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Switzerland's Thomas Ruefenacht speaks with journalist after a training session during the Ice Hockey World Championship in Paris, France on Monday, May 8, 2017. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Thomas Rüfenacht hatte gegen Slowenien viel Glück. Bild: KEYSTONE

Interview

«Ich hätte verbluten können» – das sagt Hockeyspieler Rüfenacht zur Horror-Attacke 

Der Schweizer Hockeyspieler Thomas Rüfenacht ist mit dem Schrecken davongekommen. Ein Spieler von Slowenien attackierte ihn mit der messerscharfen Schlittschuh-Kufe. Das hätte ganz böse enden können.

Marcel Kuchta
Marcel Kuchta



Thomas Rüfenacht, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als sie die Attacke des Slowenen erstmals gesehen haben?
Thomas Rüfenacht: Ich war recht überrascht, als ich die Szene auf Video gesehen habe. Ich habe auch erst am Tag danach realisiert, was passiert ist. Ich habe es während des Spiels schlicht nicht gemerkt.

Wie erlebten Sie die Szene selber?
Ich war in ein Scharmützel mit dem slowenischen Spieler Nummer 55 verwickelt und kassierte von ihm zwei Fausthiebe. Dann habe ich einen Schlag auf der anderen Seite gespürt. Ich dachte, dass mich ein anderer Spieler packt. Wenn ich bemerkt hätte, was wirklich passiert ist, hätte ich vermutlich ich etwas anders reagiert – und auch das ganze Team.

Wann wurde Ihnen bewusst, was hätte passieren können?
Ich habe noch nie so etwas gesehen im Eishockey. Ich frage mich schon, welche Folgen es hätte haben können. Ich kann nur von Glück reden, dass es nicht anders gekommen ist. Ich hätte verbluten können. Ich habe am nächsten Tag nochmals kontrolliert, ob ich wirklich keine Narbe am Hals habe.

Sie haben Familie, zwei Kinder. Wie hat Ihre Frau reagiert?
Meine Frau hat das Video auch gesehen. Meine Brüder haben es ihr gezeigt. Sie war schockiert. Schon wenn so etwas unabsichtlich passiert muss man oft sagen: «Uff, jetzt hab ich Glück gehabt.»

Können Sie nachvollziehen, was Ihr Gegenspieler tun wollte?
Über die Absicht müssen wir nicht diskutieren. Ich weiss wirklich nicht, was er sich dabei überlegt hat. Das hat nichts mehr mit Eishockey zu tun. Das ist nicht mal mehr ein dreckiges Foul. Das ist nicht dumm, das ist ganz einfach fahrlässig

Was tun sie, wenn sie Jeglic im Spielerhotel begegnen. Werden Sie ihn zur Rede stellen?
Ich weiss es nicht. Am liebsten hätte ich, dass er gar nicht mehr im Turnier dabei ist. Ich erwarte, dass vielleicht vom slowenischen Verband ein Zeichen gesetzt wird.

Können Sie das milde Strafmass, zwei Spielsperren, nachvollziehen?
Nein. Ich hoffe wirklich, dass der Internationale Eishockey-Verband die Szene nochmals betrachtet. Wir wollen keine Checks gegen den Kopf sehen. Und erst recht nicht, dass Spieler versuchen, den Gegner abzustechen. Eigentlich müsste man so einem Spieler auf internationalem Level für immer sperren. Stellen Sie sich vor, er hätte mich wirklich getroffen. Dann wäre ich nicht mehr hier und es würde niemand dagegen protestieren, dass so ein Spieler lebenslänglich aus dem Verkehr gezogen wird.

