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Fabian Bösch im olympischen Slopestyle-Final.
Fabian Bösch im olympischen Slopestyle-Final.Bild: keystone

Freestyler Bösch hadert mit den Kampfrichtern: «Es ist nicht so durchsichtig»

Frust und Enttäuschung im Schweizer Team nach dem Final im Ski-Slopestyle. Qualifikationssieger Andri Ragettli wird unglücklicher Vierter, Ex-Weltmeister Fabian Bösch belegt Rang 6.
16.02.2022, 08:0016.02.2022, 13:08

Fabian Bösch musste bei der Suche nach Gründen für das Verpassen einer Medaille nicht lange suchen. Für ihn hatte das Urteil der Kampfrichter entscheidenden Einfluss. Diese bewerteten seinen besten Run mit 78,05 Punkten. Für eine Medaille wären 85,35 Punkte nötig gewesen.

«Ich bin stolz, wie ich meinen Run heruntergebracht habe. Aber ich hätte mir mehr Punkte erhofft», sagte Bösch im SRF.

Und weiter: «Es ist nicht so durchsichtig, wir Fahrer verstehen es auch nicht wirklich, wie die Richter bewerten. Das macht es schwierig, sich einzustellen.» Schon in der Qualifikation im Slopestyle und im Big Air fühlte sich Bösch ungerecht beurteilt.

Mensch statt Uhr

Es ist eine ewige Diskussion in jeder Sportart, in der Menschen Leistungen bewerten müssen. Egal, ob das Eiskunstlaufen ist oder Kunstturnen, Skispringen oder Slopestyle.

Bei vielen anderen Sportarten übernimmt eine Uhr den Job des Bewertens: Wer am schnellsten im Ziel ist, hat gewonnen. Daran gibt es in der Regel nichts zu rütteln. Wer sich eine Sportart aussucht, in der Kampfrichter über Sieg und Niederlage entscheiden, übergibt sein Schicksal in fremde Hände und muss das akzeptieren können, auch wenn man anderer Meinung ist.

Fabian Bösch kann das zweifelsohne. Sonst hätte der 24-Jährige schon längst keine Lizenz mehr gelöst, sondern würde nur noch aus Freude an der Sache auf die Ski stehen.

Bösch blickt im Ziel auf das Scoreboard, das seine Wertung anzeigt.
Bösch blickt im Ziel auf das Scoreboard, das seine Wertung anzeigt.Bild: keystone

Natürlich sprach im Zielraum in Zhangjiakou der Frust über die verpasste Medaille aus ihm, als er sich über die Kampfrichter ausliess. Verständlich, dass er seinem Ärger Luft verschaffen wollte. Aber ob die Jury wirklich die sieben Punkte «gestohlen» hat, die ihm für eine Medaille fehlten?

Ragettli möchte nicht diskutieren

Für uns Durchschnittszuschauer ohne Gian-Simmen-Gen ist es unmöglich, dies zu beurteilen. Zu schnell drehen sich die Freestyler in der Luft, zu ähnlich sind sich die Sprünge, zu undurchsichtig ist für Laien vor allem, wie das Befahren der Rails – das «Geländerrutschen» am Anfang jedes Laufs – bewertet werden soll.

Auch Andri Ragettli hätte sich als Vierter über die Punktrichter beklagen können. Der Bündner mochte ihre Arbeit aber nicht gross kommentieren. «Ein, zwei Fragezeichen habe ich auch», sagte Ragettli zur Agentur Keystone-SDA, «ich muss mir das Ganze aber zuerst noch einmal genau anschauen.» Ihm fehlten nicht sieben Punkte für eine Medaille, sondern bloss 1,85 Punkte.

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quelle: keystone / wu hong
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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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frächevogel
16.02.2022 09:31registriert Oktober 2018
Ich kann Fabians Frust durchaus verstehe. Da wurde manchmal das Verpassen eines Grabs hart bestraft (zb auch bei Ragettli) und ein andermal kann dich Alex Hall ein Paar Fehler erlauben (unteranderem veroasster Grab) und wird mit 90 Punkten belohnt.
Aber das ist natürlich au nur die Meinung eines Amateurs 😋

Ich hätte es Fabian und Andri sehr gegönnt wenn es für eine Medallie gereicht hätte..
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Lai Nair
16.02.2022 09:11registriert Dezember 2016
in all den Sportarten, bei welchen Punkte vergeben werden und über Sieg oder Niederlage entschieden wird, menschelet's halt immer wieder mal und alles ist nicht ganz so durchsichtig wie Glas
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