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Wimbledon: Elina Switolina weint auf dem Platz nach russischem Angriff

Elina Svitolina of Ukraine addresses the crowd defeating Xinyu Wang of China in their fourth round match at the Wimbledon tennis championships in London, Monday, July 8, 2024. (AP Photo/Mosa'ab E ...
Elina Switolina bricht beim Interview in Tränen aus. Bild: keystone

Ukrainischer Tennisstar Switolina weint auf dem Platz nach russischem Raketenangriff

Die Tennisspielerin Elina Switolina brach nach ihrem Sieg bei Wimbledon in Tränen aus. In ihrer Heimatstadt hatte es kurz zuvor einen verheerenden Angriff gegeben.
09.07.2024, 07:37
Anna-Lena Janzen / t-online
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Ein Artikel von
t-online

Nach einem überzeugenden Sieg bei Wimbledon ist die ukrainische Tennisspielerin Elina Switolina noch auf dem Platz in Tränen ausgebrochen. Der Grund ist ein russischer Raketenangriff auf ihre Heimatstadt Kiew, bei dem auch ein Kinderkrankenhaus getroffen wurde.

«Es ist heute ein sehr schwieriger Tag für Ukrainer», sagte Switolina unter Tränen während ihres Interviews nach dem Spiel. «Es war nicht einfach, sich heute auf das Spiel zu konzentrieren. Seit dem Morgen ist es sehr schwierig, die Nachrichten zu lesen und auf den Platz zu gehen.»

Die 29-Jährige hatte am Montag ihr Achtelfinale in Wimbledon gegen die chinesische Spielerin Wang Xinyu mit 6:2, 6:1 gewonnen. Doch wie sie nach ihrem Sieg mitteilte, war der Tag für sie alles andere als einfach.

Switolinas emotionale Reaktion

Der schreckliche Anlass für ihre Emotionen waren die jüngsten Entwicklungen in ihrer Heimat Ukraine. Nur wenige Stunden vor dem Spiel hatte Russland Raketen auf die Hauptstadt Kiew abgefeuert. Dabei kamen fast 40 Menschen ums Leben. Eine der grössten Kinderkliniken in Kiew wurde schwerbeschädigt. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von 16 Verletzten in dem Krankenhaus, unter ihnen sieben Kinder.

Elina Svitolina of Ukraine reacts after defeating Xinyu Wang of China in their fourth round match at the Wimbledon tennis championships in London, Monday, July 8, 2024. (AP Photo/Mosa'ab Elshamy)
Switolina mit schwarzem Trauerschleifchen.Bild: keystone

Um den Opfern des Angriffs zu gedenken, trug Switolina bei ihrem Spiel ein schwarzes Schleifchen angeheftet an ihren Dress – eine Ausnahmegenehmigung, denn üblicherweise müssen alle Wimbledon-Teilnehmer komplett weiss gekleidet sein.

Ein «kleines Licht» für die Ukraine

Die Nummer 21 der Welt sah ihre sportliche Rolle und Verantwortung: «Ich muss auch daran denken, wie ich das für das ukrainische Volk nutzen kann. Zumindest war mein Sieg heute ein kleines Licht, das den Menschen in der Ukraine einen glücklichen Moment beschert hat», so die Spielerin in ihrem Interview.

In den sozialen Medien reagierten zahlreiche Zuschauer mit Zeichen der Solidarität auf die emotionalen Worte. Auch wurde diskutiert, dass Switolina nun im Viertelfinale auf die gebürtige Russin Jelena Rybakina treffen wird. Rybakina wurde zwar in Moskau geboren, repräsentiert jedoch seit 2018 Kasachstan. «Sie hat ihre Nationalität gewechselt, das bedeutet, dass sie ihr ursprüngliches Land nicht repräsentieren will – also funktioniert es», antwortete Switolina auf die Frage, ob sie Rybakina die Hand schütteln werde.

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Russischer Angriff auf Krankenhaus in Kiew
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Russischer Angriff auf Krankenhaus in Kiew
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quelle: keystone / evgeniy maloletka
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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tante Karla
09.07.2024 07:53registriert März 2024
Fans der Achse Teheran-Moskau sind stolz auf diesen Angriff. Ich kann solche Leute beim besten Willen nicht verstehen.
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Nikl
09.07.2024 09:55registriert Juli 2019
Ich habe Gestern 5 Videos mit verschiedenen Experten gesehen… alle sagen die Wahrscheinlichkeit für ein Versehen sei viel kleiner als 1%.

Wenn ich Ukrainer wäre stünde ich spötestens Heute im Rekrutierungsbüro!
Das ist nichts als Terrorismus.
Zum kotzen diese dre*ks Putin Fans. Bei solchen Menschen kann man nur hoffen das es eine Hölle gibt!
Ich hab gerade so einen Hass auf alle die Russland im Recht sehen.
Und die Fragen sich echt wieso die Ukraine nicht einfach aufgeben will.
🤬🤬🤬🤬🤬🤬🤬
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Dee5437
09.07.2024 08:30registriert Oktober 2021
Während sich 100 Kommentiere auf Toni Kroos Aussage stürzen, wird es hier wieder erstaunlich ruhig sein. Erschreckend, die Schweizer Prioritäten. Auf Deutschland stürzen und ihre Abneigung abfeiern, aber den russischen Terrorismus herunterspielen.
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