«Ist meine»: Russischer Biathlet gibt seine aberkannte Olympia-Medaille nicht zurück
Zwölf Jahre nach dem Wettkampf hat die deutsche Biathlon-Staffel doch noch die Goldmedaille erhalten. Weil der Russe Jewgeni Ustjugow des Dopings überführt worden war, wurde der russische Olympiasieg nach einem jahrelangen Verfahren aberkannt. Der Biathlon-Weltverband IBU forderte die betroffenen Russen deswegen auf, die Goldmedaillen zurückzugeben.
Allerdings machten sie die Rechnung ohne Anton Schipulin. Denn der damalige Schlussläufer hat nicht vor, die Medaille zurückzugeben, wie er gegenüber dem russischen Sportfernsehsender «Match TV» erklärte. «Nein, wozu? Ich habe sie erkämpft. Sie ist meine, ich werde sie nicht zurückgeben», soll der ehemalige Biathlet gesagt haben, als er gefragt wurde, ob er die Medaille zurückschicken wird.
Auf Instagram meldete sich der 38-Jährige dann nochmals zu Wort und richtete sich direkt an das IOC, das aus seiner Sicht die wichtigste Regel verletzte. «Sport hat nichts mit Politik zu tun», schrieb Schipulin und spielte damit darauf an, dass die russischen und weissrussischen Athleten bei den Olympischen Spielen ausgeschlossen werden und nur wenige Sportler unter Auflagen in Mailand und Cortina als neutrale Athleten dürfen.
«Wenn das Internationale Olympische Komitee und die internationalen Verbände wieder zu diesem Prinzip zurückkehren, unseren Sportlern ihre Flagge und Hymne zurückgeben und sie nicht mehr mit einem ‹neutralen Status› demütigen, dann müssen auch die Medaillen zurückgegeben werden», führt der Russe weiter aus und er sei bereit, alle seine Medaillen zurückzugeben. Insgesamt sechsmal gewann Schipulin bei Weltmeisterschaften eine Medaille.
Russlands Biathlon-Chef Viktor Maigurov sagte ebenfalls gegenüber «Match TV», dass der Verband nicht die rechtlichen Mittel habe, um die Athleten unter Druck zu setzen und so die Medaille einzufordern. Auch die anderen Athleten sahen es nicht ein, die Medaille zurückzugeben. «Wir haben sie gefragt, sie alle haben nur gesagt: Auf Wiedersehen!», erklärte Maigurov.
Ustjugow wurden neben dem Staffel-Gold 2014 auch der Olympiasieg im Massenstart 2010 sowie Bronze mit der Staffel im selben Jahr aberkannt. (riz)
