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Interview

SCB-Boss Lüthi: «Wir werden wohl nicht um Lohnkürzungen herumkommen»

Die Eishockey-Meisterschaft kann am 1. Oktober beginnen. Aber die Freude von SCB-Manager Marc Lüthi über die Rahmenbedingungen hält sich in engen Grenzen. Weil die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht gut sind.



Können Sie mit den Weisungen des Bundesrates leben?
Marc Lüthi:
Ja und Nein. Bei einer Sitzplatzauslastung von zwei Dritteln haben wir rund 6000 Plätze und können die Saison finanzieren. Aber mit einem Minus zwischen drei und fünf Millionen Franken.

Sie haben mehr Saisonkarten verkauft als Sie nun Plätze anbieten können. Wie lösen Sie dieses Problem?
Jeder Saisonkarten-Inhaber hat Anrecht auf 25 Heimspiele. Wenn er diese Saison nicht 25 Heimspiele besuchen kann, dann werden die verpassten Spiele auf die nächste Saison überschrieben.

CEO Marc Luethi, spricht mit Journalisten nach einer Vorsaison-Medienkonferenz des SC Bern, am Montag, 31. August 2020 in der Postfinance Arena, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Marc Lüthi, der starke Mann des SC Bern. Bild: keystone

Bei einem erwarteten Verlust von drei bis fünf Millionen werden Sie Bundeshilfe benötigen. 150 Millionen stehen in Form von Krediten bereit. Aber die Klubs akzeptieren die Bedingungen bisher nicht. Ändert sich das nun?
Die Bedingungen werden zurzeit im Parlament diskutiert …

… die Kredite müssen in Subventionen umgewandelt werden?
Das ist kaum machbar. Gewisse Rahmenbedingungen müssen geändert werden, insbesondere ist es nicht möglich, solidarisch für andere Klubs zu haten. Wir können mit Krediten leben, wenn sie einzeln abgerufen werden können und die Rückzahlungsfristen lange genug sind.

Wie lange?
Zehn Jahre.

Werden diese Änderungen durchkommen?
Es ist ein politischer Prozess, zuständig ist nun das Parlament.

Werden Sie die Spielerlöhne kürzen, um den Verlust zu verringern?
Wir werden in allen Bereichen sparen müssen. Auch beim Personal. Wir werden wohl nicht um Lohnkürzungen herumkommen.

Auch beim spielenden Personal?
Ja.

Werden die Spieler Kürzungen akzeptieren?
Ich gehe davon aus, dass sie die Notwendigkeit einsehen. Wir machen das ja nicht, weil wir sie nicht mehr gern haben. Sondern weil es eine unabdingbare Notwendigkeit ist.

In welchem Umfang sind Lohnkürzungen zu ewarten?
Das kann ich noch nicht abschätzen und wenn ich es wüsste, würde ich es zuerst unseren Spielern sagen.

Sind die nun erlassenen Weisungen des Bundesrates in der Praxis überhaupt umsetzbar?
Ja, das haben wir durchgespielt.

Ist eine Maskenpflicht im Stadion durchsetzbar?
Davon gehe ich aus.

Die Bewilligungshoheit liegt weiterhin bei den Kantonen. Sind Ihre Beziehungen zu den Behörden so gut, dass es keine Probleme geben wird?
Wir sind im ständigen Kontakt mit den zuständigen Stellen. Es kommt darauf an, wer schliesslich das letzte Wort haben wird.

Also gute Beziehungen?
Es kommt nicht auf Beziehungen an, sondern auf die epidemiologische Lage in den betreffenden Kantonen.

Spannen Sie in der Sache mit YB zusammen?
Nein. Wir tauschen zwar Informationen unter allen Profiteams im Kanton aus, aber wir arbeiten vor allem mit den anderen Hockeyklubs.

Ist diese Zusammenarbeit gut?
Ja, die ist neben dem Eis sehr gut.

Dann steht einem Beginn der Meisterschaft am 1. Oktober also nichts mehr im Wege?
Das ist zu hoffen.

Warum nicht ein freudiges, euphorisches «Ja!»?
Wir sind zwölf Klubs, ich kann nicht für die anderen reden.

