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Wil Trainer Alex Frei beim Fussball Meisterschaftsspiel der Challenge League zwischen dem Grasshopper Club und dem FC Wil im Stadion Letzigrund in Zuerich am Samstag, 3. Oktober 2020. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Alex Frei trifft am heute Abend mit dem FC Wil auswärts auf Kriens. Bild: KEYSTONE

Interview

Alex Frei: «Bei Klopp in der Kabine haben die Wände gewackelt»

Alex Frei hat seine Karriere 2013 beendet und im vergangenen Sommer beim FC Wil seine Trainer-Laufbahn begonnen. Im Interview spricht er von der «guten Portion Arroganz», die er als Spieler in sich trug, von «stromlinienförmigen Fussballern». Und warum er findet, dass seine Fussballergeneration im Schweizer Fussball mehr Gehör bekommen sollte.

Ralf Streule, Tim Frei / ch media



Sie waren Topspieler, nun sind Sie Trainer in der Challenge League, wo Ihr Erfolg mit dem FC Wil bisher erst durchschnittlich ist. Wie hält das der ehrgeizige Alex Frei aus?
Alex Frei: Problemlos. Ich habe schon im Sommer gesagt, dass ich in Wil das Rampenlicht nicht vermissen werde. Was die Leistung des Teams betrifft: Es ist ja nicht so, dass ich überrascht wäre über unsere Rangierung. Ich kann von den jungen Spielern doch nicht erwarten, dass sie auf Anhieb die Liga erobern, da brauchen sie schon einige Monate Angewöhnungszeit. Wer unsere Spiele differenziert anschaut, kann zuversichtlich sein. Und gegen Aarau machten wir ja einen Schritt nach vorne.

Auffallend war im Herbst, dass Ihr Team kaum Tore erzielte. Wie oft erzählen Sie den Spielern in der Kabine von Ihren Heldentaten und Ihrer Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor?
Ach, ich hatte selber genügend Trainer, die uns Spielern von ihren eigenen Karrieren erzählt haben. Und oft dachte ich: «Welche Karriere?» Klar frage ich mich hin und wieder: «Wie kann man diese Chance nur vergeben?» Ich rufe aber sicher nicht: «Die hätte ich gemacht!» Ich habe vor acht Jahren aufgehört zu spielen und habe nun längst die Sicht des Trainers. Da fällt mir etwas viel Grundsätzlicheres auf: Man findet kaum mehr klassische Torjäger. Abubakar bei Kriens und jetzt bei Lugano ist vielleicht einer. Nsame bei den Young Boys, okay, aber viel mehr ist da nicht. Es ist ein Drama, gerade bei Schweizer Stürmern: Torjäger sterben aus.​

Die Challenge-League-Tabelle:

Woran liegt das?
Torjäger sind, wie Goalies, ein eigenwilliges« Völkli», deshalb habe ich mich mit ihnen immer gut verstanden. Als Goalie wie als Stürmer bist du entweder Held oder Depp. Es gibt heute weniger solche eigenwillige Charaktere. Das hat mit der Gesellschaft, mit der Erziehung zu tun. Und auch mit der Grundausrichtung in den Leistungszentren.

Wie meinen Sie das?
Man optimiert auch die eigenwilligsten Spieler, bis sie stromlinienförmig sind. Sie sind dann vielleicht für Trainer etwas einfacher zu handhaben – grosse Spiele gewinnst du mit ihnen aber nicht. Auch der bissigste Stürmer muss im Leistungszentrum zuerst einmal Verteidiger spielen – «für seine Entwicklung», heisst es dann. Und in der U13 redet man davon, Tabellen abzuschaffen. Da frage ich mich: Wo lernst du das Ellböglen noch? Ja, zuweilen fehlt mir das Selbstbewusstsein, der Hang zur Überheblichkeit im positiven Sinn.

