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«Devastated!» Ben Roethlisberger war nach dem Playoff-Aus der Steelers untröstlich.
«Devastated!» Ben Roethlisberger war nach dem Playoff-Aus der Steelers untröstlich.Bild: keystone

«Big Bens» Tränen nach dem Horror-Abend – und 5 weitere Highlights vom Wild-Card-Weekend

Die erste NFL-Playoff-Runde brachte viel Spektakel, langersehnte Erfolge und grosse Enttäuschungen. Die unerwartetste Niederlage kassierten die Pittsburgh Steelers mit Quarterback Ben Roehtlisberger, der danach seine Emotionen nicht verbergen konnte.
11.01.2021, 12:1011.01.2021, 14:22

Die Resultate

Bevor wir zu den Highlights kommen, hier die Resultate des Wild-Card-Weekends:

Die Highlights

Der Horror-Start der Steelers

Die Cleveland Browns haben im letzten der sechs Wild-Card-Playoff-Spiele für eine dicke Überraschung gesorgt. Sie gewannen ihr erstes Playoff-Spiel seit 18 Jahren gegen die Pittsburgh Steelers mit 48:37 und zogen trotz zahlreicher Corona-Fälle und nur einem Training in den letzten zwei Wochen erstmals seit 1994 wieder in die 2. Runde ein.

Bei den Steelers ging zu Beginn alles schief, was schief gehen konnte. Schon gleich nach dem ersten, viel zu hohen Snap, den Quarterback Ben Roethlisberger nicht fangen konnte, kassierte der Division-Sieger der AFC North den ersten Touchdown.

Der frühe Browns-Touchdown nach dem missglückten Steelers-Snap. Video: streamable

Doch das war erst der Auftakt eines verrückten ersten Viertels: Denn beim zweiten Drive der Steelers landete der Ball beim Gegner: «Big Ben» warf den Ball in die Arme eines Gegenspielers, die Browns nutzten die Interception zum erneuten Touchdown. Nach dem ersten Viertel stand es bereits 28:0 für den Aussenseiter aus Cleveland – so viele Punkte hatte noch nie ein NFL-Team in einem ersten Playoff-Viertel erreicht.

Interception von Roethlisberger, die Browns ziehen davon.Video: streamable

Die grosse Aufholjagd der Steelers blieb danach aus: Zwar warf Roethlisberger noch vier Touchdowns und für 501 Yards, doch die insgesamt vier Interceptions brachen seinem Team am Ende das Genick.

Die vierte Interception von Roethlisberger entschied die Partie endgültig.Video: streamable

Während Roethliesberger nach dem vielleicht letzten Spiel seiner erfolgreichen Karriere bittere Tränen weinte, musste sich Browns-Headcoach Kevin Stefanski in den Katakomben des Stadions über den Coup seiner Mannschaft freuen. Er befand sich aufgrund der Corona-Fälle bei den Browns in Quarantäne und durfte deshalb nicht am Spielfeldrand dabei sein.

Die Tränen von «Big Ben».Video: streamable

Brees macht Duell mit Brady klar

Gut fünf Stunden vor dem Duell der New Orleans Saints gegen die Chicago Bears sorgte eine Nachricht von NFL-Insider Ian Rapoport auf Twitter für Aufsehen: Der bald 42-jährige Saints-Quarterback Drew Brees werde seine lange und erfolgreiche Karriere nach dieser Saison beenden. Das Duell mit den Bears hätte also das letzte Spiel des Super-Bowl-Siegers von 2009 werden können.

Doch das wurde es nicht: Brees spielte zwar nicht gross auf, erledigte beim 21:9-Sieg seine Pflicht mit zwei Touchdown-Pässen und 265 Yards aber souverän. Die Bears ihrerseits liessen zu viele Chancen für eine Überraschung liegen. Das beste Beispiel: Gegen Ende des letzten Viertels warf Quarterback Mitch Trubisky nach einem herrlichen Trickplay tief in die Endzone, doch Wide Receiver Javon Wims rutschte der Ball völlig freistehend durch die Hände.