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kasatanov 03.09.2020 13:51
    Highlight Highlight Ist doch ganz einfach: mit den Einnahmen leben, die realistisch zu erreichen sind. Löhne entsprechend anpassen, transparent kommunizieren. wer das nicht akzeptieren will, erhält eine Aenderungskündigung. Die möglichen Abgänge mit Elitejunioren auffüllen.
  • Christian Stettler 03.09.2020 13:38
    Highlight Highlight Aber die Sportgastro AG kann es sich leisten, das Mappamondo 2 1/2 Monate geschlossen zu halten?
  • radical 03.09.2020 13:25
    Highlight Highlight Das Gejammer geht auf den Sack. Spielergehälter kürzen um 30 bis 50 % und der Lüthi hat über eine Million eingespart. Bei Davos das 2.5 Mio Spielergehältern ebrnfalls. Gestern hat Domenig gesagt 7 Mio werden fehlen, heute sagt Gianola was anderes. Jammern hat noch nie geholfen.
    KMUs und kleinete Unternehmen stellen sich den Problemen, Clubs jammern tum. Kommt von eure hohen Ross runter,stellt euch endlich so auf wie eine richtige Unternehmung, macht Reserven die in Krisen helfen, schafft vernüftige Lohnstrukturen. Bern ist und war einer der Lohntreiber der letzten Jahre.
  • beet 03.09.2020 09:50
    Highlight Highlight und, dann senke deine kosten, wenn interessiert dein gejammer lüthi?
    • anderesicht 03.09.2020 10:08
      Highlight Highlight Der Journalist welcher die Fragen stellt. Und Sie der den Artikel liest und dazu noch einen Kommentar schreibt.
  • Zanzibar 03.09.2020 06:15
    Highlight Highlight Wer weiss, vielleicht gibt es im Laufe der Saison ja weitere Lockerungen und es können plötzlich mehr Leute in de Stadien.
    • CaptainObvious 03.09.2020 07:38
      Highlight Highlight Wenn ich die altuellen Infektions-Tendenzen betrachte, erscheinen mir Verschärfungen realistischer.
      Aber ja, wir hoffen auf das Beste.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 03.09.2020 06:12
    Highlight Highlight Schutzkonzept hin oder her, das Risiko, sich an einer Massenveranstaltung mit Corona anzustecken ist vorhanden und darum werde ich das meiden.
    • Devon 03.09.2020 07:13
      Highlight Highlight Passen Sie einfach auf Herr Morgenthaler-Müller dass Sie sich nicht sonst irgendwo eine Grippe oder einen Schnupfen einfangen. Aber schön meiden Sie solche Anlässe, dann hat es mehr Platz für andere.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 03.09.2020 07:30
      Highlight Highlight @Devon. Bei Ihnen ist also tatsächlich noch nicht angekommen, dass Corona keine Grippe ist?
    • dechloisu 03.09.2020 08:36
      Highlight Highlight Herr Morgenthaler, das ist Ihr gutes Recht.
      Sie werden auch nicht der Einzige sein, welcher diese Überlegung hat.


      Das gute an einer Demokratie ist ja schliesslich dass jeder machen darf wie er es gerne möchte.

      Und wenn es gemäss Bund die möglichkeit geben soll, dass das Stadion unter gewissen Umständen besucht werden darf, macht das einige Leute glücklich
    Weitere Antworten anzeigen
  • Troll26 02.09.2020 22:40
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • anderesicht 03.09.2020 10:00
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Troll26 03.09.2020 11:24
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Hoopsie 03.09.2020 11:27
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoopsie 02.09.2020 22:30
    Highlight Highlight Immer diese Grännis. Zur Erinnerung, bei der Eishockey WM 2009 waren in der Halle auch alles Sitzplätze. Damals fasste die Eishalle 11'500 Sitzplätze und zudem wurde viel Platz für 2 Skoda Fahrzeuge und einer riesigen Medientribüne verschenkt. Warum dass jetzt plötzlich nur noch 9000 Sitzplätze gemacht werden können, kann uns ja der Herr Lüthi bei anderer Gelegenheit einmal erklären. Also Bern kann problemlos 12'000 Sitzplätze unterbringen und deshalb 8'000 Plätze verkaufen. Budget wieder im Lot. Nichts zu danken.
    • SGR 02.09.2020 23:33
      Highlight Highlight Abtrennung von Sektoren, getrennte Auf -und Abgänge und alles andere was an Schutzmassnahmen nötig ist und Platz braucht
    • Hoopsie 03.09.2020 02:06
      Highlight Highlight @SGR: Es müssen keine Sektoren abgetrennt werden. Wurde zwar diskutiert, ist nun aber nicht vorgeschrieben. Auf und Abgänge brauchte es auch an der WM! wetten wir, dass Bern deutlich mehr Plätze anbieten wird als 6000?
    • SGR 03.09.2020 07:28
      Highlight Highlight gemäss eines Artikels in "Der Bund" zum geplanten Schutzkonzeptes des SCB, war das Ziel 11000 Sitzplätze. Also könnten es am ende ca. 7000 Plätze sein
      Zu den Schutzmassnahmen war unter anderem zu lesen, dass der Auslass aus dem Stadion sektorweise erfolgen soll.

      Und nein, ich Wette nicht weil ich immer verliere 😉
    Weitere Antworten anzeigen

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