Wieso in Italien ein Priester den Fussballplatz stürmte und einen Spieler trat
Es müssen verrückte Bilder gewesen sein, die sich im Oktober des letzten Jahres in der Lombardei zugetragen haben. Beim Spiel der italienischen neunten Liga zwischen dem ASD Galgagnano und Union Mulazzano in der Nähe von Mailand stürmte ein Priester auf das Feld, trat einen Spieler von Galgagnano und jubelte später nach einem Tor mit den Gästen, wobei er auch noch die Gegenspieler beleidigte. Es war eher keine würdige Vertretung Gottes auf Erden.
Doch der vermeintliche Priester war auch kein Mann der Kirche. Es war nämlich der gesperrte Trainer von Union Mulazzano, Matteo Ciceri. Dieser hatte sich als Priester verkleidet, um dem Spiel auf der Tribüne beizuwohnen. Dies schrieb der italienische Fussballverband FIGC nun in einer Pressemitteilung, in der er dann auch noch eine viermonatige Sperre für den Trainer aussprach.
Ciceri hatte sein Team vor dem Spiel neben der Sportanlage versammelt, um ihm die Aufstellung mitzuteilen, und während der Partie taktische Anweisungen erteilt, indem er sich auf einer Leiter direkt neben dem Spielfeld positionierte. In der 82. Minute stürmte er dann erstmals den Platz, weil Galgagnano getroffen hatte, und trat vor Wut einen Gegenspieler.
Nach einem Tor seiner Mannschaft in der Nachspielzeit hielt es den Fake-Priester wieder nicht auf seiner Leiter. Stattdessen rannte er zu seinen Spielern und feierte den Treffer mit diesen – nicht ohne die Gegner zu beleidigen.
Jetzt darf Ciceri weitere vier Monate nur zusehen. Auch der Präsident des Klubs wird für zwei Monate gesperrt, weil er das Verhalten seines Trainers zugelassen oder zumindest nicht verhindert hat. Vielleicht wurde er aber auch bereits entlassen. Auf der Vereinswebsite ist Ciceri nämlich nicht mehr zu finden. Falls er auf Jobsuche ist, dürften zumindest die Chancen auf ein Amt bei der Kirche eher gering sein. (nih)
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