Alex Frei, der neue FC Wil Trainer im Training im Stadion Bergholz in Wil, aufgenommen am Montag, 7. September 2020. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Alex Frei ist keiner, der den Weg des geringsten Widerstands geht. Bild: keystone

Man könnte aber auch sagen: Heute ist die Ausbildung der Fussballer in den Leistungszentren professioneller organisiert, kaum ein Talent fällt durch die Maschen, das Nationalteam ist regelmässig an Endrunden.
Keine Frage, da wird sicher gute Arbeit gemacht. Aber ich bin nicht sicher, ob es für die Jungen so früh schon so viel Training braucht. Ich sehe hier ein anderes Drama: Schon als Zehnjährige trainieren die Kleinen fast täglich, und dann hören viele als Teenager auf. Wir trainierten noch als Zwölfjährige nur dreimal wöchentlich, hatten aber Zeit, Rollhockey zu spielen, eine Schnur über die Strasse zu spannen und endlos Fussballtennis zu spielen – und alle hatten Spass, wollten gewinnen, und wurden gleichzeitig besser. Dieses Polysportive war wertvoll. Am Ende ging es um den Willen, um den Charakter. Auch in unserer Generation kamen viele grosse Schweizer Spieler heraus – die international, über alles gesehen, sogar die wichtigeren Rollen übernehmen konnten als heute.​

Lehren Sie Ihren Spielern beim FC Wil das «Ellböglen»?
Es geht darum zu vermitteln, dass Talent alleine nicht reicht, sondern dass du die Mentalität, die Gier und den Ehrgeiz mitbringen musst. Ich habe in der Schweiz wenige gesehen, die sich alleine über das Talent ganz nach oben arbeiteten. Ich versuche meine Ideen in Gesprächen weiterzugeben und auch über den Fussball hinaus kleine Botschaften anzubringen, um die Spieler anzuregen. Ich bin ein Freund von «Druck aufsetzen zum richtigen Zeitpunkt», halte wenig von flachen Hierarchien und solchem Zeug. Und ich finde es auch richtig, dem Spieler einmal einen Widerstand in den Weg zu legen.

Duell der Legenden zwischen Marco Streller und Alex Frei. Marco Streller spielt beim FC Dornach, Alex Frei bei Biel-Benken. Spiel war in Biel-Benken.

Alex Frei kickt auch im höheren Fussball-Alter gerne noch ab und zu. Bild: SPO

Sie polarisierten als Fussballer, waren der klassische «Ellbögler». Waren Sie das schon als Kind?
Es war halt einfach normal, dass man sich durchkämpft, das hatte ich so von den Eltern mitbekommen. Um eine Lehrstelle zu finden, machte ich selber Dutzende Telefonate. Und als ich beim FC Basel plötzlich fünfmal wöchentlich trainierte und in der U18-Nati spielte, kam ich in der Lehre nicht mehr mit. Also habe ich mit 17 meinen ersten Rücktritt gegeben in der Auswahl, habe Bernard Challandes angerufen und gesagt: «Ich komme nicht wieder, ich spiele ja eh nicht.» Und als Sportchef Marc Hottiger damals beim FC Basel sagte, es reiche nicht ganz, aber vielleicht gebe es eine Möglichkeit, in Grenchen oder Solothurn unterzukommen, habe ich auf eigene Faust Andy Egli in Thun angerufen. Ich erhielt die Chance in der NLB. Ein Jahr später, als ich bei Luzern spielte, kam Köbi Kuhn und fragte, ob ich wieder Lust hätte, für den SFV zu spielen. Klar hatte ich wieder Lust. Das meine ich mit Ellböglen, Verantwortung übernehmen, einen Schritt zurückmachen, um später zwei nach vorne zu tun.

Sie plädieren also dafür, dass auch Ihre Spieler öfter laut werden?
Jeder hat seine Persönlichkeit, das berücksichtige ich. Ich mache nicht den Fehler, die Spieler mit mir zu vergleichen. Ich will einfach, dass sie lernen, Verantwortung auf ihrem Weg zu übernehmen. Es ist ja nicht so, dass ich immer der Lauteste war. In Dortmund zum Beispiel waren mit Wörns, Kehl oder Weidenfeller einige andere Wortführer. Bei so Persönlichkeiten musst du auch zuerst deinen Platz finden. Oder: Als ich erstmals beim FC Basel spielte, waren da viele Ikonen. Der einzige, der sagte: «Komm setz dich neben mich!», war Massimo Ceccaroni, mit den meisten anderen Spielern war ich per Sie. Viele gaben mir nicht einmal die Hand.

