Dario Lillo und Sina Frei feiern erste Weltcupsiege in Südkorea
Dario Lillo und Sina Frei gelingt ein perfekter Auftakt in die Mountainbike-Saison. Der St. Galler und die Zürcherin lancieren die Ära nach Nino Schurter mit ihren ersten Weltcupsiegen im olympischen Cross-Country.
Lillo triumphierte bei der Weltcup-Premiere im südkoreanischen Yongpyong mit grossem Vorsprung vor dem Franzosen Luca Martin und dem Briten Charlie Aldridge. Frei setzte sich – ebenfalls solo – vor der schwedischen Weltmeisterin Jenny Rissveds und der Amerikanerin Madigan Munro durch.
Lillo, der WM-Zweite von 2024 in der U23-Kategorie, bestreitet erst seine zweite Saison bei der Elite. Bei auf ihn zugeschnittenen schlammigen Bedingungen distanzierte der 24-jährige Eschenbacher die ersten Verfolger um mehr als eineinhalb respektive zweieinhalb Minuten. Am Freitag hatte schon als Dritter im Short Track geglänzt.
«Ich wusste: Heute ist der Tag»
Dass auch am Sonntag etwas Besonderes in der Luft lag, spürte der auch im Radquer versierte Lillo bereits an den Vortagen: «Als ich Anfang der Woche die Wetterprognose sah, dachte ich schon, der Sonntag würde mein Tag. Als ich am Sonntag aufwachte und sah, dass es in der Nacht regnete, wusste ich: Heute ist der Tag.» Sein Team habe einen Plan gehabt, diesen habe er durchgezogen, ohne gross nachzudenken, befand Lillo. «Es ist alles einfach passiert.»
Auch hinter Lillo lancierten die Schweizer die Ära nach Nino Schurter vielversprechend. Filippo Colombo, Fabio Püntener, Finn Treudler, Mathias Flückiger und Lars Forster belegten die Ränge 8, 10, 13, 15 und 17. Treudler, der in den letzten Jahren auf U23-Stufe Erfolg an Erfolg reihte, hätte in seinem ersten Elite-Weltcuprennen direkt aufs Podest fahren können, wäre er nicht nur technische Probleme gebremst worden. Der 22-jährige Zürcher lag kurz vor Rennhälfte mit einer ordentlichen Reserve an zweiter Stelle, als ihn ein Kettenproblem das erste Mal vom Sattel zwang.
Frei macht den Unterschied zu Fuss
Auch Sina Frei, am Freitag schon Siegerin im Short Track, kam mit den schwierigen Bedingungen am besten zurecht. Nachdem sie zwischenzeitlich hinter Jenny Rissveds zurückgefallen war, schloss sie vor der letzten Runde gemeinsam mit der Amerikanerin Madigan Munro zur Spitzenfahrerin auf und zog anschliessend davon. Den Unterschied machte Frei nicht zuletzt zu Fuss: Für die steilen Aufstiege auf dem nassen Boden mussten die Fahrerinnen jeweils vom Bike absteigen.
Frei war im Weltcup zuvor zweimal aufs Cross-Country-Podest gefahren. 2024 wurde die 28-jährige Zürcherin in Lake Placid Zweite und eine Woche später in Mont-Sainte-Anne Dritte. Nun holte sie auch den Sieg in dieser Disziplin und komplettierte damit ihr Palmarès. Ihr bisher erfolgreichstes Jahr erlebte Frei 2021, als sie in Tokio Olympiasilber gewann und danach an der WM im italienischen Val di Sole, wo auch in diesem Jahr die WM stattfinden wird, Weltmeisterin im Short Track sowie Dritte im Cross-Country wurde.
Alessandra Keller noch nicht dabei
Mit Ronja Blöchlinger und Jolanda Neff auf den Plätzen 7 und 8 schafften es zwei weitere Schweizerinnen in die Top 10. Alessandra Keller, die letztjährige Dritte des Gesamtweltcups und vermeintlich grösste Schweizer Hoffnung, fehlte beim Auftakt in Südkorea. Die 30-jährige Short-Track-Weltmeisterin verzichtete nach ihrem Sieg beim Cape Epic in Südafrika auf den Abstecher nach Asien. Sie will in drei Wochen in Nove Mesto in Tschechien einsteigen, der zweiten von insgesamt neun Weltcup-Stationen. Ebenfalls nicht am Start war die Neuseeländerin Samara Maxwell, die im letzten Jahr den Gesamtweltcup gewonnen hatte. Sie setzt die gesamte Saison aus. (sda/hah)
