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ARCHIV - ZU DEN RUECKBLICKEN AUF DIE WM 1998, 2002 UND 2006 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - German supporters celebrate the goals during the FIFA World Cup 2006 second round match against Sweden on the supporter festival in Hamburg, Saturday 24 June 2006. Soccer enthusiasts across Germany are gathering at the public viewing points to watch the match between Germany and Sweden that is taking place in Munich. (KEYSTONE/EPA/DPA/Kay Nietfeld)

Horde macht Freude. Nein. Bild: EPA DPA

Kommentar

Public Viewing my ass. 11 Gründe, weshalb man die WM zu Hause schauen sollte

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Es ist wieder so weit.

Menschen ohne den leisesten Schimmer von Fussball erscheinen im Island-Shirt zur Arbeit, gründen WM-WhatsApp-Gruppen oder hashtagen irgend einen Hashtag, den man zur WM gerade hashtagt.

Und sie erdreisten sich zu fragen, wo man das Spiel am besten schaue. Oder noch schlimmer, wo man die Spiele in diesem Jahr am besten schaue.

Es gibt mehrere gute Antworten auf beide Fragen. Die guten beinhalten immer das Wort «zuhause»: Mit der Familie zuhause, mit Freunden zuhause, beim Kollegen zuhause. Was die guten Antworten nie beinhalten: Public Viewing. 

Die Probleme beim Public Viewing beginnen mit der Sicht (1) aufs Bild. Irgendeiner trägt immer diesen Fan-Filzhut, der meterhoch hinausragt und mindestens drei Zuschauerreihen die freie Sicht nimmt. Ältere Exemplare kann man ungefähr aus der Distanz riechen. Ein klassischer Deppendeckel.

Doch auch eine freie Sicht erhöht den Genuss nicht. Obwohl die menschliche Spezies vom Wunsch dominiert wird, Dinge zu verbessern – Autos sollen ökologischer werden, Essen gesünder, Maschinen schlauer – schmiert das Bild (2) beim Public Viewing immer noch wie Bob Ross in den 90ern. Immerhin konnte Ross knallige Farben.

Wie will man da beurteilen, ob er im Abseits stand, der Wixer?

Apropos Wixer: Wir leben in einer Zeit, in der jeder und jede und jedes gleich beleidigt ist. Verursacher werden konfrontiert und an den Pranger gestellt.

Kann man machen, die Stigmatisierung hat aber dazu geführt, dass sich die politische Inkorrektheit (3) allmählich nur noch im privaten Rahmen zelebrieren lässt.

Das soll keine Andeutung darauf sein, dass ich mich beim Fussballschauen benehme wie eine Sau.

Aber mit der politischen Inkorrektheit verhält es sich wie mit einem Auto: Zu intensives Nutzen ist schlecht für die Atmosphäre. Dass man in der Not aber darauf zurückgreifen kann, gibt ein Gefühl von Freiheit.

Anyway.

Public Viewing, das sind zugesuppte Toiletten (4), Warteschlangen und leere Klorollenspender. Das erträgt man nur nach ein Paar Plastikbechern (5) vom offiziell erlaubten WM-Bier (6), das man zu Wucherpreisen (7) erwerben darf, wenn man gewillt ist, beim Anstehen (8) den herrlichen Anschlusstreffer zu verpassen.

Gleich geht's weiter mit der kleinen Wutrede, vorher ein kurzer Hinweis:

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Und nun zurück zum Kommentar ...

Und dann diese Horde (9): Der eine flext und reibt seinen Body, als ginge es um eine Rose der Bachelorette. Die obligate Exhibitionistin mit riesiger Sonnenbrille, aber umso kleinerem Bikini denkt sich auch «Public Viewing my ass» – aus anderem Grund. Und der Drogenkurier auf seinem Damenvelo macht mehr Kilometer als Lichtsteiner auf der rechten Seite.

Wie will man da beurteilen, ob er im Abseits stand, der Wixer?

Kann man für all diese Zeitgenossen noch gewisse Sympathien aufbringen? Ja. Aber das Ende der Toleranz ist mit dem Falschschreier (10) erreicht. 

Schon beim Einlaufen der Teams wirkt er total aufgekratzt. Legt sich der gegnerische Torwart den Ball für den Abstoss zurecht, kreischt er in Ekstase. Ausserdem glaubt er, «ine mit em Bölä!» sei ein veritabler Schlachtruf.

Dass seine Aufhäuler asynchron zum Spielverlauf sind, merkt er nicht. Schon bei den Marschübungen in der RS verzweifelte der Leutnant an seinem Passgang – im Kino lacht er seit Jahren im falschen Moment.

Fussball ist der perfekte Sturm. Das Auf und Ab der emotionellen Wogen ist in keiner anderen Sportart so austariert. Eishockey ist ein zu wütendes Donnerwetter, bei dem man nie weiss, wo und wann der Blitz einschlägt. Beim Football und Basketball wiederum ist der Wellengang zu flach.

Ein Falschschreier steht der natürlichen Dynamik dieses wunderbaren Spiels quer, zerstört dieses Setting wie ein Wellenbrecher. Ausserdem ist er für Wellenreiter tödlich.

Nein. Wenn man schon mit anderen Leuten Fussball schauen muss, dann mit solchen, die auch mindestens 1000 Stunden Fussball intus haben.

Public-Viewing ist die Eventisierung eines Ereignisses (11), das keine Eventisierung nötig hat. Public Viewing macht Fussballschauen laienkompatibel, zur Bühne für Selbstdarsteller, Feierlaunige und Frotteure – nicht aber für Liebhaber, die mit Akribie und Konzentration die unendlichen Tiefen dieses wunderbaren Spiels ergründen wollen. Nur so kann man nämlich erkennen: Er stand drei Meter im Abseits. Der Wixer.

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