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Olympia 2026

Olympia 2026: Franzoni könnte die Schweizer in der Abfahrt ärgern

Italy's Giovanni Franzoni checks his time at the finish area of an alpine ski, men's downhill official training, at the 2026 Winter Olympics, in Bormio, Italy, Thursday, Feb. 5, 2026. (AP Ph ...
Giovanni Franzoni soll die Italiener in der Abfahrt endlich erlösen.Bild: keystone

Wird Franzoni der grosse Erlöser? Seit 74 Jahren wartet Italien auf Abfahrtsgold

Am Samstag sind die Schweizer in der olympischen Abfahrt die ganz grossen Favoriten. Der grösste Herausforderer in Bormio wird Giovanni Franzoni, der bereits in Kitzbühel triumphierte und die Italiener nach 74 Jahren endlich erlösen soll.
07.02.2026, 07:1007.02.2026, 07:52

Am ersten richtigen Wettkampftag steht im Ski Alpin bereits das ganz grosse Highlight der Olympischen Spiele an. In Bormio findet auf der Stelvio die Abfahrt der Männer statt. Die Schweizer, die in den letzten Jahren das Mass aller Dinge waren, sind natürlich auch in der Olympia-Abfahrt die ganz grossen Favoriten.

Fünf der sechs Abfahrten in diesem Winter konnten die Schweizer für sich entscheiden. Dreimal stand Marco Odermatt zuoberst und zweimal Franjo von Allmen. Einzig in Kitzbühel war nicht ein Vertreter von Swiss-Ski der Schnellste. Giovanni Franzoni gewann auf der Streif erstmals eine Weltcup-Abfahrt und sorgte bei Odermatt für Tränen.

Vor 74 Jahren zuletzt Gold in der Abfahrt

Klar sind die Augen auch vor den Olympischen Spielen auf den Italiener gerichtet, der sein Land an den Spielen im eigenen Land endlich erlösen soll. Seit dem Jahr 1952 und der Abfahrts-Goldmedaille von Zeno Colo stand nie mehr ein italienischer Abfahrer bei Olympischen Spielen zuoberst. Damals setzte sich Colo vor den beiden Österreichern Othmar Schneider und Christian Pravda durch. Der Schweizer Fred Rubi verpasste Edelmetall in Oslo um eine Zehntelsekunde.

Der italienische Skirennfahrer Zeno Colò, aufgenommen um 1947. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)
Vor 74 Jahren wurde Zeno Colo Olympiasieger in der Abfahrt.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Der Durchbruch liess auf sich warten

Franzoni ist der grosse Überflieger der laufenden Saison. Die wenigsten Experten hatten den 24-Jährigen vor dem aktuellen Winter auf dem Zettel. Ein erstes Ausrufezeichen setzte der Speedspezialist bereits kurz vor Weihnachten, als er in Gröden erstmals auf ein Weltcup-Podest fuhr. Als Franzoni die Trainings in Wengen dominierte und auch den Super-G für sich entschied, war klar, dass der langersehnte Durchbruch endlich gelungen ist.

Seit Franzoni in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt dreimal Junioren-Weltmeister wurde, erwartete man Grosses von ihm. Der Exploit liess aber auf sich warten, was auch mit einer Verletzung zu tun hatte. Erst in der letzten Saison konnte Franzoni mit der Weltspitze mithalten und sich in Beaver Creek im Super-G sogar über einen vierten Platz freuen.

epa12677285 (L-R) Second placed Marco Odermatt of Switzerland, first placed Giovanni Franzoni of Italy and third placed Maxence Muzaton of France sit on the podium after the Men's Downhill race a ...
Franzoni setzte sich in der Abfahrt vor Marco Odermatt durch.Bild: keystone

Starke Resultate im Training

Die Form scheint bei Franzoni auch in Bormio zu stimmen. In den Trainings war Franzoni gewohnt stark und fuhr auf den dritten und den zweiten Platz. Damit war er auch immer besser als die Schweizer. Das dritte Training am gestrigen Freitag liess er dann aus.

Vor dem Start der Olympischen Spiele zeigte sich der Kitzbühel-Sieger im Interview mit der «Gazzetta dello Sport» sehr bodenständig: «Ich habe noch nichts erreicht. Also werde ich meinen Teamkollegen weiterhin den Kaffee bringen, wie ich es auch als Neuling schon getan habe.»

Franzoni ist zum ersten Mal an Olympischen Spielen dabei und dann auch noch gleich im eigenen Land. Das macht es für ihn natürlich doppelt speziell. «In Italien zu fahren ist etwas Besonderes und ich liebe diese Strecke», sagte er nach dem ersten Training.

Paris ist Rekordsieger in Bormio

Mit Dominik Paris haben die Italiener noch einen weiteren Medaillenkandidaten in den eigenen Reihen. Der 36-jährige Routinier ist Rekordsieger auf der Stelvio und konnte bereits sechsmal in Bormio gewinnen, zuletzt vor etwas mehr als vier Jahren. An Olympischen Spielen konnte sich der Super-G-Weltmeister aus dem Jahr 2019 aber noch nie über Edelmetall freuen. Am knappsten war es vor acht Jahren, als Paris in Pyeongchang 4. wurde.

Italy's Dominik Paris concentrates ahead of an alpine ski, men's downhill official training, at the 2026 Winter Olympics, in Bormio, Italy, Thursday, Feb. 5, 2026. (AP Photo/Gabriele Facciot ...
Dominik Paris fühlt sich auf der Stelvio wohl.Bild: keystone

Neben Franzoni und Paris stehen mit Florian Schieder und «Trainingsweltmeister» Mattia Casse zwei weitere Einheimische am Start. Auch ihnen ist an einem starken Tag eine Medaille zuzutrauen.

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10 Kommentare
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0ldNicehand
07.02.2026 07:53registriert März 2020
Der hat noch Zeit, kann warten bis nächste Olympiade! Jetzt ist erstmal Odermatt drann, oder Von Allmen! 😅
🇨🇭 Swiss first! 🇨🇭
🤪😇🫠
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