Wims verpasst den Touchdown nach dem Trickplay der Bears.Video: streamable

Dennoch blieb die von den beiden Defensiven dominierte Partie bis Mitte des dritten Viertels offen. Dann zeigte Brees kurz vor der gegnerischen Endzone seine ganze Erfahrung, lobte den Ball über den heranstürmenden Bears-Star Khalil Mack zu Running Back Latavius Murray. Dieser war zuvor beim Versuch, Mack zu blocken, zu Boden gefallen und dadurch nun frei. Die Saints führten mit 14:3 – angesichts der haushoch überlegenen Defense war das die Vorentscheidung.

Der entscheidende Touchdown von Murray.Video: streamable

Nach der Partie sorgte der TV-Sender Nickelodeon, der erstmals ein NFL-Spiel live übertrug und mit Spongebob-Vorberichterstattung kindergerecht aufbereitete, für zwei Kuriositäten: Zunächst wurde Bears-Quarterback Trubisky mit dem NVP Award ausgezeichnet, doch der Reporter war in Sachen NFL leider nicht so bewandert und sprach von einem gewissen «Mitch Tribusky». Saints-Headcocach Sean Payton war's egal, er musste sich in den Katakomben nämlich wie versprochen «slimen» lassen.

«Mitch Tribusky is the winner!»Video: streamable

Saints-Quarterback Brees nahm nach dem Sieg derweil keine Stellung zu den Rücktrittsgerüchten. Er konzentriert sich lieber auf die Divisional Round vom nächsten Wochenende. Dort wartet nämlich ein alter Bekannter: Im «Oldie»-Duell trifft er auf Tom Brady und dessen Tampa Bay Buccaneers. Im Direktduell führt Brees mit 4:2, zwei Siege gab es allein in der laufenden Saison. In Week 9 erteilten die Saints Brady und Co. eine historische 38:3-Lehrstunde.

Der alte Mann holt den nächsten Rekord

Seit der Blamage gegen die Saints haben sich Brady und seine Buccaneers kontinuierlich gesteigert. Gegen das Washington Football Team brauchte es aber einen «GOAT» in Topform, damit die «Bucs» mit einem 31:23-Sieg erstmals seit 18 Jahren in die zweite Playoff-Runde einziehen konnten.

Brady präsentierte sich in absoluter Playoff-Form, nur seine Receiver machten phasenweise nicht richtig mit. Immer wieder konnten sie perfekt getimte Pässe nicht festhalten. Der «Bucs»-Spielmacher kam dennoch auf zwei Touchdown-Pässe und ist nun mit 43 Jahren und 159 Tagen der älteste Quarterback, dem das in einem Playoff-Spiel gelungen ist. Der zuvor von George Blanda gehaltene Rekord bestand seit 1970.

Die Brady-Highlights gegen das Washington Football Team.Video: YouTube/NFL

Das Washington Football Team leistete trotz zwischenzeitlich zwölf Punkten Rückstand aber lange Widerstand. Taylor Heinicke, der kurzfristig für den verletzten Alex Smith als Quarterback spielte, zeigte in seinem erst zweiten Einsatz dieser Saison eine starke Leistung und warf in seinem ersten Playoff-Spiel einen Touchdown und insgesamt 306 Yards. Einen weiteren Touchdown erlief der 27-Jährige zudem selbst – und das in ziemlich spektakulärer Art und Weise.

Der Rushing-Touchdown von Heinicke.Video: streamable

Jackson beendet seinen Playoff-Fluch

Im dritten Anlauf hat Lamar Jackson endlich sein erstes Play-off-Spiel gewonnen. Mit den Baltimore Ravens schlug der noch amtierende NFL-MVP die Tennessee Titans in der Wild-Card-Runde mit 20:13 und schaffte damit die Revanche für die bislang grösste Niederlage seiner Karriere.

Jackson startete allerdings wie im Vorjahr beim 12:28 schwach in die Partie und leistete sich früh eine Interception. Doch dann drehte der 24-jährige Quarterback doch noch auf: Kurz vor der Pause lief er mit einem spektakulären 48-Yard-Run selbst zum Touchdown und sorgte so dafür, dass es mit 10:10 in die Pause ging. Es war der zweitlängste Touchdown-Lauf eines Quarterbacks in der Playoff-Geschichte nach Colin Kaepernick 2012.

Der spektakuläre Touchdwon von Lamar Jackson.Video: streamable

Das siegbringende Play gelang rund zwei Minuten vor Schluss Cornerback Marcus Peters, der beim Stand von 20:13 einen Pass von Titans-Quarterback Ryan Tannehill abfing und es seinem Quarterback Jackson ermöglichte, mit einem weiteren langen Lauf den Sieg zu sichern.

