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Austria's Marcel Hirscher celebrates after winning the gold medal in the men's combined at the 2018 Winter Olympics in Jeongseon, South Korea, Tuesday, Feb. 13, 2018. (AP Photo/Christophe Ena)

Nach 6 WM-Titeln jetzt erstmals Olympia-Gold: Marcel Hirscher. Bild: AP

«Schade, dass ich meine Lederhosen vergessen habe!» – Hirscher erstmals Olympiasieger

Der Österreicher Marcel Hirscher hat sein grosses Ziel in diesem Winter erreicht: Der sechsfache Gesamtweltcupsieger ist erstmals Olympiasieger. Die Entscheidung in der Kombination war knapp.



Marcel Hirscher kann die letzte Lücke in seinem grossartigen Palmares schliessen. Der Österreicher gewann die Kombination 23 Hundertstel vor dem Franzosen Alexis Pinturault und 1,02 Sekunden vor dessen Landsmann Victor Muffat-Jeandet. Bisher stand Hirscher bei Olympia mit einer Silbermedaille zu Buch, die er vor vier Jahren in Sotschi im Slalom errungen hatte.

epa06519937 Gold medal winner Marcel Hirscher (C) of Austria is flanked by silver medalist Alexis Pinturault (L) of France and bronze winner Victor Muffat-Jeandet of France after the Men's Alpine Combined race at the Jeongseon Alpine Centre during the PyeongChang 2018 Olympic Games, South Korea, 13 February 2018.  EPA/VASSIL DONEV

Die Franzosen Pinturault (links) und Muffat-Jeandet flankieren Hirscher. Bild: EPA

«Jetzt lassen wir es heute mal krachen und dann schauen wir, was die nächsten Tage bringen», kündigte der Olympiasieger im ORF an. Angesprochen auf die Siegerehrung grinste Hirscher schelmisch: «Schade, dass ich meine Lederhosen vergessen habe! Aber darauf freue ich mich riesig.»

Mehr als würdiger Sieger

Hirscher legte den Grundstein mit einer unerwartet starken Abfahrt; er büsste lediglich 1,32 Sekunden auf die Bestzeit des Deutschen Thomas Dressen ein. «Eine wahnsinnig gute Abfahrt» sei es gewesen, sagte Hirscher selber «und danach viel Coolness im Slalom». Denn in diesem hatte der beste Slalomfahrer der Gegenwart die vermutlich schwierigsten Bedingungen aller Starter. Heftiger Wind sorgte dafür, dass Hirscher Mühe mit der Sicht hatte. «Als ich beim Slalom los fuhr, dachte ich mir: ‹Das darf jetzt nicht wahr sein!›, denn ich habe die Linie fast nicht mehr gesehen», gestand der 28-Jährige im SRF.

Hirschers Slalom-Lauf zu Gold.

Doch im Stile des Champions, der er ist, liess er sich auch davon nicht aufhalten. Gleich im ersten Anlauf nutzte Hirscher die Chance, sich zum Olympiasieger zu küren. Perfekt sei dies, «denn jetzt ist der ganze Druck weg. Was kommt, das kommt. Und wenn's nix mehr ist, dann gibt's zuhause trotzdem ein grosses Fest.» Nach dieser Vorstellung und mit der Gelassenheit, schon Gold zu haben, ist Hirscher aber erst recht der grosse Favorit auf den Triumph im Slalom und im Riesenslalom.

Aerni enttäuscht schwer

Eine interessante Aussage machte Marcel Hirscher zur Abfahrt. «Es könnte mir schon Spass machen, so ist das nicht», meinte er vielsagend. «Es ist eigentlich wunderbar, mit dem Gelände so eins zu sein und nicht nur zick-zack, zick-zack …» Wer weiss, ob heute in Südkorea die Geburtsstunde eines grossen Abfahrers war. Sollte Hirscher auch noch in der Königsdisziplin zu siegen beginnen, dann ist er endgültige der grösste Skirennfahrer, den die Welt bis jetzt sah.

Ja ja, Mama Sylvia ist Holländerin.

Die Schweizer spielten im Kampf um die Kombinations-Medaillen keine Rolle. Weltmeister Luca Aerni zeigte eine ansprechende Abfahrt. Im Slalom – seine Spezialdisziplin – wirkte er, als fahre er mit angezogener Handbremse. Als 11. wurde er dennoch bester Schweizer, weil auch Mauro Caviezel (12.) und Carlo Janka (15.) nicht über sich hinauswuchsen.

