DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die 15-jährige Kamila Valieva war die grosse Favoritin auf Gold im Eiskunstlauf.
Die 15-jährige Kamila Valieva war die grosse Favoritin auf Gold im Eiskunstlauf.Bild: keystone

Verschobene Siegerehrung: Doping-Wirbel um 15-jähriges Eiskunstlauf-Wunderkind

10.02.2022, 06:2510.02.2022, 14:16

Die Verschiebung der Siegerehrung im Teamwettbewerb in Peking dürfte auf einen Dopingfall im siegreichen russischen Team zurückzuführen sein. Laut übereinstimmenden russischen Medienberichten soll die erst 15-jährige Kamila Valieva positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin getestet worden sein. Eine Bestätigung dafür gab es weder vom IOC noch von russischen Vertretern. Das IOC hatte am Mittwoch «rechtliche Gründe» als Ursache für Verschiebung angegeben.

Details über die Hintergründe des ungewöhnlichen Schritts waren nicht genannt worden. «Es wäre unpassend, wenn wir ein laufendes juristisches Verfahren kommentieren würden», sagte IOC-Sprecher Mark Adams und bezeichnete die Berichte als «Spekulation». Russische Zeitungen schreiben, sie sei bereits vor den Spielen positiv auf das Stimulans Trimetazidin getestet worden.

Die Mannschaft mit Valieva hatte den Team-Wettkampf am Montag vor den USA und Japan gewonnen. Mit ihrer historischen Kür hatte sie Beobachter und Kampfrichter gleichermassen verzaubert.

Trimetazidin ist eine von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA seit 2014 verbotene Substanz, die in Medikamenten zur Behandlung von Angina pectoris enthalten ist. Laut RBC soll Valieva, die auch für den Einzelwettbewerb als Favoritin galt, eine «geringe Menge» des Medikaments nachgewiesen worden sein.

Laut Regeln der WADA wird Valieva wegen ihres Alters als «geschützte Person» eingestuft. Sie könnte daher weniger hart bestraft werden als erwachsene gedopte Sportler. Laut «insidethegames» beschäftigen sich aktuell ganze Teams von Juristen mit dem Fall.

Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang war bei der russischen Bobfahrerin Nadescha Sergejewa dieselbe Substanz entdeckt worden, die laut der Anti-Doping-Agentur WADA die Ausdauer und den Blutfluss steigern kann. Auch der chinesische Schwimmstar Sun Yang war 2014 mit dem Mittel erwischt und für drei Monate gesperrt worden.

Der Fall Valieva birgt allerdings noch zusätzliche Brisanz, da Russland quasi nur auf Bewährung an den Winterspielen teilnehmen darf. Aufgrund von Sanktionen infolge des Dopingskandals an den Winterspielen 2014 in Sotschi tritt Russland wie auch schon im Sommer in Tokio lediglich als Russisches Olympisches Komitee (ROC) auf. Die eigene Fahne und Hymne sind nicht zugelassen.

Bevor die Berichte über Valieva bekannt wurden, war der erste Dopingfall der Spiele in Peking bekannt geworden. Der iranische alpine Skifahrer Hossein Saveh Shemshaki wurde bei einer Dopingkontrolle positiv getestet. Wie die Internationale Test-Agentur (Ita) in der Nacht zum Donnerstag (chinesischer Zeit) mitteilte, wurde er am Montag ausserhalb des Wettkampfes kontrolliert worden.

Der Athlet sei über den Fall informiert und bis zur Klärung suspendiert worden. Shemshaki darf während der Winterspiele weder an Wettkämpfen noch an Trainings- oder Betreuungsmassnahmen oder an sonstigen Aktivitäten teilnehmen, hiess es in der Mitteilung. Der 36-Jährige war schon 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi dabei – in Russland erzielte er mit dem 31. Platz im Slalom sein bestes Ergebnis. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2022 in Peking

1 / 102
Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2022 in Peking
quelle: keystone / wu hong
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Schweizer Snowboarder Pat Burgener erobert das olympische Dorf auf TikTok

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

22 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
schuelhuusgspängschtli
10.02.2022 06:14registriert August 2019
Ich Titel gelesen. Ich Text gelesen. Ich maximal verwirrt, weil da von Doping die Rede ist. Ich, der schnallt, dass man nicht nur auf Corona positiv getestet werden kann. 6 Uhr ist definitiv zu früh.
6810
Melden
Zum Kommentar
avatar
UncleHuwi
10.02.2022 07:16registriert Mai 2015
Russland??? Nie im Leben🙄
514
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bojenmensch
10.02.2022 08:20registriert März 2020
Zum Glück stand da noch, was ROC bedeuted... ich dachte immer, das stehe für Really on Chemicals...
436
Melden
Zum Kommentar
22
Wie ich Belinda Bencic dem Virus aussetzte – und weshalb mich die Tennisblase anwidert
Drei Covid-19-Infektionen prägen das Wimbledon-Turnier der Männer. Auch unser Journalist vor Ort hat sich angesteckt. Nur zu kümmern scheint das niemanden. Eine Abrechnung mit der Sorglosigkeit.

Es hat mich ziemlich heftig erwischt. Covid-19. Schüttelfrost, Glieder- und Kopfschmerzen, Schwindel, 40 Grad Fieber. Während dreier Tage war mein Körper im Krisenmodus. Ich bin 35 Jahre jung, sportlich, dreifach geimpft. Ich will mir nicht vorstellen, welchen Schaden das Virus hätte anrichten können, hätte ich ein naives Immunsystem gehabt. Jetzt sitze ich in einem kleinen Zimmer in London fest. Hoffe auf Besserung. Das ist unangenehm.

Zur Story