Entscheidend war am Ende aber auch, dass die Ravens-Defense das Titans-Prunkstück so gut im Griff hatten: Running Back Derrick Henry, der eine Regular Season für die Geschichtsbücher hingelegt hatte, kam während er ganzen Partie nur auf 40 Rushing Yards.

Die Interceptions von Peters.Video: streamable

Rams-Defense lässt Wilson verzweifeln

Die Los Angeles Rams schafften dank ihrer überragenden Defense eine Überraschung und besiegten die Seattle Seahawks mit 30:20. Die Partie begann allerdings mit einem Schockmoment für die Rams: Quarterback John Wolford, der den immer noch am Daumen verletzten Jared Goff ersetzte, musste nach einem Hit von Jamal Adams verletzt vom Feld, so dass der angeschlagene Goff doch ran musste.

Viel musste der Stamm-Quarterback dann allerdings nicht tun, denn seine Defense übernahm den Grossteil der Arbeit. Ständig setzte sie Seahawks-Quarterback Russell Wilson unter Druck, so dass dem MVP-Anwärter immer wieder ungewohnte Fehler unterliefen. Im zweiten Viertel führte Wilsons einzige Interception zu einem Pick-6 und zum bereits vorentscheidenden 3:13-Rückstand.

Die fatale Interception von Wilson.Video: streamable

Auch danach kam vom Seahawks Quarterback eine seiner bislang schlechtesten Playoff-Leistungen überhaupt. Wilson brachte nur 11 seiner 27 Passversuche an den Mann und kam am Ende auf lediglich 174 Passing Yards. Seine zwei Touchdown-Pässe und die Tatsache, dass Goff eine noch bescheidenere Leistung ablieferte, halfen da wenig.

Die Highlights der Partie.Video: YouTube/NFL

Allen sorgt für die grosse Bills-Erlösung

Die Buffalo Bills schlugen die Indianapolis Colts mit 27:24 und feierten damit ihren ersten Playoff-Sieg seit 1995. Matchwinner für die Bills war Quarterback Josh Allen, der nahtlos an seine überragenden Leistungen aus der Regular Season anknüpfte: 324 Passing Yards, zwei Touchdown-Pässe, 54 Rushing Yards und ein Touchdown am Boden standen bei ihm am Ende zu Buche.

Die Josh-Allen-Highlights.Video: YouTube/NFL

Trotz einer zwischenzeitlichen 24:10-Führung wurde es am Ende aber nochmals ganz eng: Mit zwei Touchdowns führte Quarterback Philip Rivers die Colts noch einmal auf 24:27 heran und die Bills kamen gehörig ins Zittern, doch Rivers Hail Mary kurz vor Schluss fand keinen Abnehmer.

Die Bills fangen Rivers' Hail Mary in der eigenen Endzone ab.Video: streamable

Bei den Colts gaben nach Spielschluss aber vor allem die fragwürdigen Entscheidungen von Headcoach Frank Reich zu reden. Kurz vor der Halbzeit beispielsweise ging er beim Stand von 10:7 nicht auf das sichere Field Goal, sondern liess stattdessen einen vierten Versuch ausspielen. Das ging allerdings in die Hose und so stand es nach Allens Rushing-Touchdown zur Pause 14:10 für die Bills statt 13:7 für die Colts.

Die Colts müssen den Ball nach dem vergebenen vierten Versuch abgeben.Video: streamable
Der Rushing Touchdown von Allen vor der Pause.Video: streamable

So geht es weiter

Die Divisional Playoffs steigen bereits am kommenden Wochenende. Diese vier Duelle stehen auf dem Programm:

bild: screenshot ran.de
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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Patrinho
11.01.2021 12:33registriert April 2019
Einen schlechteren Wochenstart kann man als Steelers fan wohl kaum haben...

Das hat sich in letzten Spielen leider abgezeichnet, aber dieses brutale Resultat war, für mich zumindest, dann doch überraschend
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Connor McJesus
11.01.2021 15:01registriert November 2015
Naja nach der zweiten Saisonhälfte kann man Wilson nicht mehr wirklich als Kandidat auf den MVP handeln.
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