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Ralph Stöckli blickt zufrieden auf die 16 Wettkampftage von Peking zurück.
Ralph Stöckli blickt zufrieden auf die 16 Wettkampftage von Peking zurück.Bild: keystone

Stöckli zieht positive Bilanz: «Dem Schweizer Wintersport geht es sehr, sehr gut»

Ralph Stöckli ist zufrieden mit den Olympischen Spielen in Peking. Der Missionschef von Swiss Olympic zieht zum Abschluss Bilanz und beantwortet Fragen zum Mindestalter von Sportlern bei Olympia und der Stärke der Schweizer Athletinnen.
20.02.2022, 15:4820.02.2022, 17:22

Swiss Olympic zieht von den Olympischen Spielen in Peking eine positive Bilanz – auch wenn die offizielle Vorgabe «15 Medaillen plus» knapp verpasst worden ist.

Mit dem Olympiasieg von Beat Feuz in der «wichtigen Disziplin» Abfahrt habe Beijing 2022 aus Schweizer Sicht «mit einem Feuerwerk» begonnen. «Man wünscht sich, dass man gleichermassen aufhören kann. Das ist uns leider nicht gelungen», analysierte Ralph Stöckli mit einem Blick auf die verpassten Medaillen im Curling und im Teamwettkampf der Alpinen am Schlusswochenende. Der Abschluss könne die Gesamtbilanz und die gezeigten Leistungen aber nicht schmälern, so der Missionschef von Swiss Olympic an der Bilanz-Medienkonferenz.

Die 14 Medaillen und insbesondere auch die 7 goldenen machen Ralph Stöckli «auch persönlich stolz». Statistisch und nach absoluten Zahlen gesehen, hat die Schweiz die erfolgreichsten Winterspiele aller Zeiten hinter sich. Nur einmal, vor acht Jahren in Sotschi, gab es schon 7 Schweizer Olympiasiege und 2 Silbermedaillen, damals allerdings nur 2 (statt wie in Peking 5) bronzene Auszeichnungen.

Bereits im Sommer nach Tokio durfte Swiss Olympic von den erfolgreichsten Spielen der jüngeren Vergangenheit sprechen. Die Rekorde sind allerdings zu relativieren, haben doch die Anzahl Wettbewerbe zuletzt stark zugenommen. Zum Vergleich: 1988 in Calgary gewannen die Schweizer ihre 15 Medaillen in 49 Wettbewerben. In Peking standen 109 Entscheidungen im Programm.

Auch Stöckli sprach von den «erfolgreichsten Winterspielen für Swiss Olympic», allerdings nicht wegen der Anzahl Medaillen. Für den Dachverband sind die Anzahl Diplome (Top-8-Klassierungen) aussagekräftiger. «Das ist für uns ein wichtiger Indikator, wo wir in den einzelnen Sportarten stehen und wie wir in der Weltspitze vertreten sind», so Stöckli. In Peking gewannen die Schweizerinnen und Schweizer total 34 Diplome – ein Rekord.

Mit Blick auf die Zukunft hob Stöckli trotz der erfolgreichen Spiele den Warnfinger: «Wir müssen zusammen mit den Verbänden schauen, dass wir weiterhin so breit aufgestellt sind, und in einigen Sportarten aufpassen, dass wir den Anschluss an die Weltspitze nicht verlieren.»

Ralph Stöckli über...

... die Ausbeute von 14 Medaillen in Peking:

«Wir durften viele Glücksmomente erleben. Es waren tolle Leistungen mit vielen schönen Medaillen in verschiedenen Sportarten. Die Wichtigkeit von Ski alpin für den olympischen Erfolg im Wintersport liegt auf der Hand. Das war auch hier in Peking wieder ziemlich fassbar. Es ist nicht neu, auch 1988 in Calgary wurden 11 von 15 Medaillen von den Skirennfahrerinnen und -fahrern gewonnen. Man darf aber grundsätzlich sagen, dem Schweizer Wintersport geht es sehr, sehr gut.»