Switzerland's Luca Aerni finishes the slalom portion of the men's combined at the 2018 Winter Olympics in Jeongseon, South Korea, Tuesday, Feb. 13, 2018. (AP Photo/Christophe Ena)

Geknickt: Aerni lässt den Kopf hängen. Bild: AP

Das war der Liveticker

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Sandro Zappella
Marcel Hirscher im SRF-Interview
«Es ist dann schon sehr schnell gegangen. Die grosse Sensation war mein Abfahrtsrennen. Beim Slalom dachte ich nur noch, das darf jetzt nicht wahr sein, ich habe meine Linie nicht mehr gesehen. Ein Satz zur Abfaht? Es könnte mir schon Spass machen. Es ist toll, mit dem Gelände Eins zu sein statt dieses Zick-Zack die ganze Zeit. »
Marcel Hirscher im ORF-Interview
«Am meisten stolz bin ich auf die gute Abfahrt und auf die Coolness im Slalom – dass ich mich nicht verrückt machen liess. Ich war die ganze Zeit recht entspannt, es war einfach für mich ruhig zu bleiben. Es ist natürlich perfekt, die erste Chance auf Olympiagold gleich zu nutzen, der Druck ist jetzt weg für den Slalom und Riesenslalom. Jetzt lassen wir es erst mal krachen. Es ist unfassbar, dass es heute schon geklappt hat. Bei diesen Bedingungen die Linie noch zu finden, das war heute schon ein guter Tag. Schade, habe ich meine Lederhosen vergessen. Aber es fühlt sich bis jetzt noch nicht anders an, als diesen «depperten Glasbecher» (damit ist wohl die Kristallkugel gemeint) zu gewinnen.»
1. Thomas Dressen
Nein, das reicht niemals. Thomas Dressen hält sich anständig, verliert aber kontinuierlich Zeit und hat keine Chance aufs Podest. Marcel Hirscher ist Olympiasieger in der Kombination. Hinter ihm klassieren sich Alexis Pinturault und Victor Muffat-Jeandet aus Frankreich.
3. Matthias Mayer
Out, auch Matthias Mayer ist raus. Es bleibt nur noch Thomas Dressen, weil Aksel Svindal gar nicht erst starten wird.
4. Kjetil Jansrud
Nein, die Abfahrer haben einfach keine Chance. Auch Jansrud riskiert viel, aber auch sein Rückstand beträgt mehr als zwei Sekunden.
5. Christof Innerhofer
Der Italiener hält sich lange ausgezeichnet, hat aber keine Chance mit den Slalom-Spezialisten mitzuhalten.
6. Peter Fill
Der dritte Ausfall in Serie. Auch Peter Fill zeigt eine wilde Fahrt und ich nach wenigen Sekunden bereits neben der Piste. Wer soll hier Hirscher und Pinturault noch stoppen?
7. Vincent Kriechmayr
Der nächste Abfahrer fällt aus. Auch Vincent Kriechmayt riskiert viel und scheidet dann aus.
8. Dominik Paris
Der Italiener hält ganz gut mit, geht volles Risiko und fädelt dann aber ein. Er hatte aber auch nichts zu verlieren.
9. Jared Goldberg
Keine Chance für den Abfahrer nach einem groben Fehler. Er kämpft sich mit über 16 Sekunden aber noch ins Ziel.
10. Alexis Pinturault
Alexis Pinturault hat mehr Mühe als Marcel Hirscher. Trotz deutlich besseren Verhältnissen reicht es nicht ganz für den Franzosen. Im Ziel fehlen 0,23 Sekunden.
11. Mauro Caviezel
Auch der letzte Schweizer Trumpf sticht nicht, Mauro Caviezel verliert viel Zeit und verpasst die Medaillen deutlich.
12. Marcel Hirscher
Der Österreicher geht volles Risiko und wird belohnt! Der Österreicher behält die Sekunde Vorsprung trotz sehr starkem Wind bis ins Ziel und übernimmt die Führung.
Hirscher löst Muffat-Jeandet an der Spitze ab.
13. Martin Cater
Das war ein kurzer Auftritt: Bereits das vierte Tor bedeutet Endstation für den Slowenen.
14. Carlo Janka
Der dritte Schweizer ist im Slalom unterwegs. Dass Carlo Janka nicht mithalten kann, war zu erwarten. Er fällt mit 2,26 Sekunden Rückstand noch hinter Luca Aerni.
14. Maxence Muzaton
Der Franzose fädelt ein und ist raus. Langsam aber sicher nähern wir uns der Entscheidung. Bald kommen Hirscher und Pinturault.
Luca Aerni im SRF-Interview
