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Mexiko

Querétaro: So reagiert Mexikos Fussball auf die Hooligan-Schlägerei

A view of Corregidora stadium in Queretaro, Mexico, Sunday, March 6, 2022. At least 22 people were injured on Saturday at the stadium, including two seriously, when fans fought during a soccer match b ...
Das Corregidora-Stadion in Querétaro bleibt ein Jahr ohne Zuschauer. Bild: keystone

Sperren und Fan-IDs – so reagiert die mexikanische Liga auf die Hooligan-Schlägerei

09.03.2022, 10:4109.03.2022, 15:24
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Die Bilder gingen um die Welt: Am vergangenen Samstag kam es bei einem Spiel der höchsten mexikanischen Fussball-Liga zwischen dem FC Querétaro und Atlas Guadalajara zu einer Massenschlägerei von rivalisierenden Hooligans. Lokale Medien berichteten von mindestens 17 Toten, die Behörden widersprachen diesen Berichten allerdings vehement. Es habe Verletzte, aber keine Todesfälle gegeben, erklärte Mauricio Kurri, Gouverneur des Bundesstaats Querétaro.

Mittlerweile ist es zu ersten Festnahmen gekommen. Zehn Täter konnten gefasst werden, 16 weitere Haftbefehle seien noch ausstehend.

Auch der mexikanische Fussballverband (FMF) und die Liga MX haben nach dem Vorfall Massnahmen getroffen. Am schärfsten bestraft wird FC Querétaro als Organisator des abgebrochenen Spiels.

  • Querétaro darf weiterhin an der mexikanischen Meisterschaft teilnehmen, verliert das Spiel gegen Atlas aber Forfait mit 0:3.
  • Querétaro muss seine Heimspiele ein Jahr lang (bis 7. März 2023) vor geschlossenen Türen austragen. Auch die Nachwuchs- und Frauenmannschaften müssen in dieser Zeit Geisterspiele austragen.
  • Der Klub erhält eine Busse von 1,5 Millionen mexikanischen Pesos (ca. 65'500 Schweizer Franken).
  • Der gesamte Vorstand von Querétaro (Gabriel Solares, Adolfo Rios, Greg Taylor, Manuel Valverde) ist für fünf Jahre von jeglichen Tätigkeiten im mexikanischen Fussball suspendiert und wurde gezwungen, den Klub zu verkaufen.
  • Die Grupo Caliente, die bereits einen mexikanischen Klub besitzt, hat Querétaro vorübergehend übernommen, ist aber verpflichtet, den Klub bis Ende 2022 wieder zu verkaufen.
  • Die Ultras von Querétaro sind drei Jahre von Heimspielen und ein Jahr von Auswärtsspielen ausgeschlossen.
  • Alle Einzelpersonen, die im Kontext der Schlägerei vom Samstag schuldig gesprochen werden, erhalten lebenslanges Stadionverbot.
  • Die Ultras vom Gästeteam aus Guadalajara dürfen derweil für sechs Monate nicht mehr an Auswärtsspiele reisen.

Aber auch für den restlichen mexikanischen Fussball hat der Skandal vom Wochenende Konsequenzen. Gästefans sind bis auf weiteres in allen Stadien in Mexiko verboten. Ferner haben Liga und Verband das Ziel, künftig die Sicherheit zu erhöhen und allfällige Täter schneller zur Rechenschaft ziehen zu können.

Deshalb müssen die Klubs für die Saison 2022/23 eine sogenannte Fan-ID einführen. Dabei wird jede Person, die den Sektor der Heimfans betreten möchte, registriert. Zudem sollen Gesichtserkennungssysteme in allen Stadien eingeführt werden.

Die Kontrolle von Ultras innerhalb und ausserhalb des Stadions wird ausschliesslich von staatlichen oder lokalen Behörden und Polizisten gehandhabt. Private Sicherheitsfirmen dürfen sich nicht mehr darum kümmern. Ultra-Gruppen müssen sich künftig akkreditieren, um das Stadion zu betreten. Zudem werden die Plätze in den Fan-Sektoren beschränkt.

Der mexikanische Verband und die Liga MX gründen zudem ein gemeinsames Sicherheitsdepartement, das die Sicherheitsdispositive der Klubs überprüfen und Risikoanalysen durchführen soll. (abu)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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jafa8
09.03.2022 12:15registriert Oktober 2018
Das nenne ich mal eine ordentliches Massnahmenpaket😅
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