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Biles bei den olympischen Spielen in Rio. 
Biles bei den olympischen Spielen in Rio. Bild: AP/AP

«Ich bin eine der Überlebenden» – das Schock-Statement von Star-Turnerin Biles auf Deutsch

Metoo gibt ihr den Mut zu reden: In einem emotionalen Brief erklärt die vierfache Olympiasiegerin Simone Biles, vom früheren Teamarzt sexuell missbraucht worden zu sein. 
16.01.2018, 02:5916.01.2018, 10:49

Genug ist genug. Die US-Starturnerin Simone Biles verkündet öffentlich, dass sie vom früheren Teamarzt Larry Nassar sexuell missbraucht worden sei. 

Dieser steht derzeit wegen Übergriffen gegen 100 andere Sportlerinnen vor Gericht. Die Opfer sollen teils jünger als 13 Jahre alt gewesen sein. 

Der frühere Teamarzt Larry Nassar bei einer Anhörung. 
Der frühere Teamarzt Larry Nassar bei einer Anhörung. Bild: AP/Lansing State Journal

In einem emotionalen Statement schreibt die 20-Jährige, warum sie mit ihrer Geschichte jetzt an die Öffentlichkeit geht: 

«Die meisten von euch kennen mich als glückliches, lachendes Mädchen, das vor Energie nur so strotzt. In letzter Zeit ... war ich geknickt und je mehr ich versuche, die Stimme in meinem Kopf zu verdrängen, desto lauter schreit sie. Ich habe keine Angst mehr, meine Geschichte zu erzählen.
Ich bin auch eine von vielen Überlebenden, die von Larry Nassar sexuell missbraucht worden sind. Bitte glaubt mir, wenn ich euch sage, dass es sehr viel schwieriger war, diese Worte zum ersten Mal laut auszusprechen, als sie jetzt zu Papier zu bringen. Es gibt viele Gründe, warum ich zögerte, meine Geschichte zu erzählen, aber ich weiss jetzt, dass keiner davon meine Schuld ist.

Biles' Statement

Bild: https://twitter.com/Simone_Biles
Es ist nicht normal von einem Team-Arzt, der das Vertrauen aller geniesst, Behandlungen zu erhalten, die dieser schrecklicherweise auch noch als ‹Spezialbehandlungen› bezeichnet. Ein solches Verhalten ist komplett inakzeptabel, verabscheuungswürdig und übergriffig, erst recht, wenn es jemand an den Tag legt, von dem man mir gesagt hat, ich müsse ihm vertrauen.
Zu lange habe ich mich gefragt ‹War ich zu naiv? War es mein Fehler?› Jetzt kenne ich die Antworten auf diese Fragen. Nein. Nein, es war nicht mein Fehler. Nein, ich soll und ich werde nicht die Schuld auf mich nehmen, die alleine Larry Nassar, die USAG und andere auf sich nehmen müssen.
Es ist unglaublich schwierig für mich, dass diese Erlebnisse nun alle wieder hochkommen und es bricht mir das Herz, besonders wenn ich jetzt an meinem Traum von Tokyo 2020 denken und immer wieder dasselbe Trainingscenter zurückkehren muss, in dem ich missbraucht worden bin.
2016 erhielt Biles von Obama eine Auszeichnung. 
2016 erhielt Biles von Obama eine Auszeichnung. Bild: AP/AP
Nachdem ich die Geschichten meiner tapferen Freundinnen und anderen Überlebenden von Larry Nassar gehört habe, weiss nun auch ich, dass es nicht diese schrecklichen Erlebnisse sind, die mich ausmachen. Ich bin sehr viel mehr als das. Ich bin einzigartig, gescheit, talentiert, motiviert und leidenschaftlich, bei allem was ich mache. Ich habe mir gesagt, dass ich am Ende eine sehr viel grössere Geschichte bin und erzähle, als der Missbrauch und ich verspreche euch allen, dass ich nicht aufgeben werde. Ich werde alles geben, jedes Mal, wenn ich die Turnhalle betrete. Ich liebe diesen Sport viel zu sehr und ich war nie eine, die hinschmeisst. Nie werde ich zulassen, dass dieser einzelne Mann und alle jene, die ihn gedeckt haben, mir meine Liebe und meine Freude stehlen.
Wir müssen herausfinden, warum dies über so lange Zeit so vielen von uns passieren konnte. Und wir müssen sicherstellen, dass sowas nie wieder geschehen kann.
Während ich versuche, weiterhin einen vernünftigen Umgang mit meinem Schmerz zu finden, möchte ich alle bitten, meine Privatsphäre zu respektieren. Das ganze ist ein Bewältigungsprozess und zwar einer, für den ich noch mehr Zeit brauchen werde.»
XO SImone Biles.

Nassar hat sich bereits in mehreren Fällen schuldig bekannt und wurde Anfang Dezember wegen Besitzes von Kinderpornos zu 60 Jahren Haft verurteilt.

(amü)

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Video: srf

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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WayneTheBrain
16.01.2018 07:44registriert Dezember 2016
60 Jahre Haft finde ich absolut angemessen. So wird er nie wieder die Gelegenheit haben, sich an Kindern zu vergehen. Mein Beileid all denen die ihn ertragen mussten!
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MacB
16.01.2018 09:37registriert Oktober 2015
Übel finde ich ja, dass der Verband längst davon wusste und es über lange Zeit vertuscht und mit Schweigegeldern erledigt hat.

Diejenigen, die den guten Herrn in Sorge um den eigenen Ruf noch gedeckt haben, gehören ebenso hart bestraft. Duldung resp. Hilfsverweigerung ggü. den Opfern finde ich fast noch das schlimmere Vergehen.
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Texas Florida CH seit Öffnung vs D F I BEL ESP et
16.01.2018 07:56registriert August 2016
60 Jahre Haft. Wow. Das hat tatsächlich abschreckende Wirkung und ist nicht nochmals eine Verhöhnung der Opfer.
Wir haben in CH andere Gesetze, aber von dieser Haltung könnten einige CH-RichterInnen etwas lernen.
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