«Ich wusste, dass es kein Superlauf war, aber zwei Sekunden sind dann schon sehr viel. Ich konnte nicht richtig Gas geben, sonst weiss ich nicht, wo ich die Zeit liegen liess. Ich denke nicht, dass der Wind schuld war. Ich konnte einfach nicht das Maximum rausholen.»
16. Klemen Kosi
Der Slowene Klemen Kosi zeigt keine schlechte Leistung, verliert aber dennoch fast zwei Sekunden. Es ist nicht einfach in diesem Slalom.
17. Thomas Mermillod Blondin
Wieder mal eine gute Slalom-Leistung. Thomas Mermillod Blondin fährt mit 0,48 Sekunden Rückstand auf den 4. Rang.
18. Alexander Aamodt Kilde
Der Norweger liegt weit zurück. Klar, er ist Abfahrts-Spezialist, aber über vier Sekunden zu verlieren ist dann doch sehr viel und wir fragen uns, haben die Abfahrer überhaupt eine Chance?
19. Marco Schwarz
Der Slalom-Spezialist fordert Muffat-Jeandet – und scheitert. Der Österreicher ist mit 33 Hundertsteln Rückstand auf Rang 2.
20. Christoffer Faarup
Der Däne ist ein Speed-Spezialist, was nicht schwer zu erkennen ist. Bis ins Ziel verliert Faarup 7,67 Sekunden.
21. Stefan Hadalin
Stefan Hadalin hat einen Rückstand von 1,40 Sekunden und verdrängt damit Luca Aerni auf Rang 4.
23. Bryce Bennett
Der Abfahrer hat keine Chance gegen Muffat-Jeandet – er liegt nur auf Zwischenrang 5.
24. Marko Vukicevic
Der Serbe hat keine Chance und verliert über vier Sekunden.
25. Luca Aerni
Luca Aerni verliert bereits im ersten Teil über eine halbe Sekunde. Der Rückstand wird immer grösser und dies ohne erkennbaren Fehler. Wir sind ratlos. Der Schweizer verliert 1,98 Sekunden, was für eine Enttäuschung.
27. Ted Ligety
Der Riesenslalom-Spezialist aus den USA hält den Rückstand in Grenzen und verliert weniger als eine halbe Sekunde.
28. Filip Zubcic
Der Kroate hat keine Chance auf die Zeit von Muffat-Jeandet und verliert über zwei Sekunden.
29. Victor Muffat-Jeandet
Da ist die erste Marke: Victor Muffat-Jeandet kommt ohne Fehler durch und setzt eine Richtzeit. Wie weit nach vorne reicht das für den Slalom-Spezialisten?
30. Justin Murisier
Der 30. nach der Abfahrt eröffnet den Slalom: Es ist der Schweizer Justin Murisier, der aber nicht weit kommt und nach einem Einfädler ausscheidet, schade.
Die Topfavoriten für den Slalom
Die grossen Favoriten auf den Sieg in der Kombination heissen Marcel Hirscher und Alexis Pinturault. Die Slalom-Spezialisten konnten den Rückstand in der Abfahrt in Grenzen halten und greifen nun nach Edelmetall. Gute Chancen hat auch der Österreicher Marco Schwarz, der nach der Abfahrt auf Rang 19 klassiert ist. Aus Schweizer Sicht ruhen die Hoffnungen auf Luca Aerni, der im Slalom früh starten kann und einen Rückstand von 2,10 Sekunden aufweist.
Der «bereinigte» Stand nach der Abfahrt
Von wem können wir im zweiten Lauf einen Sprung nach vorne erwarten? Die Slalomspezialisten sind Fett markiert, dazu in Klammer ihr Stand im Slalom-Weltcup:
30. Justin Murisier (SUI), +2,34
29. Victor Muffat-Jeandet (FRA), +2,33 -> (17.)
28. Filip Zubcic (CRO), +2,30
26. Ted Ligety (USA), +2,12
26. Benjamin Thomsen (CAN), +2,12
25. Luca Aerni (SUI), +2,10 -> (6.)
24. Marko Vukicevic (SRB), + 2,07
23. Bryce Bennett (USA), +1,94
22. Henrik von Appen (CHI), +1,92
21. Stefan Hadalin (SLO), +1,91 -> (38.)
20. Christoffer Faarup (DEN), +1,84
19. Marco Schwarz (AUT), +1,74 -> (16.)
18. Aleksander Aamodt Kilde (NOR), + 1,68
17. Thomas Mermillod Blondin (FRA), +1,65
16. Klemen Kosi (SLO), +1,37
14. Maxence Muzaton (FRA), +1,34
14. Carlo Janka (SUI), +1,34
13. Martin Cater (SLO), +1,33
12. Marcel Hirscher (AUT), +1,32 -> (1.)
11. Mauro Caviezel (SUI), + 1,23
10. Alexis Pinturault (FRA), +1,04 -> (14.)
9. Jared Goldberg (USA), +0,78
8. Dominik Paris (ITA), +0,77
7. Vincent Kriechmayr (AUT), +0,72
6. Peter Fill (ITA), +0,68
5. Christof Innerhofer (ITA), + 0,53
4. Kjetil Jansrud (NOR), + 0,27
3. Matthias Mayer (AUT), +0,27
2. Aksel Lund Svindal (NOR), + 0,07
1. Thomas Dressen (GER), 1:19.24

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