 06 April 2014.  EPA/SEDAT SUNA

Bild: EPA/EPA

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Gif: YouTube/Svetlin Asenov

Kein Beruhigungstee verabreicht

In der ersten Halbzeit sind insgesamt sieben gelbe und eine gelb-rote Karte zu sehen. Der Pausentee ist wohl definitiv kein Kamillentee. Es geht nämlich im ähnlichen Stil weiter. Bis zur 87. Minute spricht der bedauernswerte Unparteiische Yildrim weitere sechs Mal eine Verwarnung aus. Dann muss auch der Agressivleader Melo von Galatasaray wegen Reklamieren vorzeitig das Spiel verlassen. 

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Hier hat Felipe Melo noch Freude. Nach dem Platzverweis gegen Emre provoziert der Brasilianer die Gegner mit seinem Zungenspiel. Gif: Vine/De Marke

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Der Arbeitsrapport von Schiedsrichter Bülent Yildrim. Bild: transfermarkt.ch

Reaktionen in der Twittergemeinde

epa04157117 Galatasaray's Wesley Snejder (R) argues with Fenerbahce players during the Turkish Super League derby match between Galatasaray vs Fenerbahce in Istanbul, Turkey, 06 April 2014.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Bild: EPA/EPA

epa04157152 Galatasaray's Veysel Sari (R) argues with Fenerbahce's Bruno Alves during the Turkish Super League derby match between Galatasaray vs Fenerbahce in Istanbul, Turkey, 06 April 2014.  EPA/SEDAT SUNA

Bild: EPA/EPA

Ein Tor gab es auch noch im «Fauna-Duell»

Die «Löwen» (Gala) bezwingen übrigens die «Kanarienvögel» (Fener) dank eines frühen Treffers des Mannes aus dem Tulpenland, Wesley Sneijder. Der frühere Inter-Profi verwertet eine Vorlage von Melo in der zehnten Minute mit einem satten Schuss in die rechte untere Torecke.

YouTube/Nag Sport 2

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Trotz der Niederlage ist Fenerbahce weiterhin auf Meisterkurs. Bild: transfermarkt.ch

Auch Frau Sneijder weiss um die Wichtigkeit der Farbenwahl in Istanbul

In Istanbul ist der Alltag geprägt von der Zugehörigkeit zum Klub. Selbst Kindergärten und Universitäten sind fest in der Hand der Fussballvereine. In der türkischen Metropole ist man also entweder gelb-rot (Gala), gelb-blau (Fener) oder schwarz-weiss (Besiktas). Meine Wenigkeit ist übrigens für Besiktas. Dessen Anhänger haben jeweils ihr Klubsymbol – einen Adler, meist aus Stein – vor der Haus platziert, um ihr Gebiet zu markieren. Hat mir irgendwie gefallen diese «offensive Dreistigkeit» bei meinem Türkeiaufenthalt in der Kindheit.

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