Odermatt über Tränen nach Kitzbühel-Abfahrt: «Fühle mich etwas schlecht»
Die Enttäuschung war ihm deutlich anzusehen: Während ein 2. Platz in der legendären Abfahrt auf der Streif für viele ein Erfolg wäre, konnte sich Marco Odermatt am gestrigen Samstag darüber nicht wirklich freuen. Im SRF-Interview erklärte er: «Für mich ist das eine Niederlage.» Er habe alles gegeben und ein klares Ziel gehabt. «Wenn es dann so knapp ist, tut das weh.» Bei der Siegerehrung hatte der 28-jährige Nidwaldner später Tränen in den Augen, weil Giovanni Franzoni zuoberst auf dem Podest stand und nicht er.
Am Tag danach scheint Odermatt seine Reaktion etwas unangenehm zu sein. «Ehrlich gesagt fühle ich mich wegen meiner gestrigen Emotionen etwas schlecht», schrieb der Gesamtweltcup-Leader auf Instagram. Es passiere so viel in der Welt, gewisse Athleten würden sich verletzen oder ihre Ziele nie komplett erreichen. «Ich darf meinen Traum leben und meine Ziele erreichen», stellt Odermatt fest, «das zeigt mir einmal mehr, was für ein Privileg es ist, für meine Träume zu kämpfen und einige davon zu erreichen – obwohl ein Traum bleibt.»
Odermatt gratulierte dem Italiener Franzoni zum Sieg («Du verdienst es und es wird sicher nicht der letzte sein!») und Maxence Muzaton zum 3. Platz. Franzoni reagierte mit drei Emojis: «🙏🔥🔥».
Während der vierfache Gesamtweltcup-Sieger, dreifache Weltmeister und Olympiasieger fast alles gewonnen hat, was es in seinem Sport zu gewinnen gibt, konnte er sich mit der Abfahrt in Kitzbühel noch nicht richtig anfreunden – wobei das bei vier Podestplätzen eine gewagte Aussage ist. Die Siege in den letzten beiden Super-G in Kitzbühel zeigen zudem, dass Odermatt am Hahnenkamm durchaus erfolgreich sein kann. (nih)
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