MOENCHENGLADBACH, GERMANY - MAY 23: Alexander Frei of Dortmund sits on the pitch looking dejected after the 1-1 draw after the Bundesliga match between Borussia Moenchengladbach and Eintracht Frankfurt at the Borussia Park on May 23, 2009 in Moenchengladbach, Germany. Dortmund did not qualify for the Euro League.  (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Alex Frei musste seine Rolle in Dortmund erst finden. Bild: Bongarts

Das sind die Hierarchien, wie Sie sie sich wünschen!
Doch nicht so, das sind die dummen Hierarchien. Ich sagte zu Granit und Xherdan später ja nie, sie dürften mich nicht duzen. Ich führte mit ihnen auch viele Gespräche um sie abzuholen und ihren Charakter kennen zu lernen. Aber wenn ich sagte: «Shaq, halt mal die Klappe», dann hielt er die Klappe. Das meine ich mit Hierarchien.

Heute sind Sie zurückhaltender.
Ich bin komplett anders geworden als Trainer. Die Art, die ich als Spieler hatte, kostete ja auch Kraft. Da sind auch einmal Flaschen durch die Kabine geflogen, ich bin nicht stolz auf das alles, aber es ging mir immer um die Sache. Ich sage mir: Als Spieler war das okay, weil du weniger Talent hattest als andere. Ich musste mit dem Willen und bewusst gesteuerter Provokation mehr herausholen. Als Trainer ist das vorbei. Ich fühle mich wohl in der neuen Rolle, rege mich weniger auf. Als Spieler habe ich mich immer gewehrt gegen ungerechte Kritik. Ich nahm vieles persönlich, auch aus der Presse. Ob ungerechte Kritik oder nicht – heute stehe ich darüber. Ich gebe zu: Ich musste offener werden zu den Leuten und andere Meinungen akzeptieren. Ich tat das nicht, um den anderen zu gefallen – sondern weil ich es selber so wollte.

Wil

Der Trainer Alex Frei ist nicht zu vergleichen mit dem Spieler Alex Frei. Bild: keystone

Sie sagten einst, Ihre Veränderung habe auch mit Ihrer Vaterrolle zu tun. Wie das?
Ich war unglaublich ehrgeizig. Dann am 26. Juni 2012, als ich meine Tochter das erste mal in den Händen hielt, merkte ich: Mein Ehrgeiz als Fussballer ist nullkomma plötzlich weg. Ich hatte ja noch Vertrag beim FCB war aber schon 33-jährig. Die Prioritäten hatten sich verschoben. Okay, ich wollte schon Tore schiessen, dem Team helfen. Aber der Antrieb war weg. Bernhard Heusler und Georg Heitz spürten das und so fanden wir relativ schnell eine Lösung und waren uns einig, dass ich im Sommer 2013 aufhören werde.

Welchen Moment in Ihrer Spielerkarriere möchten Sie noch einmal erleben?
Ich hatte so viele tolle Erlebnisse, die Schalke-Derbies, in denen ich traf. Oder der Basler Sieg gegen Manchester United. Oder die WM 2006, das Spiel gegen Togo. Aber wenn ich ein Erlebnis rauspicken müsste, das relevant war für meine Karriere, wäre das die Partie zwischen Rennes und Marseille im Frühling 2004. Wir hatten 4:3 gewonnen, und ich hatte alle vier Tore erzielt (siehe Video). Bis zu diesem Zeitpunkt war ich so etwas wie der «Petit Suisse» in Frankreich gewesen, die Eintagsfliege. Nach diesen vier Toren hat sich das verändert: Ich bin ins oberste Regal der Stürmer in Frankreich vorgestossen, auch in der Akzeptanz ­– in die Kategorie Didier Drogba, Djibril Cissé, Pauleta. Das war wohl für meine Karriere das Wichtige: In der Wahrnehmung der Leute wurde ich vom «Petit Suisse» zum «Grand Suisse». Das tat auch mir gut.

