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Olympia 2030

Ski-Boss Lehmann nach Paris-Reise: IOC will Olympia 2038 in der Schweiz

IOC-Chef Thomas Bach und Urs Lehmann
Urs Lehmann spricht mit IOC-Chef Thomas Bach (r.).Bild: rainer sommerhalder

«IOC will Olympia 2038 in der Schweiz» – Ski-Boss Lehmann nach Paris-Reise zuversichtlich

Was macht ein Skifunktionär bei Olympischen Sommerspielen? Urs Lehmann geht in Paris in die Schule und sagt als Fazit zu den Plänen für Winterspiele 2038 in der Schweiz: «Jetzt müssen wir diese Chance beim Schopf packen!»
30.07.2024, 17:58
Rainer Sommerhalder / ch media
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Jetzt äussert sich auch der Herr der fünf Ringe zu den Olympiaplänen für 2038. IOC-Präsident Thomas Bach hat bei einem Treffen mit Ski-Boss Urs Lehmann am Rande der Spiele von Paris seine «grundsätzlich positive Sicht» auf Winterspiele in der Schweiz betont. Und er hat Lehmann sowie Ruth Wipfli Steinegger, die Co-Präsidentin des Trägervereins «OWS 2038», zu einem Besuch am IOC-Hauptsitz in Lausanne eingeladen.

Gleichzeitig bleibt für das Internationale Olympische Komitee eine deutliche Unterstützung – und wohl auch eine rasche Defizitgarantie – durch den Bundesrat eine wichtige Angelegenheit. Bach ging bei einem Besuch im House of Switzerland einen Schritt auf die Regierung zu. An Bundespräsidentin Viola Amherd gerichtet, sagte Bach während seiner kurzen Ansprache: «Das Bekenntnis des IOC zu seinem Sitz in Lausanne ist auch ein Beweis für die Verbundenheit des internationalen Sports mit der Schweiz. Sie können sich der Loyalität und Freundschaft des IOC sicher sein.»

FILE - The Olympic rings are displayed during the closing ceremony of the 2022 Winter Olympics, on Feb. 20, 2022, in Beijing. A small band or protesters gathered Sunday, June 12, in central Tokyo and  ...
Die Schweizer wollten Olympia 2030 nach St.Moritz holen – nun finden diese in den französischen Alpen statt.Bild: keystone

Auch die Sportministerin nahm in ihrer Rede das Thema auf: «Falls die Schweiz die Chance erhält, eines Tages Olympische Spiele zu organisieren, erleben wir hier in Paris ein grossartiges Beispiel», lobte Amherd die französischen Organisatoren. Am Freitag liess sich die Bundesrätin in der Schweizer Botschaft von Wipfli Steinegger und Lehmann über den aktuellen Stand des Projekts informieren, am Sonntag besuchte sie in Begleitung von Urs Lehmann mehrere Wettkämpfe.

Mitte September wird der Bundesrat über das Projekt Olympische und Paralympische Winterspiele 2038 diskutieren und seine grundsätzliche Haltung kundtun.

Schweiz tauscht sich mit mehreren Ausrichtern aus

Der Präsident von Swiss Ski weilte erstmals an Olympischen Sommerspielen. Er kehrt am Mittwoch nach einer einwöchigen Bildungsreise in die Schweiz zurück. In Paris nahm er an mehreren Tagen am «Observer Program» des IOC teil. Dieses ermöglicht Vertretern zukünftiger Ausrichter der Spiele einen detaillierten Blick hinter die Kulissen der Spiele. Es ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie und dient dem besseren Wissenstransfer.

Viola Amherd, President of the Swiss Confederation looking at the Women's Cross-country race at the 2024 Paris Summer Olympics in Paris, France, Sunday, July 28, 2024. (KEYSTONE/Laurent Gillieron ...
Auch Sportministerin Viola Amherd war in Paris zu Gast.Bild: keystone

Lehmann tauschte sich bei dieser Gelegenheit mit den Verantwortlichen der Winterspiele 2026 in Cortina und 2034 in Salt Lake City sowie der Sommerspiele 2028 in Los Angeles und 2032 in Brisbane aus. Es seien sehr spannende Diskussionen gewesen, sagte der 55-Jährige.

Dazu kamen verschiedene formelle und informelle Meetings mit der operativen Spitze des IOC rund um Generaldirektor Christophe De Kepper und dem Olympia-Verantwortlichen Christophe Dubi. Gemeinsam mit dem Österreicher Karl Stoss, dem Vorsitzenden der IOC-Kommission für künftige Olympiaausrichter, schärfte die Schweizer Delegation auch die vier Bereiche, in denen das Olympische Komitee Nachbesserungen im Projekt fordert.

Urs Lehmann: Der Ball liegt ganz klar bei der Schweiz

Es sind dies weniger Austragungsorte, öffentlicher Support, verbindliche finanzielle Garantien sowie Antworten zum Konzept der privaten Finanzierung. Stoss sagte zum Stand der Diskussionen: «Wir führen einen sehr guten Dialog mit der Schweiz.» Grundsätzlich muss das Schweizer Olympiaprojekt bis Ende 2027 stehen. Der Vorarlberger sieht jedoch Möglichkeiten, schon früher Klarheit zu haben.

Karl Stoss, chairman of the International Olympic Committee's Future Host Commission, listens during future host commission presentation Wednesday, April 10, 2024, in Salt Lake City. Salt Lake Ci ...
Kann sich Olympische Spiele in der Schweiz gut vorstellen: Karl Stoss.Bild: keystone

Urs Lehmann reist mit einem positiven Fazit nach Hause: «Das IOC will die Winterspiele 2038 in der Schweiz austragen, und es hilft uns dabei, wo es nur kann. Wir müssen diese Chance beim Schopf packen.»

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pedro64
30.07.2024 18:08registriert November 2020
Bitte keine Olympischen Spiele in der Schweiz. Wie heisst es doch, ausser Spesen nichts gewesen.
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PetNat
30.07.2024 18:25registriert März 2014
Alle Spiele endeten für die Veranstalter mit Bauruinen und Milliardenverlusten. Ausnahmslos.

Die Schweiz streitet sich aktuell schon heftig um den ESC der netto ein paar Millionen kosten wird, kein Vergleich mit Olympia und Milliarden.

Nicht nachhaltig, eine grosse Verschwendung von Steuergeld.

Schaut Euch einmall Bilder der Bauruinen im Ausland an.

Die grössten Befürworter werden Lokalpolitiker in Randregionen und Baufirmen sein, welche sich eine goldene Nase verdienen wollen.
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wizzzard
30.07.2024 19:22registriert Januar 2016
Seit Jahren bekräftigt die Bevölkerung in Umfragen und Abstimmungen immer wieder, dass sie keine olympischen Spiele in der Schweiz wünscht. Herr Lehmann markiert aber stur den Zwängi ohne Demokratieverständnis und hält stur an seinem Vorhaben fest.
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