Sport
Premier League

Tuchel vs. Conte – das war der Auslöser für den Hass-Handshake

Emotionsgeladenes Aufeinandertreffen: Thomas Tuchel und Antonio Conte liessen das Geschehen auf dem Feld in den Hintergrund rücken.
Emotionsgeladenes Aufeinandertreffen: Thomas Tuchel und Antonio Conte liessen das Geschehen auf dem Feld in den Hintergrund rücken.Bild: IMAGO-images.de

Tuchel und Conte geraten aneinander – das war der Auslöser für den Hass-Handshake

Eine handfeste Auseinandersetzung zwischen Thomas Tuchel und Antonio Conte hat das Londoner Derby zwischen Chelsea und Tottenham Hotspur überschattet. Beide Trainer sehen nach Abpfiff der Partie die Rote Karte.
15.08.2022, 11:0015.08.2022, 12:26
Mehr «Sport»

Im Interview nach dem Spiel bei Sky Sports hatte sich Chelsea-Trainer Thomas Tuchel nach dem Zwist mit «Spurs»-Trainer Conte schon wieder beruhigt. Doch was war geschehen, dass der Welttrainer des Jahres 2021 mit seinem Gegenüber aneinander geraten war?

Nach dem Ende des emotionsgeladenen Derbys zwischen den beiden Londoner Top-Klubs kam es zum obligatorischen Handshake zwischen den beiden Coaches. Conte vermied dabei allerdings den Blickkontakt mit Tuchel, was der Deutsche so nicht akzeptieren wollte, weshalb es zu kuriosen Szenen kam.

Tuchel hielt Contes Hand etwas länger, als man das normalerweise macht, um den Italiener seinen Unmut spüren zu lassen. «Ich dachte, dass man sich in die Augen schaut, wenn man sich die Hände schüttelt, Antonio war da anderer Meinung», erklärte Tuchel nach dem Schlusspfiff sein Handeln, das eine Rudelbildung und zwei Platzverweise für die beiden Trainer auslöste.

Tuchel fühlte sich nach dem 2:2-Unentschieden generell vom Unparteiischen benachteiligt und bezeichnete die Rote Karte als eine weitere «schlechte Entscheidung». Für den Chelsea-Coach ging beiden Toren von Tottenham jeweils ein Foulspiel voraus, weshalb er schon während der Partie kochte.

Die Highlights der Partie zwischen Chelsea und Tottenham.Video: YouTube/Sky Sport Austria

Wegen weiterer hitziger Szenen kam es an der Seitenlinie schon vor dem ominösen Handshake zum Aufeinandertreffen der beiden Trainer. Conte freute sich nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer der «Spurs» durch Pierre-Emile Höjberg sehr ausgiebig und begab sich dabei sogar in die Coaching-Zone der Hausherren, was bei Tuchel und dem Chelsea-Staff gar nicht gut ankam.

Allerdings liess sich auch Tuchel nach dem erneuten Führungstor von Reece James für Chelsea zu einem provokanten Jubel hinreissen. Sein Jubellauf schien Conte jedoch nicht aufgefallen zu sein. Seine Reaktion, welche er nach dem Spiel via Instagram mitteilte, wäre für Tuchel wohl nicht erfreulich gewesen. Conte deutete an, dass er dem Deutschen gerne ein Bein gestellt hätte.

Zum Handshake-Vorfall nach dem Spiel wollte sich Conte, der 2017 mit den «Blues» englischer Meister wurde, im Gegensatz zu Tuchel im Anschluss an die Partie nicht äussern. Conte beliess es bei der Aussage: «Das ist nicht die wichtigste Situation des Spiels.» Zumindest in diesem Punkt sind sich die beiden Trainer damit allerdings einig, auch Tuchel schätzte die Auseinandersetzung als nicht allzu wichtig ein.

Die Zuschauer kamen schon vor dem Trainerzoff voll auf ihre Kosten, denn auch das Spiel selbst hatte einiges zu bieten. Nach dem spektakulären Ausgleichstreffer durch Harry Kane in der sechsten Minute der Nachspielzeit endete die Partie mit 2:2 unentschieden, womit beide Teams nach zwei Spielen noch ungeschlagen sind. Mit jeweils vier Punkten halten sowohl Chelsea als auch Tottenham den Anschluss an die Tabellenspitze.

IMAGO / Action Plus

14th August 2022; Stamford Bridge, Chelsea, London, England: Premier League football, Chelsea versus Tottenham: Harry Kane of Tottenham Hotspur scores in injury time for 2-2 PUBLI ...
Harry Kane (in der Bildmitte) erzielt per Kopf den 2:2-Ausgleich für die Tottenham Hotspurs beim FC Chelsea. Bild: IMAGO

Am kommenden Wochenende gastiert Chelsea bei Leeds United und die Tottenham Hotspurs empfangen vor heimischer Kulisse Brentford, welches zuletzt Manchester United mit 4:0 besiegen konnte. Bei beiden Londoner Klubs wird dann allerdings der Cheftrainer nicht auf der Bank Platz nehmen dürfen. Conte dürfte von seinem langjährigen Assistenten Cristian Stellini vertreten werden. Für Tuchel wird wohl sein ungarischer Co-Trainer Zsolt Löw die Verantwortung übernehmen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das sind die Besitzer der englischen Topklubs
1 / 24
Das sind die Besitzer der englischen Topklubs
Arsenal: Stan Kroenke (USA), seit 2008. Geschätztes Vermögen: 10,7 Milliarden Dollar.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Cristiano Ronaldo setzt seine Kids als Hanteln ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
23 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
DerLauch
15.08.2022 11:27registriert Januar 2019
Im Sport können die Emotionen schon mal überkochen. Finde es nicht allzu tragisch wenn sich die Trainer einmal im die Haare geraten.
Hoffentlich haben ihre Spieler genau hingeschaut.. den keiner von beiden ging zu Boden und hat den sterbenden Schwan gespielt😉
412
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sensei
15.08.2022 11:57registriert Mai 2015
Als 50-Jähriger Millionär und Führungskraft passiv-aggressive Instagram-Stories zu posten ist an Peinlichkeit schon kaum zu überbieten.
4413
Melden
Zum Kommentar
avatar
Zaungast
15.08.2022 11:08registriert März 2014
Was für ein elender Kindergarten.
4617
Melden
Zum Kommentar
23
Oh Gazza! Paul Gascoigne schiesst die Schotten ab und feiert im Zahnarztstuhl
15. Juni 1996: England feiert an der Heim-EM einen Prestigesieg gegen den Erzrivalen Schottland. Beim 2:0-Sieg erzielt der geniale Spielmacher Paul Gascoigne das Tor seines Lebens.

Die Bühne könnte nicht besser sein. England richtet die EM aus: «Football is coming home» tönt es aus den Lautsprechern. Es geht gegen den Erzrivalen Schottland, an einem sonnigen Samstagnachmittag im Wembley-Stadion. Er bleibt wegen eines der spektakulärsten Tore der Fussballgeschichte ewig in Erinnerung – und auch wegen des ikonischen Jubels.

Zur Story