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Alex Frei schoss Rennen 2004 mit vier Treffern zum Sieg gegen Marseille. Video: YouTube/Alexandre Taillez - Cinésport

Im WM-Achtelfinal 2006 gegen Ukraine trafen Sie die Latte und wurden kurz vor dem Penaltyschiessen ausgewechselt. Sitzt der Stachel noch tief?
Nein. Ich muss mich damit nur beschäftigen, wenn Journalisten mich fragen: Warum schafft es die Schweiz nie weiter als in den Achtelfinal? Das Spiel gegen die Ukraine war wahrscheinlich bis heute die grösste Chance, die wir je hatten als Nationalmannschaft. Es war so ein «Grottenkick». Wir haben eine unglaubliche Chance verpasst – im Penaltyschiessen sowieso. Dass Herr Kuhn (Frei hält inne, zeigt in die Höhe und schickt Köbi Kuhn selig einen Gruss in den Himmel) mich damals ausgewechselt hatte, war für mich nie ein Thema. Ich habe ihm so viel zu verdanken.

Der Schweizer Nati-Coach Jakob

Der Moment, als Alex Frei von Köbi Kuhn vor dem Penaltyschiessen ausgewechselt wurde. Bild: KEYSTONE

Ihre Beziehung zur Presse war sehr ambivalent, hört man.
Ich war nicht der, der aufs Maul hockt. Ich habe die Journalisten gefüttert. Ich hatte Mühe damit, wenn ich nachher von den gleichen auf den Deckel kriegte. Es gibt heute viele, die auf mich zukommen und fragen: Alex, kannst du nicht wieder spielen, wir wollen wieder mal einen vors Mikrofon, der mal wieder einen raushaut, der alles wieder mal aufweckt! Ich habe da schon bewusst und manchmal etwas weniger bewusst für Unterhaltung gesorgt. Dort mal eine Spitze, da ein lockerer Spruch. Ich glaube, das fehlt heute. Die Medien hätten die älteren Spieler aus der Generation Jörg Stiel, Patrick Müller, Johann Vogel oder der Yakins etwas mehr geniessen und pflegen , vielleicht etwas öfter einmal ein Auge zudrücken sollen.

Sie bemängeln, dass Figuren von Ihrer Generation keine Rolle mehr im Schweizer Fussball spielen.
Ich glaube, dass die Liga von den Erfahrungen unserer Fussballergeneration profitieren könnte. Nehmen wir als Beispiel die Diskussion um den Ligamodus. Spieler meiner Generation spielten sowohl in der Zwölferliga mit Abstiegsrunde wie auch später in der Zehnerliga. Ich möchte uns nicht wichtiger machen als wir sind, aber ich denke, da hätte man unsere Meinung und unsere Ideen schon auch anhören können.

Nach Ihrer Zeit als Sportkoordinator bei Luzern haben Sie ein Jahr Pause vom Profifussball gemacht, Sie blieben zu Hause bei der Familie.
Wenn man gesundheitlich angeschlagen ist, dann bleibt einem nichts anders übrig. Ich hatte nach meiner Zeit in Luzern keine Power mehr, darum war ich auch ein Jahr zu Hause. Ich brauchte diese Reflexionszeit. Und unser Sohn war damals, 2014, auf die Welt gekommen. Da konnte ich meiner Frau unter die Arme greifen.

Der Luzerner Sportdirektor Alex Frei anlaesslich einer Medienkonferenz des FC Luzern nach dem Fussball Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel, am Samstag, 6. Dezember 2014 in Luzern. Der FC Luzern und Sportchef Alex Frei gehen getrennte Wege. Wie die beiden Partien nach der Partie gegen Basel bekannt gaben, fand die Trennung im gegenseitigen Einvernehmen statt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Zeit beim FC Luzern hatte Alex Frei zugesetzt. Bild: KEYSTONE

Sie hatten ein Burn-out?
Ich habe schon viel über diese Zeit erzählt. Es ging mir damals einfach nicht gut.

