Lea Meier überrascht im Biathlon-Einzel – Kreditkartenbetrügerin Simon holt erneut Gold
Lea Meier schüttelte ihre leise Enttäuschung nach dem Auftritt in der Mixed-Staffel souverän ab. Die Bündnerin erreichte eine Trefferquote von 95 Prozent. Der einzige Fehlschuss unterlief ihr im ersten Stehend-Anschlag. Die 24-Jährige hat erst in dieser Saison den Durchbruch geschafft. Sie trifft nicht nur, sondern performt auch in der Loipe. Sie war an diesem Mittwoch die schnellste ihres Teams.
«Dieses Resultat gibt mir wichtige Punkte, um noch den Sprung in das Feld für den Massenstart zu schaffen», sagte Lea Meier vor dem SRF-Mikrofon. Mit der Startnummer 6 traf sie als erste Athletin im Ziel ein und konnte ihre Leistung im Feld der 91 Konkurrentinnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht exakt einordnen.
Der stärkste Schweizer Trumpf in der Person von Amy Baserga stach nicht. Bereits in den ersten beiden Schiesseinlagen wurde je eine Strafminute zur Laufzeit addiert. Die 25-jährige aus Einsiedeln, die heuer im Weltcup bereits dreimal Platz 5 erreicht hatte, leiste sich insgesamt drei Fehler. Auch Lena Häcki-Gross liess drei Scheiben stehen. Für die Frauen aus Einsiedeln und Engelberg resultierten die Plätze 39 und 42.
«Es tut weh, dass die Chance dahin ist», sagte Amy Baserga dem SRF-Reporter. «Es hatte heute keinen Wind, es wäre machbar gewesen. Ich kam heute nicht in den Flow, es war nicht mein Tag.»
Selina Gasparin, die älteste Schwester von Aita Gasparin, hatte 2014 in Sotschi in dieser Disziplin 20 Treffer gelandet und Silber gewonnen. 12 Jahre später war auch Aita Gasparin bis vor dem letzten Schiessen fehlerfrei unterwegs, ehe zwei Scheiben stehen blieben. Allerdings reicht die Laufleistung der 32-Jährigen nicht, um in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. Die letzte noch aktive Gasparin-Schwester klassierte sich im 35. Rang.
Frankreichs Frauen feierten mit Julia Simon und Lou Jeanmonnot einen Doppelsieg. Beide hatten schon in der Mixed-Staffel vom Sonntag triumphiert. Doppel-Olympiasiegerin Julia Simon sorgte in der Vergangenheit mit einem Kreditkartenbetrug für Schlagzeilen. Die 29-Jährige beklaute ihre Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet und tätigte mit derer Kreditkarte Online-Einkäufe im Gesamtwert von 2400 Euro. Im letzten Oktober wurde sie verurteilt und anschliessend gesperrt – aber nur für ein Weltcuprennen. Nun schreibt sie wieder positivere Schlagzeilen.
Die Bronzemedaille holte überraschend die Bulgarin Lora Christowa. Die 22-Jährige räumte im Gegensatz zu den Französinnen alle Scheiben ab. Das Einzel ist eine schiesslastige Disziplin: Statt mit einer Strafrunde von rund 20 Sekunden wird ein Fehler mit einer Strafminute abgegolten. (nih/sda)
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