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Thomas Rüfenacht hatte gegen Slowenien viel Glück.
Thomas Rüfenacht hatte gegen Slowenien viel Glück.
Bild: KEYSTONE
Interview

«Ich hätte verbluten können» – das sagt Hockeyspieler Rüfenacht zur Horror-Attacke 

Der Schweizer Hockeyspieler Thomas Rüfenacht ist mit dem Schrecken davongekommen. Ein Spieler von Slowenien attackierte ihn mit der messerscharfen Schlittschuh-Kufe. Das hätte ganz böse enden können.
09.05.2017, 05:42
Marcel Kuchta
Marcel Kuchta
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Thomas Rüfenacht, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als sie die Attacke des Slowenen erstmals gesehen haben?
Thomas Rüfenacht: Ich war recht überrascht, als ich die Szene auf Video gesehen habe. Ich habe auch erst am Tag danach realisiert, was passiert ist. Ich habe es während des Spiels schlicht nicht gemerkt.

Wie erlebten Sie die Szene selber?
Ich war in ein Scharmützel mit dem slowenischen Spieler Nummer 55 verwickelt und kassierte von ihm zwei Fausthiebe. Dann habe ich einen Schlag auf der anderen Seite gespürt. Ich dachte, dass mich ein anderer Spieler packt. Wenn ich bemerkt hätte, was wirklich passiert ist, hätte ich vermutlich ich etwas anders reagiert – und auch das ganze Team.

Wann wurde Ihnen bewusst, was hätte passieren können?
Ich habe noch nie so etwas gesehen im Eishockey. Ich frage mich schon, welche Folgen es hätte haben können. Ich kann nur von Glück reden, dass es nicht anders gekommen ist. Ich hätte verbluten können. Ich habe am nächsten Tag nochmals kontrolliert, ob ich wirklich keine Narbe am Hals habe.

Sie haben Familie, zwei Kinder. Wie hat Ihre Frau reagiert?
Meine Frau hat das Video auch gesehen. Meine Brüder haben es ihr gezeigt. Sie war schockiert. Schon wenn so etwas unabsichtlich passiert muss man oft sagen: «Uff, jetzt hab ich Glück gehabt.»

Jetzt auf

Können Sie nachvollziehen, was Ihr Gegenspieler tun wollte?
Über die Absicht müssen wir nicht diskutieren. Ich weiss wirklich nicht, was er sich dabei überlegt hat. Das hat nichts mehr mit Eishockey zu tun. Das ist nicht mal mehr ein dreckiges Foul. Das ist nicht dumm, das ist ganz einfach fahrlässig

Was tun sie, wenn sie Jeglic im Spielerhotel begegnen. Werden Sie ihn zur Rede stellen?
Ich weiss es nicht. Am liebsten hätte ich, dass er gar nicht mehr im Turnier dabei ist. Ich erwarte, dass vielleicht vom slowenischen Verband ein Zeichen gesetzt wird.

Können Sie das milde Strafmass, zwei Spielsperren, nachvollziehen?
Nein. Ich hoffe wirklich, dass der Internationale Eishockey-Verband die Szene nochmals betrachtet. Wir wollen keine Checks gegen den Kopf sehen. Und erst recht nicht, dass Spieler versuchen, den Gegner abzustechen. Eigentlich müsste man so einem Spieler auf internationalem Level für immer sperren. Stellen Sie sich vor, er hätte mich wirklich getroffen. Dann wäre ich nicht mehr hier und es würde niemand dagegen protestieren, dass so ein Spieler lebenslänglich aus dem Verkehr gezogen wird.

Erwarten Sie, dass der Internationale Eishockey-Verband das Urteil revidiert?
Was bringt es, wenn die Strafe von zwei auf vier Spiele erhöht wird? Ich verstehe nicht, warum es in so einem Fall überhaupt eine Revision braucht. Man muss nur die Reaktionen aus der ganzen Hockeywelt anschauen. Das ist überwältigend.

Die besten Bilder der Eishockey-WM

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