War in dieser Zeit trotzdem klar, dass Sie weiter im Fussball bleiben möchten?
Nein, für mich war das komplett offen. Es war eher Zufall, dass ich wieder zum Fussball fand. Ich war Trauzeuge des Sportchefs des 2.-Liga-Klubs AS Timau, der mich als Trainer anfragte. Eine willkommene Abwechslung zu der Zeit, als ich zu Hause war. Ich kam bei Timau auf den Geschmack, Trainer zu werden. Ich fand es dann unglaublich interessant, die Trainerkurse zu besuchen. Sie haben mir einen anderen Blickwinkel auf den Fussball gegeben. Als Spieler bekommt man einen unglaublichen Rucksack, gefüllt von grossen Trainern, aber erst in den Kursen lernt man, wann man was rausnehmen muss. In sieben Jahren, der schnellstmöglichen Zeit, habe ich die UEFA-Pro-Lizenz erworben.

Von welchem Trainer haben Sie am meisten mitgenommen?
Ich hatte das Glück, dass ich mit Ottmar Hitzfeld und Jürgen Klopp zwei Welttrainer hatte. Auch ein Thomas Doll zum Beispiel hatte coole Ansätze, ein Bert van Marwijk, Thorsten Fink. Die Kunst ist, das rauszunehmen, was zu einem passt. Wenn ich mich erinnere, wie eine Teambesprechung bei Kloppo war und wie bei Ottmar, dann sind das riesige Gegensätze.

Dortmund's head coach Juergen Klopp, left, talks to his forward Alexander Frei after the German first division Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and Energie Cottbus in Dortmund, Germany, Sunday, Feb. 15, 2009. (AP Photo/Martin Meissner) ** NO MOBILE USE UNTIL 2 HOURS AFTER THE MATCH, WEBSITE USERS ARE OBLIGED TO COMPLY WITH DFL-RESTRICTIONS, SEE INSTRUCTIONS FOR DETAILS **

Jürgen Klopp geigte Alex Frei 2009 nach einem Spiel gegen Cottbus gehörig die Meinung. Bild: AP

Und Sie wählen die goldene Mitte?
Nein, die Kunst ist, zu merken, wann man so sein muss wie Ottmar und wann so wie Kloppo. Den Ottmar habe ich für seine Geduld bewundert. Er ist nie sauer geworden, hat nie geschrien und hat immer die gleiche Stimmung gehabt. Ich habe mir oft gewünscht: Ottmar, stauche uns zusammen. Kloppo war das Gegenteil: Da haben die Wände gewackelt. Rauszufinden, wann welche Tonlage angebracht ist, das ist die grosse Kunst. Ich bin froh, dass ich jederzeit auf ihre Meinung zurückgreifen darf.

Bei Ihrem Antritt beim FC Wil haben Sie gesagt: «Die Ostschweiz und Alex Frei, das war nicht die grosse Liebe. Aber es kann die grosse Liebe werden.» Haben Sie sich schon etwas verguckt?
Die Leute sind nett zu mir, mir geht es gut. Die Wiler Altstadt ist sehr schön. Lustig finde ich ja, dass man immer noch darüber redet, was damals war, als ich mit dem Nationalteam in St. Gallen ausgepfiffen wurde. Man hat das noch immer im Kopf, obwohl ich seit acht Jahren nicht mehr spiele und meine letzte Partie für das Nationalteam vor zehn Jahren bestritten habe. Einerseits fühle ich mich gebauchpinselt, andererseits habe ich wenig Verständnis dafür, dass man mich immer wieder danach fragt. Ich fand es immer cool, in St.Gallen zu spielen, bei mir ist nichts Negatives hängen geblieben. Ich hatte Partien gern, in denen ich das Hassobjekt war. Das hat mich immer angespornt.

Alexander (Alex) Frei, center, reacts during the international friendly soccer game between Switzerland and Australia at the AFG Arena in St. Gallen, Switzerland, Friday, September 3, 2010. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Alex Frei war in der Ostschweiz stets eine Reizfigur. Bild: KEYSTONE

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