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Kommentar: Der Schweizer Fussball ist endlich wieder unterhaltsam

Les deux equipes en action lors de la rencontre de football du Championnat Suisse de Super League entre Neuchatel Xamax FCS et FC St. Gallen le mercredi 1 juillet 2020 au stade de la Maladiere Neuchat ...
Der Schweizer Fussball macht derzeit eine gute Falle.Bild: keystone
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Noch selten war der Schweizer Fussball so unterhaltsam wie im Moment

Spannung im Titelkampf, Drama im Tabellenkeller und geile Tore. Der Schweizer Fussball macht wieder so richtig Spass.
02.07.2020, 16:1502.07.2020, 17:24

Was war das wieder für ein Fussball-Abend gestern! Basel verliert in Lugano auch wegen eines Wechsel-Fauxpas von Trainer Marcel Koller. St. Gallen zittert sich in Neuenburg zurück auf den Leaderthron. Und in Thun gibt es in einer Halbzeit fünf Tore und einen Platzverweis zu sehen. Der Schweizer Fussball bietet im Moment beste Unterhaltung.

Klar, wir könnten jetzt auch nörgeln und sagen, dass alles am tiefen Niveau liegt. Daran, dass alle Teams einfach auch extrem viele Fehler machen. Oder monieren, dass die fast leeren Stadien eine traurige Kulisse bieten.

Aber nein, das wäre viel zu kurz gegriffen. Denn Tatsache ist: Klubs und Spieler in der Super League und der Challenge League liefern momentan wirklich eine grosse Show ab.

Das Meister-Rennen der Super League ist spannend wie selten in den Jahren zuvor. Vor dem Saisonstart hätte wohl kaum jemand einen derart packenden Dreikampf zwischen St.Gallen, den Young Boys und Basel erwartet. Schon gar nicht, dass die Ostschweizer aus der Pole Position in den Schlussspurt gehen.

Noch immer ist vorne fast alles möglich. Selbst das angezählte Basel könnte das Ruder noch herumreissen und Meister werden. Das begeistert selbst die neutralen Beobachter – Spannung pur!

Auch im Tabellenkeller geht es dramatisch zu und her – ebenfalls mit einem Dreikampf. Gestern hat Xamax die rote Laterne trotz einer sehr guten Leistung gegen St.Gallen übernommen. Thun ist momentan eigentlich auch ziemlich gut in Form, hat in den letzten sechs Spielen unter anderem Basel, YB und den FC Zürich geschlagen. Sion dagegen befindet sich im freien Fall. Die Walliser (heute, 20.30 Uhr gegen Luzern) warten nun seit zehn Pflichtspielen auf einen Sieg und sind auf den Barrage-Platz zurückgefallen.

Sion's headcoach Paolo Tramezzani, right, looks desapointed next to Sion's forward Filip Stojilkovic, left, after the first Super League soccer match after the Coronavirus lockdown, between  ...
Beim FC Sion schrillen die Alarmglocken.Bild: keystone

Das ist umso unangenehmer, als auch von der Challenge League Gefahr droht. GC ist in Form und könnte in der Barrage – sofern sie Lausanne nicht tatsächlich noch einholen – für die Super-League-Klubs gefährlich werden. Oder wer weiss, vielleicht schaffen ja auch Vaduz oder Kriens eine riesige Überraschung. Du kannst mitleiden oder hoffen – je nachdem, welcher Klub dir am Herzen liegt. Drama, baby!

Der Schweizer Fussball lebt dieser Tage aber nicht nur von der Spannung in der Tabelle. Er ist auch auf dem Platz spektakulär und du weisst bei keinem Spiel, was passieren wird.

Vor einer Woche schlug der FCZ Leader St. Gallen gleich mit 4:0. Sieben Tage später liegt die gleiche Mannschaft bei Kellerkind Thun nach 21 Minuten mit 0:3 zurück. Oder YB, dass zuerst gegen ebendieses Thun verlor und in der nächsten Runde Xamax mit 6:0 abschoss.

Und die Tore, die waren in den letzten Tagen teilweise wirklich traumhaft!

Vielleicht sehen wir die Spiele derzeit auch etwas durch eine rosarote Brille, weil wir monatelang auf Live-Sport verzichten mussten, aber im Moment ist es wirklich einfach nur grossartig, Schweizer Fussball zu schauen. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Denn endlich sind sie vorbei, die Zeiten von Serienmeistern, die unzählige Titel in Serie gewinnen. Von Meisterschaften, die bereits entschieden sind, wenn noch Schnee liegt. Oder von lauen, torlosen Remis am Sonntagnachmittag. Hach, ist das schön!

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