Die Schweizer Medaillengewinner bei Olympia 2022 in Peking:

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Die Schweizer Medaillengewinner bei Olympia 2022 in Peking
quelle: keystone / peter klaunzer
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... die Spiele in China:

«Man hat die Dankbarkeit der Athleten gespürt, dass diese Spiele überhaupt stattfinden konnten. Das war nicht selbstverständlich. Man ging oft davon aus, dass sie wegen der Pandemie nicht möglich sein werden. Und da müssen und wollen wir den Chinesen ein Kränzchen winden. Sie haben uns aus sportlicher Sicht optimale Bedingungen vorbereitet. Sicherlich waren es spezielle Spiele mit einem speziellen ‹Setting› (in Bezug auf Corona und die politische Situation – Red.). Herzlichen Dank an die Tausende von Helfern. Sie haben mit einer unglaublichen Motivation und Freundlichkeit dafür gesorgt, dass wir uns trotzdem wohl gefühlt haben.»

... die Präsenz von Corona und die «Pandemie-Spiele» von Tokio und Peking:

«Corona war allgegenwärtig. Glücklicherweise konnten all unsere Athletinnen und Athleten ihre Wettkämpfe absolvieren. Aber es waren für die Isolierten schwierige Momente, die belastend waren für uns, die Teams und vor allem die Sportler selbst. Wir sind aber auch in Bezug auf die Corona-Thematik gut durch diese Spiele gekommen. Tokio und Peking waren für Swiss Olympic eine unglaubliche Herausforderung. Es war ganz viel Zusatzaufwand, da mache ich mir manchmal auch Sorgen um die Verbände.»
Die «Marsmenschen» von Peking bei der Arbeit.
Die «Marsmenschen» von Peking bei der Arbeit.Bild: keystone

... die Schlüsse, die das IOC daraus ziehen kann:

«Es waren Spiele, bei denen das wichtigste, nämlich der sportliche Wettkampf, im Zentrum stand. Es ist eine Chance, den Gigantismus etwas in den Griff zu bekommen. Da wünschen wir uns schon, dass das IOC diese Chance nutzt, künftig nach dem Prinzip der Einfachheit zu entscheiden.»

... das von vielen geforderte Mindestalter von Athleten an Olympischen Spielen:

«Da kann ich noch nicht für Swiss Olympic sprechen. Es ist sicher ein Thema, das richtigerweise aufkommt. Wir müssen selbst noch eine Haltung dazu entwickeln. Persönlich kann ich sagen, dass ich diese Diskussion sehr, sehr wichtig finde. Diese Frage muss das IOC für die Zukunft beantworten können.»

... die Stärke der Schweizer Frauen (bereits in Tokio gewannen die Frauen die Mehrzahl der Schweizer Medaillen):

«Die Voraussetzungen für die Frauen in der Schweiz sind sehr gut. Wir fördern von Seiten Swiss Olympics, der Sporthilfe oder Armee beide Geschlechter gleich, da machen wir keinen Unterschied. Diese Basis ist in der Schweiz im Vergleich zu vielen anderen Ländern gegeben. Es akzentuiert sich noch mehr im Sommersport, weil es da viele Länder gibt, die in der Frauenförderung nicht sehr viel unternehmen.»

... die bevorstehenden Rücktritte von Aushängeschildern wie Dario Cologna und Simon Ammann:

«Es wird sehr schwierig für die Disziplinen ohne diese beiden. Sie waren aussergewöhnliche Botschafter. Man kann nicht darauf setzen, in Zukunft automatisch wieder einen neuen Cologna oder Ammann zu haben. Wir müssen mit allen Verbänden schauen, dass wir breit aufgestellt bleiben. Die Abhängigkeit von Ski alpin habe ich betont, die ist nicht neu. In verschiedenen Sportarten müssen wir aber schauen, dass wir den Anschluss an die Weltspitze nicht verlieren.»

(pre/sda)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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BeneLi
20.02.2022 16:24registriert Oktober 2020
Die absolute Medaillenbilanz ist natürlich top, aber die Verteilung sollte doch etwas bedenklich stimmen. Abgesehen vom Ski Alpin und Ski Freestyle wurde eine einzige Medaille geholt. Beim Snowboard, den nordischen Disziplinen und im Eiskanal ist man derzeit mehrheitlich ziemlich weit weg von der Weltspitze. Auch kommt in vielen Disziplinen kaum jemand nach, der diese Lücke schliessen kann.
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