Sport
Leichtathletik

Angelica Moser steht in Zürich vor einem ihrer Saisonhighlights

Angelica Moser of Switzerland reacts while competing in the Pole Vault Women during the city event of the Weltklasse IAAF Diamond League international athletics meeting at Sechselaeutenplatz in Zurich ...
Am Mittwoch möchte Angelica Moser auf dem Sechseläutenplatz hoch hinaus.Bild: keystone

«Erste Saisonhälfte war nicht so wichtig»: Angelica Moser möchte in Zürich hoch hinaus

Die Stabhochspringerin Angelica Moser liefert oft dann, wenn es zählt. Für die Weltmeisterschaften in Tokio scheint die Europameisterin gerüstet zu sein, zuerst aber möchte sie am Mittwoch (ab 14.30 Uhr) bei Weltklasse Zürich brillieren.
27.08.2025, 10:2827.08.2025, 10:28
Mehr «Sport»

Angelica Mosers Trainer Adrian Rothenbühler sagte am Sonntag an den Schweizer Meisterschaften vor dem ersten Sprung seines Schützlings gegenüber Keystone-SDA, dass sie auf dem richtigen Weg seien, wenn es Richtung 4,80 m gehe. Diese Höhe übersprang Moser im zweiten Versuch, nachdem sie zuvor über 4,40, 4,50, 4,60 und 4,70 m fehlerlos geblieben war. Ihre Saisonbestleistung verbesserte die 27-jährige Zürcherin um vier Zentimeter.

Mit ihrem Auftritt in Frauenfeld erfüllte Moser auch einen weiteren Wunsch von Rothenbühler, nämlich dass sie tiefere Höhen sicher überquert. «Das ging in der ersten Saisonhälfte verloren», sagt der Schweizer Trainer des Jahres 2019.

Fussverletzung warf sie zurück

Dass dem so war, kam nicht von ungefähr. Zwar gewann Moser am 22. März an den Hallen-Weltmeisterschaften in Nanjing Bronze, nachdem sie zwei Wochen zuvor in Apeldoorn zum zweiten Mal Indoor-Europameisterin geworden war. Allerdings zog sie sich zwei Tage vor dem Wettkampf in China eine Partialruptur an zwei der drei Aussenbänder im linken Fuss zu, weshalb sie nach einer Woche Ferien während «vier Wochen oder so» alternativ trainieren musste.

Gold medallist Angelica Moser of Switzerland poses with her medal for a portrait after the medal ceremony for the pole vault event during the European Athletics Indoor Championships at the Omnisport a ...
In Apeldoorn gewann Angelica Moser an der Indoor-Europameisterschaft die Goldmedaille.Bild: keystone

Ihren ersten Wettkampf im Freien in diesem Jahr bestritt Moser Ende Mai. Danach folgten bis Mitte Juli acht weitere. Rothenbühler hätte lieber gehabt, wenn sie in der ersten Saisonphase weniger Wettkämpfe bestritten hätte, da wegen der Verletzung kein sauberer Aufbau möglich war. Er konnte Angelica Moser aber verstehen. Überhaupt pflegen die beiden eine offene Kommunikation.

Umso wichtiger war der dreiwöchige Trainingsblock nach dem Diamond-League-Meeting in London am 19. Juli. Mit diesem ist Rothenbühler sehr zufrieden. Er liess Moser ein sehr grosses Laufvolumen absolvieren. Mittlerweile ist sie, was die Schnelligkeit betrifft, wieder auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, in dem sie an den Olympischen Spielen in Paris den 4. Rang belegt hat. Das hilft ihr, wieder härtere Stäbe zu nehmen, die höhere Sprünge ermöglichen.

Zuversicht geholt

Moser trainierte nicht nur gut, Rothenbühler findet zudem, dass sie die Einstellung geändert habe. Für ihn war es zuvor eine typisches nach-olympisches Jahr. Moser sagt dazu gegenüber Keystone-SDA: «Ich bin ein mega Wettkampftyp. Es motiviert mich umso mehr, wenn die grossen Events näherkommen. Von daher war die erste Saisonhälfte für mich noch nicht so wichtig, weil die WM (beginnt am 13. September und findet in Tokio statt) so weit weg war. Ich habe sehr gerne etwas Druck.»

Die ersten zwei Wettkämpfe nach dem Trainingsblock waren geprägt von Regen, an der Athletissima in Lausanne war gar nur ein Sprung möglich. Da auch die Prognosen für den Donnerstag bei Weltklasse Zürich, der WM-Hauptprobe, schlecht sind, findet das Stabhochspringen der Frauen nun wie jenes der Männer am Mittwoch auf dem Sechseläutenplatz statt.

Angelica Moser from Switzerland reacts during the pole vault competition at the International Athletics Meeting in Lucerne, Switzerland, on Tuesday, July 15, 2025. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Das grosse Ziel ist für Moser dieses Jahr die WM.Bild: keystone

Die starke Leistung in Frauenfeld gibt Moser zusätzlichen Auftrieb. Für die drei Versuche auf der nationalen Rekordhöhe von 4,89 m – ihr Schweizer Rekord beträgt 4,88 m – wählte sie eine Stabhärte, die sie schon lange nicht mehr gesprungen war. «Das war sicher gut», so Moser. «Der Wettkampf gibt Zuversicht. Etwas schade war nur, dass wir ziemlich viel Gegenwind hatten. Aber in Tokio werden die Bedingungen wahrscheinlich auch nicht perfekt sein.»

Zur Ausgangslage an der WM sagt Moser: «Die Breite ist im Moment sehr gross, von daher kommt es darauf an, wer am Tag X die beste Leistung zeigt.» Es wäre für die Europameisterin die erste WM-Medaille im Freien. Zuerst aber möchte sie in Zürich weiteres Selbstvertrauen holen. Vor heimischem Publikum die Diamond Trophy zu gewinnen, wäre ein weiterer Meilenstein in ihrer schon jetzt beeindruckenden Karriere. (riz/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die schönsten Bilder von der Weltklasse Zürich
1 / 15
Die schönsten Bilder von der Weltklasse Zürich
Das Maskottchen posiert auf der Hochsprungmatte vor dem Opernhaus.
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ist das die Zukunft des Sportschauens? Die Amis haben mit der Revolution begonnen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Armee-Alternative für die Patrouille Suisse – das ESAF ist eröffnet
Der OK-Präsident des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests, Jakob Kamm, hat zur Eröffnung des Festgeländes am Freitagmorgen in Mollis ein Bierfass angestochen. Für eine Überraschung sorgte dabei eine Spezialeinheit der Schweizer Armee.
Eine Spezialeinheit der Schweizer Armee ist zur Eröffnung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests zum Festgelände geflogen. Die Fallschirmaufklärer ersetzten die Patrouille Suisse, deren Ausschluss zuvor für Diskussionen gesorgt hatte.
Zur Story