Erwarten Sie, dass der Internationale Eishockey-Verband das Urteil revidiert?
Was bringt es, wenn die Strafe von zwei auf vier Spiele erhöht wird? Ich verstehe nicht, warum es in so einem Fall überhaupt eine Revision braucht. Man muss nur die Reaktionen aus der ganzen Hockeywelt anschauen. Das ist überwältigend.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dogbone 09.05.2017 09:48
    Highlight Highlight Ich habs schon im ersten Artikel geschrieben. Lebenslange Sperre an internationalen Spielen! Alles andere geht gar nicht!
  • angrod87 09.05.2017 09:32
    Highlight Highlight leider wird die Szene immer unterbrochen. Und lässt sich so nur schwer beurteilen, daher würde ich die Szene gerne ohne Unterbrechung sehen.
    Sicher war diese Aktion gefährlich und auch unnötig, daher wäre eine höhere Strafe richtig. Aber nach mehrfachem anschauen habe ich das Gefühl, dass es eine Verkettung unglücklicher Umstände war. Denn im Moment in dem Jeglic über die Bande will, drückt Sabolic den Kopf von Rüfenacht nach unten. Da das Video bei der "Kickbewegung" unterbrochen wird, lässt sich schwer abschätzen, ob es nur eine Streckung war um über die Bande zu kommen oder nicht.
    • Dynamischer-Muzzi 09.05.2017 10:50
      Highlight Highlight Nicht dein ernst oder? Schau in das Gesicht von Jeglic, dort siehst du das es pure Absicht war. Der Fuss ist über der Bande und müsste eigentlich eine Bewegung nach unten machen und nicht nach oben und vorn. Auch der Unterbruch im Video kann davon nicht ablenken. Man sieht klar die Bewegung zum Hals von Rüfi. Hier kann und darf man nichts schönreden.
    • Lavaro 09.05.2017 11:23
      Highlight Highlight Sieh dir nur mal das Gesicht von Jeglic an. Dieser Kick wurde ganz klar bewusst ausgeführt und ist einfach nur schockierend!
    • angrod87 09.05.2017 12:42
      Highlight Highlight Ich gebe euch recht, auf den Gesichtsausdruck habe ich nicht so genau geachtet. Und mit dem Blick ins Gesicht muss man sagen, dass es unglaublicherweise doch Absicht war. Vllt. war bei der erste Begutachtung die Hoffnung mit dabei "das kann man doch nicht absichtlich machen"

      Nichtsdestotrotz würde ich gerne das Video ohne Unterbrechung sehen.
  • Raembe 09.05.2017 08:36
    Highlight Highlight Lebenslang sperren und ab vors Gericht mit Ihm.
  • N. Y. P. D. 09.05.2017 08:21
    Highlight Highlight Lässt das der SEHV diesen Vorfall einfach so im Raum stehen ? Dem Rüfenacht wurde beinahe die Halsschlagader aufgeschlitzt* ?
    Videomaterial ist vorhanden. Dann soll der SEHV zumindest abklären, ob eine Zivilklage sinnvoll ist.

    Die messerscharfe Kante des Schlittschuhs wurde nicht etwa auf den Hals gedrückt, sondern die Kufe ist am Hals * entlang geglitten !*. Was die Gefahr um ein Vielfaches erhöhte.

    Bitte geht nochmals über die Bücher und akzeptiert dieses Urteil nicht.
  • Ehringer 09.05.2017 07:58
    Highlight Highlight Ist jetzt vielleicht eine blöde Frage, aber wie wäre es mit einer Anzeige wegen versuchter Körperverletzung?
  • Eagle21 09.05.2017 07:30
    Highlight Highlight Eigentlich könnte man das schon strafrechtlich verfolgen... versuchte schwere körperverletzung
  • Dynamischer-Muzzi 09.05.2017 07:25
    Highlight Highlight Ich bin nun wahrlich kein Freund von Rüfi, aber das war unter aller Sau und ist schon bald als versuchter Mord zu betrachten. Ich glaube aber auch nicht, dass die Sesselfurzer beim internationalen Verband die Eier haben Jeglic lebenslang zu sperren. Das Sie des öfteren keine Ahnung von dem haben was sie machen, dass zeigt diese lächerliche Strafe von 2 spielen. Ein Mensch hätte sterben können nach diesem absichrlihen Tritt Richtung Hals und diese Sesselfurzer geben 2 Spiele.
    Peinlich ist das und mehr nicht!
  • HAL9000 09.05.2017 07:18
    Highlight Highlight Wisst ihr noch, in den 90ern (glaubs) verblutete doch ein Zürcher (glaubs) auf dem Eis wegen eines Kufen-(Unfalls?)
    Nicht?
    • Blitzmagnet 09.05.2017 10:15
      Highlight Highlight Er hat es überlebt, danach waren auf einmal Halsschützer überall in Mode (glaub sogar Pflicht), ich staune dass die jetzt wieder keiner mehr trägt.
    • esmereldat 09.05.2017 10:28
      Highlight Highlight Falls du den Unfall von Michel Zeiter meinst: 2001, ja Zürcher, ja Unfall, nein zum Glück nicht verblutet.
  • Hawk21 09.05.2017 06:20
    Highlight Highlight Lebenslang sperren!!!

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