Sport
Premier League

Ferguson nennt die Art von Moyes' Entlassung «erschütternd» – doch der Sir hatte wohl selbst seine Finger im Spiel

Bild
Bild: Reuters
Geheimtreffen am Sonntag

Ferguson nennt die Art von Moyes' Entlassung «erschütternd» – doch der Sir hatte wohl selbst seine Finger im Spiel

Sir Alex Ferguson beklagt öffentlich, die Art und Weise wie sein Nachfolger David Moyes bei Manchester United entlassen worden ist. 
25.04.2014, 11:1225.04.2014, 11:24

16 Stunden bevor seine Entlassung bei Manchester United offiziell bestätigt wurde, wusste David Moyes bereits davon. Die englische Boulevardpresse war schneller als der Klub und veröffentlichte die Meldung bereits am Ostermontag-Nachmittag.

Ein abgekartetes Spiel? Hinter vorgehaltener Hand munkelt man auf der Insel, dass der Verein die Information über seinen dahinscheidenden Manager selbst in Umlauf gebracht hat. Die Trainervereinigung der Liga (LMA) warf der Klubführung der United dann auch «unprofessionelles Verhalten» vor. Die United wehrt sich: «Wir akzeptieren nicht, dass wir unprofessionell gehandelt hätten», sagte ein Klubsprecher. 

Am Montag über die Presse, am Dienstag vom Klub: Die Entlassung von David Moyes verlief nicht störungsfrei.
Am Montag über die Presse, am Dienstag vom Klub: Die Entlassung von David Moyes verlief nicht störungsfrei.Bild: Reuters

Moyes selbst sei ausser sich gewesen vor Wut als er von seiner Entlassung erfahren habe. Bei seinem ersten Statement war davon bereits nichts mehr zu spüren. «Ich bleibe dankbar, dass Sir Alex an meine Fähigkeiten geglaubt und mir die Chance gegeben hat, United zu trainieren», erklärte der Schotte gefasst. «Leistungen und Ergebnisse waren nicht, wie Manchester United das erwartet. Ich verstehe und teile die Frustration.»

Mittlerweile hat sich auch Sir Alex Ferguson zu Wort gemeldet. Die schottische Trainerlegende hatte sich nach seinem Rücktritt höchstpersönlich für Moyes' als seinen Nachfolger eingesetzt. An einer Wohltätigkeitsveranstaltung sagte Fergie, er fand es «erschreckend», wie die Entlassung publik geworden sei.

Dabei spielte Ferguson beim Rauswurf seines Ziehsohns offenbar eine entscheidende Rolle. Wie die «Daily Mail» berichtet, soll sich Alex Ferguson am späten Sonntagabend heimlich mit Verantwortlichen von Manchester United in einem Hotel getroffen haben, um über den Abschied von David Moyes zu entscheiden.

Offenbar hatte Ferguson bereits seit längerem Zweifel an der Tauglichkeit von David Moyes für den Job. Mit ManU-Legende Sir Bobby Charlton und Ex-Vereinsfunktionär David Gill soll er immer wieder über mögliche Nachfolger diskutiert haben. Für die letzten drei Spiele übernimmt Ryan Giggs die Mannschaft.

Giggs holt Rat bei Fergie – «Wen hätte ich sonst anrufen sollen?»

Der Interimstrainer hatte am Freitagmorgen seinen ersten öffentlichen Auftritt. «Ich bin stolz, glücklich, aber auch ein wenig nervös», sagte der Waliser an der Pressekonferenz. «Ich kann es kaum erwarten, am Sonntag um 17.30 Uhr auf den Platz zu laufen.»

Als erstes habe er Paul Scholes angerufen, erklärte Giggs. Sein ehemaliger Teamkollege wird ihm – wie auch Nicky Butt und Phil Neville – als Assistent zur Seite stehen. Auch mit Ferguson habe er schon gesprochen. «Ich fragte um Rat und wollte wissen, was mich erwartet. Wen hätte ich sonst anrufen sollen?»

Giggs will gegen Norwich offensiv spielen lassen. «Wir haben die Spieler dafür. Ich habe ihnen gesagt, dass ich an sie glaube. Sie sollen den Fans etwas zum Feiern geben, Tore schiessen und Tacklings machen. Aber es wird hart werden. Sie kämpfen um ihr Leben.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die Doping-Spiele sind vorbei – rate mal, wie viele Weltrekorde es gab
In Las Vegas gingen dieses Wochenende die umstrittenen «Enhanced Games», eine Art Olympia, bei der Doping erwünscht ist, über die Bühne. Die Athletinnen und Athleten übertrumpften die Weltelite nur in einem einzigen Wettbewerb.
Ein einziger Weltrekord wurde bei der höchst umstrittenen Veranstaltung in der US-Casinostadt Las Vegas gebrochen: Der griechische Schwimmer Kristian Golomeew schaffte es, den «sauberen» Weltrekord des Australiers Cameron McEvoy über 50 Meter Freistil zu übertrumpfen. Der 32-Jährige schlug mit einer Zeit von 20,81 Sekunden an, McEvoys Bestmarke liegt bei 20,88. Für Golomeew lohnt sich die Teilnahme zumindest finanziell: Nebst 250'000 US-Dollar erhielt er auch den 1-Million-Dollar-Bonus für das Brechen eines bestehenden Weltrekords, wie Yahoo Sports schreibt.
Zur Story